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10. Februar 2026
Leitvers 13: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“
Heute ist das Salz nicht teuer. Vom Aldi kann man für 49 Cent 500 Gramm Salz kaufen. Im kalten Winter streuen wir auf die gefrorenen Straßen Streusalz, damit wir nicht rutschen.
Früher war aber das Salz in den vielen Ländern kostbar; man musste das Salz mit Segelschiffen aus fernen Ländern importieren. Salz war über Jahrtausende hinweg eines der wertvollsten Handelsgüter der Welt – nicht umsonst nannte man es „das weiße Gold“.
Vor langer Zeit lebte ein König. Er hatte drei Töchter. Da er schon sehr alt war, wollte er seiner klügsten Tochter sein Königreich überlassen. Sieben Tage vor seinem Geburtstag ließ er seine Töchter zu sich kommen und sagte zu ihnen: „Diejenige, die mir das kostbarste Geschenk macht, bekommt mein Königreich.“ Als der Tag des Geburtstages gekommen war, schenkte ihm die älteste Tochter kostbaren Schmuck, die mittlere Tochter schenkte ihm einen teuren Mantel. Der König war sehr erfreut über die wertvollen Geschenke. Als er aber das Geschenk der dritten Tochter sah, wurde er sehr zornig, denn es war nur ein Schälchen voll Salz. Der König war sehr ärgerlich und verjagte sie aus seinem Land.
Eines Tages bekam er eine Einladung vom Nachbarkönigreich: „Der König des Nachbarreiches hat eine sehr kluge Prinzessin geheiratet, die großen Reichtum über das Land bringt! Sie stellt Salz aus dem Meereswasser durch die Sonne her. Viele Kaufleute aus fernen Ländern kaufen das Salz!“ Bei seiner Ankunft wurde er sehr herzlich empfangen. Als er die Königin erblickte, stellte er fest, dass es seine eigene Tochter war, die er einst fortgejagt hatte[1].
Jesus Christus hat uns dazu berufen, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.
Was bedeutet es aber konkret, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein? Wie können wir diese Aufgabe gut erfüllen?
Wir wollen heute unsere Aufgabe als Salz und Licht kennenlernen. Gott möge uns helfen, als Salz der Erde und Licht der Welt gut zu wirken.
1. Salz und Licht (13-16)
Jesus sagt zu uns: „Ihr seid das Salz der Erde.“
Außer Streusalz hat das Salz im Allgemeinen zwei Aufgaben: als Konservierungsmittel und als Gewürz. Zu der Zeit Jesu gebrauchte man am Galiläischen Meer Salz als Konservierungsmittel für die Fische. Heute gebraucht man Salz als Gewürz für die Speise. Ohne Salz schmeckt uns manche Speise nicht.
Jesus sagt: „Ihr seid das Salz der Erde!“ Als Salz der Erde haben wir Christen zwei Aufgaben, nämlich die Welt vor Korruption der Sünde zu schützen und dem Menschenleben gute Lebensfreude zu geben.
„Salz der Erde“ (Matthäus 5,13) ist eine sehr schöne und tiefgründige Interpretation des biblischen Bildes. Dieser Ausdruck verbindet die Wirkung des Salzes mit einer moralischen und geistlichen Bedeutung für uns.
Wenn wir diese Metapher auf uns beziehen, wird die Symbolik noch klarer:
1. Schutz vor dem moralischen und geistlichen Verfall (Konservierung)
So wie Salz im alten Palästina Fleisch vor dem Verderben bewahrte, so ist es die Aufgabe der Gläubigen, ein „Schutz vor moralischem und geistlichem Verfall“ in der Gesellschaft zu sein: Es geht darum, göttliche gesunde Moral von Wahrheit und Gottlieben und Nächstenlieben in einer Welt zu fördern, die oft von Eigennutz und moralischem Verfall geprägt sein kann.
