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15.10.2025
Leitvers 36: „und sprach: Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“
Das Glaubensleben bedeutet, dass man nach dem Willen Gottes fragt und danach handelt.
In der Bibel finden wir, dass Jesus öfters betete. Sein Gebet kurz vor seiner Gefangennahme im Garten Gethsemane zeigt uns, wie er seine Angst und seinen menschlichen Wunsch überwand und dem Willen Gottes zu unserer Erlösung gehorchte.
Wir wollen dem Willen Gottes gehorchen, um Gott zu gefallen und seinem Rettungswerk zu dienen. Deswegen brauchen wir Jesu Gebet in Gethsemane gut kennenzulernen und zu beten.
Gott möge uns zum guten Beter machen, sodass wir Gottes Willen gut erkennen und von ihm als Segen für viele gebraucht werden können.
1. Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus (27-31)
Vers 26 sagt: „Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.“
Und Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es steht geschrieben (Sacharja 13,7) <Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.>“ (27).
Das Wort „Ärgernis nehmen“ bedeutet eigentlich „anstoßen“ oder „stolpern“. Man kann dieses Wort je nach dem als „(ab)fallen“, „sich ärgern“ oder „verlassen“ übersetzen. An dieser Stelle kann man am besten mit „verlassen“ übersetzen.
Jesus sagte voraus, dass seine Jünger ihn verlassen werden, wenn er gefangengenommen wird. Er begründet seine Voraussage aufgrund der Schrift aus Sacharja 13,7.
Jesus sagte weiter: „Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa“ (28)
Galiläa war die Heimat aller Jünger Jesu. Seine Jünger werden, wenn Jesus gefangengenommen und getötet wird, ihn verlassen und verzweifelt nach ihrer Heimat Galiläa zurückkehren.
Aber Jesus versprach ihnen, dass er nach seiner Auferstehung vor ihnen nach Galiläa gehen und sie wieder sammeln werde, wie ein Hirte seine zerstreuten Schafe sammelt. Obwohl seine Jünger ihn im Stich lassen werden, wird er sie nie im Stich lassen, sondern sie wieder sammeln und führen. Jesus ist wirklich der gute Hirte für seine Schafe. Er ist unser ewiger Hirte.
Darauf reagierte Petrus und sagte zu Jesus:
„Wenn sie alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht!“ (29).
Petrus hatte seine Arbeitsstelle verlassen und sein Leben ins Spiel gesetzt, um Jesus nachzufolgen. Er war von seiner Opferbereitschaft für Jesus und von seiner Willenskraft fest überzeugt. Darum sagte er: „Wenn sie alle dich verlassen, so doch ich nicht!“
Was sagte Jesus zu ihm? Gab er ihm ein dickes Lob für seine Opferbereitschaft?
Jesus sagte zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“ (30).
Jesus kannte Petrus viel besser als Petrus selbst. Er wollte mit seiner Voraussage Petrus helfen, dass dieser seine Schwachheit wahrnehmen, wachsam bleiben und für sich selbst beten sollte.
Nahm Petrus das Wort Jesu ernst an?
Nein. Er sagte zu Jesus: „Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich verleugnen!“ (31a). Das Gleiche sagten alle anderen Jünger (31b).
Petrus konnte sein Selbstvertrauen sehr schlecht ablegen. Ein Selbstvertrauen ist kein Glaube an Jesus.
Wer sein Selbstvertrauen ablegen und sich auf Jesus verlassen kann, der hat den echten Glauben an Jesus.
2. Jesu Gebet in Gethsemane (32-42)
Nachdem Jesus die Verleugnung des Petrus angekündigt hatte, kam er mit seinen Jüngern zum Garten Gethsemane.
Der Garten Gethsemane lag östlich vom Tempelberg über dem Kidrontal am westlichen Fuß des Ölbergs.
Das Wort „Gethsemane“ bedeutet „Ölkelter“ oder „Ölpresse“. Dies deutet darauf hin, dass es sich um einen Ölgarten (also Olivenölgarten) handelte. Im Garten Gethsemane befindet sich heute inmitten uralter Olivenbäume die „Kirche aller Nationen“. Jesus gebrauchte Gethsemane als seinen Geburtsort.
