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8. Februar 2026
Leitverse
3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“
8: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“
Die Bibel ist die Betriebsanleitung unseres christlichen Glaubenslebens, die uns Orientierung im Leben bietet. Die Bibel enthält verschiedene Lehren Jesu für unser Leben.
Die Hauptlehre der Bibel heißt das Evangelium, nämlich, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist und für unsere Sünde gestorben und für unsere Auferstehung von den Toten auferstanden ist (s. 1. Kor. 15,3-4).
Liebe ist der Kerngedanke dieses Evangeliums, wie Johannesevangelium 3,16 sagt: „Denn also hat Gott uns geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Wie wir leben sollen, nachdem wir diese Liebe angenommen haben, lehrt uns die Bibel, insbesondere das Gebet „Vaterunser“ und die Seligpreisungen.
Seligpreisungen sind Fundamente des glücklichen Lebens als Christen.
Es gibt zwei gegensätzliche Meinungen über die Seligpreisungen: Einige meinen, dass Christen diese Seligpreisungen auf sich beziehen sollen. Andere meinen, dass Christen keine extra Mühe brauchen, um die Seligpreisungen auf sich zu beziehen, weil es für Menschen sowieso unmöglich ist, diese Seligpreisungen zu befolgen. Überwiegende Menschen folgen der zweiten Meinung und sind nicht besonders glücklich.
Wir leben in einer realen Welt. Deswegen werden wir aus verschiedenen Gründen oft traurig, verzweifelt oder wütend. Aber Jesus Christus sagt, dass wir wegen der Gnade Gottes glückselige Menschen sind, und die Lehre der Seligpreisungen ernstnehmen sollen. Wir sollen die Seligpreisungen vom Herzen annehmen. So können wir die himmlische Seligkeit richtig genießen.
Falls wir die Seligpreisungen nicht gut befolgen können, sollen wir uns nicht verdammen, sondern unsere Schuld gestehen, Gottes vergebende Gnade dankbar annehmen und Gott bitten, dass er uns Kraft geben möge, die Seligpreisungen zu befolgen.
Wir sollen anhand der Seligpreisungen unsere Sünde als Sünde erkennen, seine Vergebung und seine Gnade dankbar annehmen und aus dankbarem Herzen der Lehre der Seligpreisungen vom Herzen folgen. Unser Herr wird uns als demütige und dankbare Gotteskinder segnen, sodass wir himmlische Seligkeit erfahren und Gott Ehre geben.
Aus zeitlichen Gründen möchte ich heute nur über die erste, dritte, fünfte und die sechste Seligpreisung sprechen.
Die erste Seligpreisung lautet: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“
Wir können das Wort Seligkeit als Glückseligkeit verstehen.
Gott möchte, dass wir glücklich sind, aber Gottes Definition und die weltliche Definition von Glück sind grundverschieden. Viele denken zum Beispiel: Glücklich sind die, die sich Reichtum und Vorteile verschaffen und erfolgreich sind. Doch Jesus sagt: „Glücklich sind die, die ihre geistliche Armut erkennen, denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Geistliche Armut bedeutet, dass man sich vor Gott betrachtet und gegenüber Gottes Reichtum seine eigene Armut und Sündenhaftigkeit erkennt und vor Gott demütig ist. Anders ausgedrückt: Ein geistlich armer Mensch erkennt, dass er vor Gott arm und schuldig ist und von der Gnade der Vergebung Gottes lebt. Und das ist die wahre Realität.
Zu jener Zeit hielten Pharisäer sich selbst für geistlich reich, weil sie Gesetze scheinbar einwandfrei einhielten. Sie hatten kein Verständnis für schwache Menschen. Sie kannten weder Gottes Gnade noch die Freude des Himmelreiches.
