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12. Februar 2026
Leitverse
32: „Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Unzucht, der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.“
44: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“
Viele Menschen leben heute, ihrer menschlichen Natur folgend, so wie tote Fische widerstandslos von der Strömung fortgespült werden. Beispielsweise folgen sie ihrem Gefühl der falschen Liebe und machen ihr gesundes Eheleben kaputt. Das ist die heutige Situation der Welt.
Wie sollen wir als Christen leben? Sollen wir uns dieser Strömung anpassen?
Jesus lehrt uns, dass wir nicht wie tote Fische leben und der weltlichen Strömung widerstandslos folgen sollen. Vielmehr sollen wir wie lebendige Fische leben, die gegen die Strömung schwimmen.
Wir wollen heute kennenlernen, wie wir uns als lebendige Fische verhalten sollen.
1. Vom Ehebrechen (27-32)
Heute hören wir alltäglich von Ehebruch und Ehescheidung. Es gibt selten heile Ehen. Im Internet habe ich folgende Bemerkung gelesen: „In der Ehe-Wegwerfgesellschaft BRD haben wieder ,Promis‘ ihre Ehe auf den Abfall geworfen und suchen jetzt nach neuen Partnern.“
Auch viele Christen folgen dieser Tendenz, sodass nur wenige Ehen heile bleiben.
Jesus hat aber gesagt, dass wir das Salz der Erde sind. Wir sollen den salzigen Geschmack nicht aufgeben. Was bedeutet es praktisch, dass wir den salzigen Geschmack behalten? Wir sollen an der Lehre Christi festhalten und ein seliges Eheleben führen.
Im Allgemeinen versteht man unter Ehebruch, dass ein verheirateter Mensch außerhalb der Ehe Geschlechtsverkehr hat. Und Gott hasst den Ehebruch sehr. Darum hat Gott gesagt, dass ein Ehebrecher eine Todesstrafe verdient (3. Mose 20,10).
Jesus betrachtet nicht nur den tätlichen Ehebruch als schlimm, sondern auch die Begierde im Herzen. Darum sagt er: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist (2. Mose 20,14): <Du sollst nicht ehebrechen.> Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“
Wir sollen unsere ehebrechende Gedanken und Gefühle als Anfang des Ehebruchs ernstnehmen und uns von solchen Gedanken und Gefühlen fernbleiben. Wenn wir solche Gedanken und Gefühle als harmlos betrachten und sie genießen, haben wir im Herzen Ehebruch begangen und wir sind sehr anfällig, tätlich Ehebruch zu begehen. Darum sollen wir für solche Gedanken und Gefühle möglichst sofort Buße tun und unser Herz durch das Blut Christi reinigen lassen.
Wir sollen aber andere Menschen, die geschieden sind, nicht voreilig verurteilen wie Pharisäer. Jesus Christus will sie nicht verurteilen, sondern ihnen vergeben und sie erretten. Darum gab er sein Leben für die Sünder hin. Wir sollen die Barmherzigkeit Christi und seine rettende Liebe ausüben.
Jesus sagt in den Versen 29-30:
„Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verderbe und nicht der ganze Leib in die Hölle fahre.“
In Deutschland betrachtet man die Übertretung bestimmter Gebote von den Zehn Geboten als sehr schlimm und die Übertretung anderer Gebote harmlos. Beispielsweise betrachtet man einen Diebstahl, auch wenn es um eine Kleinigkeit geht, sehr schlimm. Dagegen verharmlost man die Untreue als normale Menschennatur. Wenn man so argumentiert, könnte man behaupten, dass der Diebstahl auch eine Handlung der normalen Menschennatur wäre.