Verse 32-34 berichtet uns: „Und sie, d.h. Jesus und seine Jünger, kamen zu einem Garten mit Namen Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: <Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe.> Und er nahm mit sich Petrus, Jakobus und Johannes und fing an zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: <Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet!>“
Gemäß dem Lukasevangelium sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Betet, damit ihr nicht in Anfechtung fallt“ (Lk. 22,40).
Jesus war wegen seines bevorstehenden Kreuzestodes sehr ängstlich und betrübt. Darum wollte er zu Gott beten, um seine Ängste zu überwinden und Gottes Willen gehorchen zu können. Dabei nahm er seine drei Jünger mit. Sie sollten wachen und beten, damit sie nicht in Anfechtung fielen. Er wollte sie zu guten Betern erziehen. Sie sollten ihn und sein Gebet miterleben, wie er den Kreuzweg geht. Sie sollten dadurch ihn und die Bedeutung seines Kreuzestodes kennenlernen. Darum nahm er sie zum Gebet mit.
Manche meinen, dass Jesus keine Angst vor dem Tod haben müsste, weil er Gottes Sohn ist.
Aber die Wahrheit, dass Jesus der Erlöser der Menschen ist, erklärt seine Angst vor dem Tod. Jesus bekam die Todesstrafe für die Sünde der Menschen, damit alle, die an ihn glauben, die Vergebung der Sünden erfahren und gerettet werden. Darum sollen wir Jesus für seinen Opfertod danken und durch den Glauben an ihn die Vergebung und das ewige Leben annehmen.
Er ist eigentlich Gott, aber kam als Mensch in die Welt, trug alle Schuld der Menschen auf sich und starb am Kreuz. Wegen seines bevorstehenden Kreuzestodes war seine Seele betrübt bis an den Tod. Als er einen Tag später in Golgatha am Kreuz hing, schrie er wegen der entsetzlichen Schmerzen „Eli, Eli, lama asabtani“ (übersetzt „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (15,34)).
Wir sollen Jesus danken und seinen Tod für unsere Sünden dankbar annehmen.
Erzählte Jesus seinen Jüngern, von seiner Qual, um von ihnen Trost zu bekommen?
Verse 35-37 berichten uns: „Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf die Erde und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an ihm vorüberginge, und sprach: „Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst.“
Jesus brachte seine Not und seine Ängste zu Gott und sagte zu ihm: <Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir.> Mit dem Kelch ist hier der Kreuzestod gemeint. Jesus bekannte ehrlich seine Schwachheit und seine Angst vor dem Tod und bat Gott um Gnade. Weil Jesus vor Gott demütig war, konnte er seine Schwachheit und seine Furcht ehrlich bekennen und Gott um Hilfe bitten. Wer demütig vor Gott ist, kann ein guter Beter werden.
Viele meinen, beten bedeute, Gott dazu zu zwingen, seine Wünsche oder seinen Willen zu erfüllen. Sie versuchen, durch das Gebet hauptsächlich ihre eigenen Wünsche oder ihre menschlichen Willen durchzusetzen. Aber Jesus betete zu Gott: „Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“
Jesu Gebet erinnert uns an das „Vaterunser“: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“ (Mt. 6,10b).
Wie groß die Not und wie unerträglich seine Angst vor dem bevorstehenden Tod auch war, betete Jesus in erster Linie für die Erfüllung des göttlichen Willens. Deswegen gefiel er Gott sehr und erfüllte die göttliche Mission und verherrlichte Gott.
Als Jesus in Gethsemane betete, um seine Schwachheit und seinen eigenen Willen zu überwinden und Gottes Willen zu gehorchen, musste er einen harten Gebetskampf kämpfen. Deswegen beschrieb Lukas in seinem Evangelium über sein Gebet: „(Und) er rang mit dem Tode und betete heftiger. Und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde fielen) (Lk. 22,24).
Jesu Gebet in Gethsemane war ein harter Kampf! Er kämpfte, um seine Schwachheit, seine Angst und seinen menschlichen Willen zu überwinden und Gottes Willen zu gehorchen. Wahrscheinlich flüsterte der Satan wie folgt ins Ohr: „Du bist zu schwach, du kannst die Todesqual nicht ertragen. Ist dein Gott Liebe? Warum will er dich am Kreuz quälen lassen? Ich habe dir schon öfters gesagt, dass du nicht den Kreuzweg gehen sollst.“ Die Worte des Teufels waren sehr überzeugend.