Jesus will nicht, dass wir uns einbilden, geistlich reiche Menschen zu sein. Vielmehr will er, dass wir unsere geistliche Armut und unsere Sünde erkennen und die Gnade Gottes dankend annehmen. „Geistlich Arme“ sind also diejenigen, die ihre geistliche Armut erkennen und die Gnade der Vergebung Gottes dankbar annehmen. Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um den geistlich armen Menschen die Vergebung und sein Himmelreich zu schenken.
Unser Gott ist gnädig. Er vergibt allen bußfertigen Menschen ihre Schuld gerne und schenkt ihnen sein Himmelreich. Das Himmelreich bedeutet die Herrschaft Gottes. Sowohl auf dieser Erde als auch im Himmel können wir die Herrschaft Gottes erleben. Wenn Gott über uns herrscht, haben wir Frieden und ewiges Leben. Das Himmelreich ist das beste Geschenk Gottes für uns. Wir empfangen das Himmelreich nicht durch unsere guten Taten, sondern durch Buße und Glauben an Christus. Wer geistlich arm ist, nimmt Vergebung und Himmelreich dankend an. Solch ein Mensch ist wirklich glückselig.
Im Allgemeinen stehen Menschen in Deutschland in mancher moralischer Hinsicht besser da als die in Afrika oder Asien. Beispielsweise ist die Korruption in Deutschland nicht so schlimm wie in vielen anderen Ländern. Deswegen haben sie angeblich gute Gründe, selbstgerecht zu sein. Problem ist, dass sie „geistlich reich“ sind. Sie haben wenig Interesse für Gottes Wort und ewiges Leben. Sie lehnen die Einladung zum Bibelstudium oder zum Gottesdienst ab. Sie sind wie der ältere Bruder des verlorenen Sohns in Lukas 15. Aber selig ist der verlorene Sohn, der Buße tut und das Evangelium dankend annimmt. Es gibt doch in Deutschland Menschen, die geistlich arm sind. Wir sollen sie suchen und einladen.
Alle Menschen brauchen Gottes Gnade in Christus. Jeder soll seine geistliche Armut erkennen und das Angebot des Himmelreichs dankbar annehmen.
Die dritte Seligpreisung: „Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“
Auch Psalm 37,11 lautet: „Aber die Sanftmütigen werden das Land besitzen und werden ihre Lust haben an Fülle von Heil“.
Wer sind die „Sanftmütigen“? Die Griechen beschrieben mit diesem Wort ein gut gezähmtes Pferd. Wenn ein Pferd nach seinem wilden Temperament tobt, ist es gefährlich, auf ihm zu reiten. Deswegen muss man das Pferd zuerst gut zähmen. Sanftmütige Menschen sind solche, die Gott durch seinen Geist und sein Wort gut gezähmt hat. Sanftmütige Menschen kennen die Erhabenheit Gottes und zugleich ihre Niedrigkeit. Deswegen werden sie vor Gott demütig. Sie vertrauen Gott und begegnen anderen Menschen mit Demut und Freundlichkeit. Daher können sie Leid und Schwierigkeiten gut ertragen und anderen Menschen mit Freundlichkeit und Geduld begegnen. Sie rächen sich nicht, sondern vergelten das Böse mit Güte.
Ein Beispiel des sanftmütigen Menschen in der Bibel war Mose. Die Bibel sagt, dass „Mose ein sehr demütiger Mensch war, mehr als alle Menschen auf Erden“ (4. Mose 12,3). Als er aber noch jung war, war er nicht demütig. Als er sah, dass ein Ägypter einen seiner Landsleute misshandelte, schlug er den Ägypter tot. Als Folge musste er in die Wüste fliehen und dort 40 Jahre als Flüchtling verbringen. Da wurde er mit Hilfe Gottes ein demütiger Mensch und konnte 40 Jahre lang sein Volk geduldig leiten und in die Richtung des Verheißungslands leiten.
In der Welt werden sanftmütige Menschen oft als dumme Leute betrachtet. Aber Jesus sagt: „Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich in Besitz nehmen.“ In anderen Worten: Sie sind wahre Leader.