Aber wir sollen uns nach der Lehre Jesu orientieren. Nach seiner Lehre ist sowohl unser Wunsch nach Diebstahl als auch unsere Neigung zur ehebrechenden Beziehung eine schlimme Sünde. Wir sollen solche Neigungen als Sünde erkennen und sie frühzeitig entschieden loswerden. Wir dürfen mit den sündigen Wünschen und Gefühlen nicht spielen. Jesus sagt zu uns: „Wenn dich dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus und wirf’s von dir!“ oder: „Wenn dich deine rechte Hand zum Abfall verführt, so haue sie ab und wirf sie von dir!“
Gott möge uns helfen, dass wir nicht mit unseren sündigen Wünschen spielen, sondern uns entschlossen davon reinigen lassen. Unsere Ehe ist ein kleines Paradies. Durch unser heiliges Leben sollen wir dies Paradies gut schützen. Das ist der Wille Gottes.
2. Vom Schwören (33-37)
Wenn Menschen ihre Worte nicht halten, können sie gegenseitig nicht vertrauen. Deswegen lehrt das Alte Testament, dass man keinen falschen Schwur machen und seinen geschworenen Eid unbedingt halten soll.
Manche Juden schworen bei dem Himmel oder bei der Erde und hielten ihren Schwur schließlich nicht mit der Argumentation, dass der Himmel und die Erde auch irgendwann verschwinden werden. Das war eine faule Ausrede.
Jesus sagt: „Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt“ (34a). Warum?
Er sagt in Vers 37: „Eure Rede aber sei: Ja, ja, nein, nein. Was darüber ist, vom Übel.“
Wir sollen klar „Nein“ sagen, was wir „nein“ sagen sollen, und „ja“, wenn wir „ja“ sagen sollen. Wir brauchen nicht, auf eine besondere Weise unsere „Ja-“ oder Nein-Antwort“ zu unterstreichen. Wir sollen einfach „ja“ oder „nein“ sagen und unser Wort halten. Durch die Einstimmigkeit unseres Wortes und unserer Tat können wir Gott Ehre geben und der Welt zeigen, dass wir Gotteskinder sind.
3. Vom Vergelten (38-42)
Wir geben anderen den Rat, sich nicht zu rächen, sondern dem Schuldigen zu vergeben. Aber wenn wir selbst von der Ungerechtigkeit getroffen werden, können wir dem Schuldigen nicht vergeben. Vielmehr wünschen wir uns, dass der Schuldige hart bestraft wird. Wenn dem Schuldigen etwas Unglück passiert, freuen wir uns insgeheim.
Jeder Mensch hat diese Neigung. Diese Neigung hat eine Doppelwirkung: eine positive Wirkung und eine negative Wirkung. Eine positive Wirkung heißt, dass Menschen wegen der möglichen Rache von ihrem bösen Vorhaben abgeschreckt werden. Eine negative Wirkung ist es, dass die Neigung den Teufelskreis der Rache in Gang bringt. Um diesen Teufelskreis zu brechen, erlaubt der Staat dem Betroffenen kein Recht, seinen Schuldigen persönlich zu vergelten, sondern staatliche Organe wie z.B. Polizei, Staatsanwalt und Richter müssen eine gerechte Strafe regeln.
Aber trotz solcher gesetzlicher Regelung können wir uns von unserer Rachsucht nicht befreien. Insgeheim wünschen wir uns, dass Gott den Schuldigen hart bestraft wie die Regel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“.
Was sagte Jesus zu uns? Jesus sagt zu uns: „Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lasse auch den Mantel. Und wenn jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will“ (39-42).
Für viele Leute scheint Jesu Wort hier schwer oder unmöglich zu befolgen. Es gibt viele Christen, die diese Lehre ignorieren und sich genau wie Ungläubige verhalten. Ihretwegen hat Gott unter den ungläubigen Menschen einen schlechten Ruf.
Wie sollen wir uns als Christen verhalten? Wir sollen bekennen, dass wir fehlerbehaftete Menschen sind und dieser Lehre oft nicht gehorcht haben. Wir sollen die Vergebung Christi erneut annehmen und an seiner Vergebung festhalten.