2. Lebensfreude schenken (Würze)
Salz der Erde zu sein bedeutet als Zweites, gute Lebensfreude als Gottesmenschen zu geben. Salz ist ein wichtiger Geschmacksträger. Ein Leben ohne „Salz“ ist fad und geschmacklos. Christen teilen sowohl sich selbst als auch anderen Freude und Begeisterung, weil ihr Glaube an Jesus Christus sich selbst und anderen den wahren Lebenssinn, Freude und lebendige Hoffnung schenkt.
Christen sind auch schwache Menschen und machen Fehler und sündigen. Trotzdem sollen wir nicht vergessen, dass Gott uns als Salz der Erde berufen hat.
Wie können wir unsere Aufgabe als „Salz der Erde“ gut erfüllen? Dazu brauchen wir zwei Schritte:
Unser erster Schritt als Salz der Erde ist, dass wir unsere Schuld gestehen und die Vergebung in Christus dankbar annehmen.
Wenn wir als Salz der Erde wirken wollen, müssen wir zuerst dadurch salzig werden. Dazu müssen wir zuerst Christen werden, indem wir selbst die Gnade der Sündenvergebung und das ewige Leben annehmen. Wenn wir etwas gesündigt haben, sollen wir möglichst sofort Buße tun und die Vergebung durch den Opfertod Christi dankbar annehmen. Wir sollen stets für diese Gnade dankbar und demütig bleiben. Wenn wir diese Demut und Dankbarkeit haben, haben wir den salzigen Geschmack.
Die Pharisäer konnten deshalb nicht als Salz der Erde wirken, weil sie für ihre Sünde keine ernste Buße tat und deshalb keine Dankbarkeit für die Vergebung und keine Demut kannten. Vielmehr bildeten sie sich ein, gerechte Menschen zu sein, und verurteilten andere Menschen als schlechte Sünder. Sie wurden unweigerlich Heuchler.
Wir aber sollen unsere Schuld ehrlich gestehen, die Vergebung in Christus dankend annehmen und dankbar und demütig bleiben. So haben wir den salzigen Geschmack.
Ein Beispiel für den salzigen Menschen ist König David. Er beging einen Ehebruch und einen schrecklichen Mord. Aber er tat Buße dafür und empfing die Vergebung. Er vergaß diese Dankbarkeit nicht. So hatte er den salzigen Geschmack. Gott machte ihn zum Vorfahren Christi. Die Buße und der Glaube an das Evangelium sind der erste Schritt zum salzigen Leben.
Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um allen bußfertigen Menschen die Vergebung und das Himmelreich zu schenken. Er hat uns dazu berufen, durch unsere Bußfertigkeit und Dankbarkeit das Salz der Erde zu werden. Durch unsere Bußfertigkeit und Dankbarkeit können wir die Welt vor Korruption und Gottes Gericht retten und sie segnen.
Wir kennen Franziskus von Assisi. In der Menschheitsgeschichte wird er als einer der frommsten Menschen hoch angesehen. Er selbst aber bekannte stets, dass er ein sündiger Mensch war. Dadurch hatte er den salzigen Geschmack. Er hinterließ einen guten Einfluss auf die Menschheit.
Ich führe ein einfaches Leben. Ich aber muss meine selbstgerechten Gedanken immer wieder überwinden. Ich soll andere Menschen nicht verurteilen, sondern sie von Herzen lieben und für sie beten.
Unser zweiter Schritt als Salz der Erde heißt, dass wir als salzige Jünger Jesu wirken.
Salz ist salzig. Unsere Nachfolge könnte für viele Menschen zunächst zu „salzig“ sein. Aber schließlich erfahren sie, dass unsere Nachfolge gut für sie ist, denn sie erleben Gottes Liebe, seinen Segen, das ewige Leben und das Himmelreich.
Es ist leicht, dass wir der Welt folgen und deswegen ohne christlichen Geschmack leben. Wer aber den salzigen Geschmack verloren hat, der ist kein guter Christ, wie das Salz, das salzigen Geschmack verloren hat.