Nehmen wir Isaak in der Genesis als Beispiel. Brunnen waren damals lebenswichtig für Tiere und Menschen. Die Philister nahmen Isaak die Brunnen. Er aber zankte mit ihnen nicht. Er gab ihnen nach, zog weiter und grub andere Brunnen. Als die Philister auch diese Brunnen beanspruchten, gab er nochmal nach, zog weiter und grub wieder neue Brunnen. Da erkannte Abimelech, der König der Philister, dass Gott mit Isaak war. Darum schloss er einen Friedensvertrag mit Isaak. Isaak war also wegen seiner Sanftmut der wahre Leader des Landes. Wie konnte Isaak Abimelech die Brunnen nachgeben? Ich denke, weil er zu Gott betete und Gott vertraute.
Der weltbekannte, britische Historiker Arnold Joseph Toynbee (1889-1975) sagte, dass nicht das Schwert siegt, sondern die Sanftmut[1]. Es ist wahr, dass sanftmütige Menschen über eigensüchtige Menschen siegen und wahre Leader werden.
Jesus ist der sanftmütigste Mensch überhaupt. Er nahm alle Sünder der Welt herzlich an und starb für sie.
Dieser Jesus sagt zu uns: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“ (Mt. 11,28-29).
Jesus sagte einmal, sein Joch auf uns zu nehmen und von ihm Sanftmut zu lernen. Was war sein Joch, und was ist Sanftmut? Im Willen des Vaters zu gehen, war sein Joch; Gott zu vertrauen, seine Autorität und seine Leitung anzuerkennen und seinem Willen zu folgen, das ist Sanftmut.
Wir sollen seine Leitung herzlich annehmen und ihr folgen. So können wir seine Sanftmut lernen.
Unter uns ist Renate als sanftmütig bekannt. Und sie übt durch ihre Sanftmut einen großen Einfluss aus in der Gemeinde, in der Praxis und in ihrer Familie. Sanftmut ist keine Schwäche, sondern wahre Stärke.
Wer anderen gut helfen will, muss sanftmütig sein. Da sollen wir von Jesus seine Sanftmut lernen. Jesus Christus ist der Herr über alle Wesen im Himmel und auf der Erde. Er ist doch sanftmütig und demütig. Demütig gehorchte er dem Willen Gottes und gab sein Leben für uns Sünder dahin. Gott hat ihn von den Toten auferweckt und ihn zum Herrn über Tote und Lebende gemacht. Darum konnten wir seine Jünger und seine Kinder werden und ihn „unseren Herrn“ rufen. Wir sollen seinem Beispiel folgen und sanftmütig sein.
Die fünfte Seligkeit: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“
Barmherzig zu sein bedeutet, dass wir uns in die Situation eines anderen Menschen versetzen und seine Schwierigkeit mit seinen Augen schauen und seine Situation und sein Gefühl empfinden. Dann werden wir seine Schmerzen und seine Gefühle empfinden. Wenn wir aber seine schwierige Situation mit unseren eigenen Augen betrachten, werden wir oft Unverständnis für seine Situation haben.
Wir haben oft Mitleid mit uns selbst, wenn wir eine Schwierigkeit haben. Unser Denken kreist sich um uns, wie z. B. um unsere Probleme, unser Empfinden, unsere Ruhe usw. Wegen solchen Empfindens haben wir kaum Herz für andere. Wir rechtfertigen uns damit, dass wir wegen unserer eigenen Probleme keine Kraft für andere übrig haben. Wir betrachten andere Menschen, die Schwierigkeiten haben, wie der ältere Bruder des verlorenen Sohns in Lukas Kap. 15.