Aus Dankbarkeit für die Vergebung sollen wir Gott darum bitten, dass er uns Herz und Kraft geben möge, den Wunsch anderer gerne zu erfüllen. Wenn wir Gott vom Herzen darum bitten, wird er uns ein liebendes Herz und Kraft für unsere „Feinde“ geben. Wir können dies als „geistlichen Kampf“ oder „das Leben in der Gnade“ nennen.
Unser Glaubensleben ist wie eine doppelseitige Münze: Es besteht einerseits aus unserem guten Kampf des Glaubens und andererseits aus 100-prozentigr Gnade des Herrn. Wir sollen uns darum bemühen, seine Gebote zu befolgen, obwohl wir ihnen nicht vollkommen gehorchen können. Wenn wir versuchen, seinem Wort zu gehorchen, erfahren wir dann, dass Jesus selbst uns mit seiner Kraft hilft, seinem Wort zu gehorchen. Da begreifen wir, was es heißt, aus Gnade zu leben. Das ist eine Glaubenswelt.
4. Von der Feindesliebe (43-48)
Die Juden hatten gesagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“
Der erste Teil dieses Spruchs „Du sollst deinen Nächsten lieben“ stammt aus 3. Mose 19,18. Aber der zweite Teil „du sollst deinen Feind hassen“ steht nicht ausdrücklich im Alten Testament. Der Spruch „Du sollst den lieben, der dich liebt, und den hassen, der dich hasst“ spricht unsere Menschennatur gut an. Wir neigen dazu, diejenigen zu lieben, die uns lieben, und aber diejenigen zu hassen, die uns hassen.
Leider betrachten wir andere Menschen, die uns eigentlich nahestehen, oft als unsere Feinde und haben eine schlechte Beziehung zu ihnen.
Nehmen wir zum besseren Verständnis Beispiele der Verhältnisse zwischen Nationen. Deutschland hat Frankreich, Polen, Niederlande usw. als Nachbarländer. Sie sind also Nachbarländer Deutschlands. Aber Deutschland hatte viele Kriege gegen diese Nachbarländer. Das war katastrophal.
Man hat dann die EU erfunden, und die EU fungiert im erweiterten Sinn wie ein Staat, damit die nationale Grenze kein Zündstoff des Krieges mehr werden soll. Deutsche ärgern sich darüber nicht, dass ihr Territorium viel kleiner geworden ist als vorher. Und sie haben Frieden mit den Nachbarländern.
Russland und die Ukraine sind eigentlich Bruderländer. Die beiden sind slawische Nationen. Die beiden Länder haben Russischorthodox als Religion. Ukrainisch ist eine Schwestersprache von Russisch. Aber nachdem die Russen die Krim an Russland annektiert haben, sind die beiden Länder wie Feinde geworden, und die beiden Länder befinden sich derzeit in einem totalen Krieg.
Ein anderes Beispiel. Korea, Japan und China sind Nachbarländer. Und Koreanisch und Japanisch sind verwandte Sprachen. China, Korea und Japan sind alle von chinesischer Kultur geprägt, wie europäische Länder von lateinischer Kultur. China, Korea und Japan können eine brüderliche Beziehung haben. Leider mussten koreanische Befreiungskämpfer lange für die Unabhängigkeit gegen Japan kämpfen. China kämpfte im Zweiten Weltkrieg gegen Japan, seinen Angreifer. China hat wiederum während des Koreakriegs für Nordkorea gegen Südkorea gekämpft. USA und EU sind Verbündete. Aber zwischen USA und EU herrscht heut ein Streit wegen Grönlands, das Dänemark gehört, weil die USA Grönland haben wollen.