Wir sollen als salzige Christen leben und wirken. So werden viele Leute von der Sünde errettet werden. Sie werden durch uns den Wunsch bekommen, an Jesus Christus zu glauben und ein Gott gefälliges Leben zu führen.
Wir leben in der Welt. Aber wir dürfen den salzigen Geschmack nicht verlieren. Wir sollen den egoistischen, sündigen Menschen nicht nachahmen. Vielmehr sollen wir durch unseren salzigen Geschmack unsere Familienangehörigen und unsere Gesellschaft direkt und indirekt von der Sünde retten und sie vor geistlicher Korruption schützen.
Jesus sagt zu uns auch: „Ihr seid das Licht der Welt“ (14)
Dies ist ein Selbstzeugnis Jesu Christi sowie ein Auftrag an seine Nachfolger:
Er meint damit zunächst, dass wir Jesus Christus als Licht unseres Lebens annehmen sollen.
Ohne Licht bleibt es dunkel. Aber das Licht vertreibt die Dunkelheit. So vertreibt Jesus die Dunkelheit der Sünde und des Todes und macht unser Leben hell. So ist Jesus das Licht der Menschen. Im Johannesevangelium (Joh. 8,12) sagt Jesus: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Jesus schenkt uns das Licht, das uns Kraft, Lebensorientierung und Rettung schenkt. In der Bibel bedeutet die Dunkelheit oft die Welt der Sünde und des Todes. Ohne Jesus sind wir in der Dunkelheit der Sünde und des Todes. Wenn wir nicht an Gott und Jesus Christus glauben, ist unser Leben unter dem Schatten des Todes und der Sinnlosigkeit. Wir werden orientierungslos, sinnlos leben und sterben und in die Hölle fahren.
Viele Menschen meinen, dass hervorragende Menschen das Licht der Welt wären. Aber nur Jesus Christus ist das wahre Licht der Menschen, denn er kann uns von der Finsternis der Sünde und des Todes befreien und uns das ewige Leben und den wahren Lebenssinn schenken. Er vertreibt die Dunkelheit von Sünde und Tod und schenkt uns ein seliges, wunderbares Leben, sodass wir glückselig leben können. Wir brauchen uns nicht mehr in der Finsternis der Sünde und des Todes zu quälen. Vielmehr sollen wir Jesus als unser Licht annehmen und seine wunderbare göttliche Welt genießen.
Mit dem Wort „Ihr seid das Licht der Welt“ meint Jesus auch, dass wir das Licht Christi widerstrahlen sollen.
Jesus sagt zu uns: „Man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter einen Behälter. Im Gegenteil: Man stellt sie so auf, dass sie allen im Haus leuchtet. Genauso soll euer Licht vor allen Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (15-16).
Gott hat uns zum Glauben an das Evangelium geführt, damit wir das wunderbare Licht des Evangeliums widerspiegeln. Wir sollen durch unser Wort und unsere Tat das Evangelium der Güte Christi bezeugen, damit möglichst viele Menschen an Gott und an das Evangelium Gottes glauben können. So können wir ein glückliches, ewiges Leben schmecken.
Ein beschmutzter Spiegel kann das Bild Gottes nicht richtig widerspiegeln. Natürlich können wir keine perfekten Menschen werden. Unser Unglaube oder unsere Sünde verursacht, dass andere Menschen in uns ein verzerrtes Bild Gottes schauen. Aber wenn wir Buße tun und die Gnade Gottes bezeugen, werden sie das richtige Bild Gottes schauen. Wir sollen unsere Herzen und unsere Taten immer wieder reinigen lassen, damit wir das herrliche Bild Christi wiedergeben können. Dadurch können wir Gott verherrlichen und andere Menschen zum Glauben an Gott und Jesus Christus führen. So können wir gute Zeugen Jesu Christi werden.
2. Jesu Stellung zum Gesetz (17-20)
Heute meinen viele Menschen, dass die Lehre des Alten Testaments für uns nicht mehr gültig wäre. Aber Jesus sagt klipp und klar: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (17).