Unser Gott ist barmherzig. Als wir in der Sünde verloren waren, hatte Gott ein großes Erbarmen mit uns. Darum verstand er unsere Schwäche gut und hat volles Verständnis für uns. Deshalb hat er seinen Sohn Jesus Christus für unsere Sünde sterben lassen, um uns zu retten. Obwohl wir immer noch schwach, fehlerbehaftet und sündig sind, vergibt Gott uns und nimmt uns gnädig an. Wir sollen mit unserer Schwachheit und Sünde zu Jesus Christus kommen und seine Barmherzigkeit und seine Vergebung dankend annehmen.
Die sechste Seligkeit: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“
Das Wort „rein“ ist im übertragenen Sinn das Gegenteil von „lügenhaft“ (vgl. Ps. 24,4). Wer ein reines Herz hat, lügt nicht, sondern ist ehrlich. Wer ehrlich ist, der bekennt seine Schuld vor Gott und nimmt die göttliche Vergebung dankend an. Zwischen ihm und Gott ist keine Mauer, sodass er Gott schauen und eine gute Gemeinschaft mit ihm haben kann.
Wer aber unehrlich ist und lügt, hat eine hohe Mauer zwischen sich und Gott, sodass er weder Gott schauen noch Gemeinschaft mit ihm haben kann.
Die Geschichte von zwei Verbrechern am Kreuz erklärt das gut. Ein Verbrecher hatte ein reines Herz. Deswegen konnte er in dem gekreuzigten Jesus Gott schauen. Darum bekannte er vor Jesus seine Schuld ehrlich und bat ihn darum, ihn ins Reich Gottes mitzunehmen. Jesus freute sich darüber sehr und sagte: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!“ (Lk. 23,43).
Aber der andere Verbrecher hatte kein reines Herz. Darum konnte er in Jesus keinen Gott schauen. Er tat keine Buße, sondern verspottete Jesus.
Wir sollen ein reines Herz haben. Wir sollen nicht versuchen, Ausreden für unsere Schuld zu machen. Wenn wir Ausrede machen, bauen wir damit eine hohe Mauer zwischen uns und Gott. Lieber sollen wir unsere Schuld ehrlich gestehen und die Vergebung Gottes dankend annehmen. Wir werden dann Gott schauen. Gott nimmt uns herzlich an und segnet uns mit seinem Reich. So ist überall Gottes Reich, wo wir ein reines Herz haben.
Jesus Christus ist dazu gekommen, um uns Vergebung und Gott zu schenken. Er will, dass wir eine selige, ewige Gemeinschaft mit Gott genießen. Das ist die frohe Botschaft Gottes für alle.
Lasst uns die 1. und 6. Glückseligkeiten in den Versen 3 und 8 noch einmal lesen:
3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“
8: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“
Amen!
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Fragebogen zum Gruppenbibelstudium zu Matthäus 5,1-12
Selig sind die…
Matthäus 5,1-12
Leitvers 3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“
1. Was meinst du, welches die Kernlehre Jesu Christi ist? Welche Bibelstelle drückt diese Kernlehre aus?
2. Wen meint Jesus mit den „geistlich Armen“ (3)? Was meint Jesus mit dem Himmelreich?
3. Wen meint Jesus mit denen, die Leid tragen (4)? Womit segnet Gott sie?
4. Wer ist sanftmütig? Womit segnet Gott ihn?
5. Wen meint Jesus mit denen, die nach der Gerechtigkeit dürsten? Womit segnet Gott sie?
6. Was bedeutet es, barmherzig zu sein? Was wird der Barmherzig erlangen?
7. Was meint Jesus mit den Menschen mit reinem Herzen (vgl. Ps. 24,4)? Was meint er damit, dass man Gott schauen wird?
8. Was bedeutet es friedfertig zu sein? Warum heißen Friedfertige Gottes Kinder?
9. Was bedeutet es, um der Gerechtigkeit willen verfolgt zu werden? Was schenkt Gott ihnen?
[1] Caleb Chung, Predigten zu Matthäusevangelium S. 95, 1988
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