Leider verhalten sich einzelne Menschen nicht viel anders als Nationen. Oft haben wir eine friedliche Beziehung mit den Menschen, die uns fernstehen, weil wir keine Interessenkonflikte haben. Aber mit unseren Brüdern, Schwestern oder Freunden, die eigentlich unsere lieben Geschwister oder Freunde sind, haben wir oft schlechte Beziehungen. Warum? Weil wir uns durch sie verletzt fühlen, oder weil wir Interessenkonflikte mit ihnen haben.
Beispielsweise sind manche Geschwister wegen der Erbschaft ihrer Eltern verbittert, sodass sie kaum Kontakt mehr haben. In dieser Hinsicht haben Renate und ihre Schwester weise gehandelt, denn sie haben erklärt, dass sie auf ihren Anspruch auf die Erbschaft der Eltern verzichten, sodass Martin, ihr Bruder, allein das Elternhaus vererben darf. So hat Renate eine herzliche Beziehung zu allen ihren Geschwistern. Leider ist solch eine brüderliche Lösung ein seltener Fall. Ich habe kein Hindernis für die gute Beziehung mit meinem Bruder und meinen Schwestern, weil wir keine Erbschaft anzutreten hatten.
Jesus sagt zu uns: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, damit ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und regnen über Gerechte und Ungerechte“ (44-45).
Ich sage, dass es nicht einfach ist, die Feindesliebe zu praktizieren, weil das gegen unsere Menschennatur ist. Uns spricht der Spruch „Du sollst deine Freude lieben und deine Feinde hassen“ besser an. Oft ist es für uns fast unmöglich, dem Spruch der Feindesliebe zu gehorchen. Wie sollen wir uns verhalten? Sollen wir vor dieser Schwierigkeit kapitulieren und Freunde lieben und Feinde hassen?
Viele Christen kapitulieren. Deswegen gibt es kaum einen Unterschied zwischen manchen Christen und Nichtchristen. Diese Christen haben keinen christlichen Geschmack als Salz der Erde und Licht der Welt.
Aber Jesus empfiehlt uns nicht, einen bequemen, breiten Weg zu nehmen. Vielmehr empfiehlt er uns, einen schmalen Weg zu gehen. Er lehrt uns, dass wir unsere Feinde lieben und für sie beten sollen. Und er selbst hat uns ein gutes Beispiel hinterlassen. Am Kreuz betete er für die Leute, die ihn ans Kreuz geschlagen hatten: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lk. 34).
Mit unserer eigenen Kraft können wir seinem Liebesgebot nicht gehorchen. Wenn wir uns aber entschieden haben, seinem Gebot zu gehorchen, und zu dem Herrn dafür beten, hilft er uns durch seinen Heiligen Geist dabei, unsere Feinde zu lieben. Einige können seine Hilfe schnell erfahren, und andere aber später. Aber seine Hilfe ist gewiss. Er gibt uns Herz und Kraft, unsere Feinde zu lieben. Wir sollen unser Vertrauen auf Gott nicht aufgeben. Wir sollen zu Gott dafür beten, dass er uns dabei helfen möge, unsere Feinde zu lieben. Er wird uns gewiss helfen. Und wir können als Salz der Erde und Licht der Welt wirken und Jesus Christus glaubwürdig bezeugen. Dadurch werden Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen und Gott preisen. Wir sollen Jesu Wort „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen“ gehorchen. Gott möge uns als Salz der Erde und Licht der Welt kostbar gebrauchen.
Unsere Entscheidung!
Wir leben in einer realen Welt. In dieser Welt gibt es starke Strömungen. Sollen wir diesen Strömungen folgen, damit wir bequem leben können? Jesus empfiehlt uns nicht, dass wir der weltlichen Strömung widerstandslos folgen wie tote Fische. Vielmehr ermutigt er uns dazu, gegen die Strömung zu schwimmen, als lebendige Fische.
Wir sollen Jesu Wort vom Ehebruch und von der Feindesliebe vom Herzen annehmen und gehorchen. So können wir als Salz der Erde und Licht der Welt wirken.
Gott segne euch!
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