Jesus aber kämpfte, um alle Zweifel zurückzuschlagen und absolut an Gott und seine Liebe zu glauben.
Deswegen hat der Verfasser des Hebräerbriefes geschrieben: „Und er hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt“ (Hebr. 5,7-8).
Wir können uns den Verlauf des Gebets Jesu etwa so vorstellen: Zu Beginn seines Gebets erzählte er Gott von seiner Not und seiner Schwachheit. Im Laufe des Gebets erinnerte er an Gottes Liebe und seine Verheißungsworte und kämpfte auf Leben und Tod gegen alle Zweifel und Unglauben. Dadurch konnte er Gottes Willen und seine vollkommene Fügung erkennen und seine Liebe annehmen. Darum entschied er sich klar für Gottes Willen und den Gehorsam und bat Gott um seine Hilfe und seine Stärkung. So konnte er schließlich mit Siegeszuversicht sein Gebet beenden. Jesus war vor seinem Tod ganz schwach. Darum wurde er am Karfreitag gegen 9 Uhr ans Kreuz genagelt und starb Nachmittag gegen 15 Uhr.
Was bedeutet der harte Gebetskampf Jesu für uns? Sein Gebetskampf in Gethsemane hat zwei Bedeutungen für uns:
Als Erstes bedeutet sein Gebetskampf, dass Jesus dafür kämpfte, freiwillig als Gottes Lamm für unsere Sünde zu sterben. Jesus wurde nicht gezwungen, am Kreuz zu sterben. Wenn er nicht hätte sterben wollen, bräuchte er auch nicht zu sterben. Darum hatte er in Joh. 10,18 über seinen Tod gesagt: „Niemand nimmt es (d.h. das Leben) von mir, sondern ich selber lasse es.“
Weil er Gott sehr liebte und seinem Willen gerne gehorchen wollte, starb er am Kreuz als Gottes Lamm für die Sünde der Menschen. Jedoch fiel es für ihm sehr schwer, alle Strafe für die Sünde der Menschen auf sich zu nehmen und am Kreuz qualvoll zu sterben. Darum kämpfte er durch das Gebet gegen seine Ängste und seine Schwachheit, um dem Willen Gottes zu gehorchen. Hätte er diesen Kampf gescheut und nicht gebetet hätte, wäre das Kreuz leer geblieben und unsere Sünde wäre nicht getilgt worden. Gott sei Dank, dass Jesus den Gebetskampf kämpfte und dem Willen Gottes gehorchte und am Kreuz starb.
Als Zweites bedeutet Jesu Gebetskampf Jesu in Gethsemane, dass wir dem Vorbild des Gebets Jesu folgen sollen. Wir sollen unsere Schwachheit vor Gott bekennen und Gott um seine Hilfe bitten. Gott erhört dann unser Gebet gewiss. Wenn wir aber meinen, dass wir stark genug seien, unsere Probleme selbst zu lösen, können wir Gott nicht ganz vertrauen. Deswegen können wir Gott nicht richtig um seine Hilfe bitten. Unsere Schwachheit vor Gott zu bekennen und Gott um seine Hilfe zu bitten – das ist das Geheimnis des erhörenden Gebets.
Was taten die Jünger Jesu, während Jesus auf Leben und Tod kämpfte?
Jesus kam vom Gebet zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus, Simon: “Schläfst du? Vermochtest du nicht, eine Stunde zu wachen? „Wachet und betet, dass ihr nicht in Versuchung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach“ (37-38).
Jesus ging wieder hin und betete und sprach dieselben Worte.
Und er kam zurück und fand seine Jünger schlafend. Jesus ging nochmals zum Gebet und kam zurück und fand die Jünger schlafend.
Er sagte:
„Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, er Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe.“ (41-42).
Nach dem Gebet handelte Jesus entschieden und trat der Gefangennahme mutig entgegen.
Wenn wir durch das Gebet Gottes Willen erkannt haben, sollen wir seinem Willen entschieden folgen und mutig handeln. Gott segnet solche Handlungen reichlich und rettet viele Menschen von der Sünde und der Todesmacht. Amen!
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