Jesus ist nicht dazu gekommen, die Lehre des Gesetzes und der Propheten im Alten Testament ungültig zu erklären. Was Jesus gelehrt und getan hat – das steht im Neuen Testament. Und das Neue Testament löst das Gesetz und die Lehre des Alten Testaments nicht auf, sondern erfüllt sie.
Wir können die Gesetze des Alten Testaments grob in zeremonielle Gesetze und moralische Gesetze einteilen.
Die Gesetze über das Tieropfer sind Beispiele der zeremoniellen Gesetze. Jesus Christus hat diese zeremoniellen Gesetze vollständig erfüllt, denn er ist der vollkommene Hohepriester und zugleich das göttliche Opferlamm. Er hat sein Leben als Opferlamm Gottes geopfert und ist am Kreuz gestorben. So hat er uns ein für alle Mal erlöst. Darum brauchen wir kein Tieropfer mehr. Und wir brauchen die zeremoniellen Gesetze nicht mehr so einzuhalten wie in der alttestamentlichen Zeit. Vielmehr reicht es aus, dass wir an Jesu Opfertod und seine Auferstehung glauben.
Außer den zeremoniellen Gesetzen gibt es im Alten Testament auch moralische Gesetze. Die Zehn Gebote sind ein Beispiel für die moralischen Gesetze. Diese moralischen Gesetze gelten für uns weiterhin. Darum sollen wir die moralischen Gesetze, z. B. die Zehn Gebote, einhalten. Leider relativieren Menschen heute die Zehn Gebote, z. B. das Gebot „Du sollst nicht ehebrechen“. Aber die Zehn Gebote sind für uns allezeit verbindlich. Wir sollen nicht versuchen, göttliche Gebote durch irgendwelche weltlichen Gesetze zu ersetzen oder zu relativieren.
Wir sollen Jesu Wort in Vers 19 ernstnehmen: „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.“
3. Vom Töten (21-26)
Die Pharisäer relativierten die Zehn Gebote und behaupteten, dass sie keine Sünde begangen hätten. Beispielsweise behaupteten sie, dass man das Gebot „Du sollst nicht töten“ eingehalten hätte, obwohl man einen Menschen hart geschlagen hatte, falls wenn der Geschlagene nicht starb.
Was sagt Jesus dazu?
Er sagt: „Ich aber sage euch: Schon wer auf seinen Bruder zornig ist, den erwartet das Gericht. Wer zu seinem Bruder sagt: <Du Idiot!>, der wird vom Obersten Gericht abgeurteilt, und wer ihn verflucht, dem ist das Feuer der Hölle sicher.“
Es ist leicht, dass wir unsere Brüder, Schwestern, Freunde oder andere Menschen aus irgendeinem Grund hassen, schimpfen oder verfluchen. Und wir rechtfertigen unseren Schimpf und unseren Hass damit, dass der andere unseren Schimpf verdient hätte. Könnte sein, dass der andere etwas falsch gemacht hat. Wir sollen aber den Bruder oder die Schwester nicht hassen, sondern lieben und aufbauen. Wenn wir sie/ihn hassen und schimpfen, wird der Hass in unserem Herzen stecken bleiben. Und der Hass schadet uns sehr. Gott freut sich über uns gar nicht, wenn wir in unserem Herzen Hass gegen andere haben.
Jesus sagt zu uns: „Darum: Wenn du während des Gottesdienstes ein Opfer bringen willst und dir fällt plötzlich ein, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann lass dein Opfer liegen, gehe zu deinem Bruder und versöhne dich mit ihm. Erst danach bringe Gott dein Opfer“ (23-24).
Apostel Johannes sagt: „Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Menschenmörder, und ihr wisst, dass kein Menschenmörder ewiges Leben bleibend in sich hat“ (1. Joh. 3,15).
Darum sollen wir unseren Hass oder Ärger möglichst schnell aus unserem Herzen vertreiben und mit anderen versöhnen.
[1] http://www.vks-kalisalz.de/medien/die-salzwerkstatt/das-maerchen-vom-salz/
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