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23.10.2025
Leitverse 61b-62: „Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin’s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.“
Wir erfahren in der Welt viele Ungerechtigkeit und Sünde. Deswegen werden wir leicht ärgerlich, verzweifelt oder deprimiert. Wie können wir solche Probleme richtig lösen?
Dadurch, dass wir Gottes Gnade und seine Liebe in Christus Jesus erfahren und dankbar werden.
Jesu Geburt durch die Jungfrau Maria durch den Heiligen Geist lehrt uns, dass Jesus Gottes Sohn ist und als Opferlamm Gottes für unsere Sünde starb.
Heute wollen wir durch Jesu Gefangennahme und seinen Verhör Gottes Gnade voll tanken.
1. Jesu Gefangennahme (43-52)
Jesus betete im Garten Gethsemane. Nun sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, der mich verrät, ist nahe“. Da kam Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar von Tempelwächtern mit Schwertern und mit Stangen; diese wurden von den Hohenpriestern und Ältesten gesandt.
Der Verräter hatte mit den Tempelwächtern ein Zeichen verabredet: „Welchen ich küssen werde, der ist’s, den ergreift und führet ihn sicher ab.“
Als Jesus Judas entgegenging, trat dieser zu Jesus und sprach „Rabbi“, und küsste ihn. Die Tempelwächter legten Hand an Jesus und ergriffen ihn. Einer aber von den Jüngern zog sein Schwert und schlug nach dem Tempelwächter und hieb ihm sein Ohr ab.
Gemäß dem Bericht des Johannesevangeliums war der Jünger, der sein Schwert zog und dem Tempelsoldaten ein Ohr abhieb, war Petrus, und der Tempelsoldat hieß Malchus (Joh. 18,10). Jesus aber berührte das Ohr des Malchus mit seiner Hand und heilte (Lk. 22,51).
Gemäß des Matthäusevangeliums sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Stecke dein Schwert an seine Scheide! Denn wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen. Oder glaubst du nicht, dass ich meinen Vater nicht bitten könnte, dass er mir sofort mehr als zwölf Legionen[1] Engel (also 72.000 Engel) schickte?“ (Mt. 26,52-53).
Jesus sagte zu den Tempelwächtern: „Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fangen. Ich bin täglich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Aber so muss die Schrift erfüllt werden.“
Da sagten seine Jünger zu sich selbst: „Rette sich, wer kann!“ und flohen alle. Markus selbst, der dieses Buch geschrieben hat, floh nackt davon, als sein Mantel ergriffen wurde.
Aber weil Jesus dem Willen des Vaters freiwillig gehorchen wollte, ergab er sich der Verhaftung. Er wollte für deine und meine Sünden freiwillig sterben, damit wir die Sündenvergebung und das ewige Leben empfangen können. Er starb also aus Liebe zu uns freiwillig.
2. Jesus vor dem Hohen Rat (53-65)
1) Petrus verleugnet Jesus (53-54)
Jesus wurde nach der Gefangennahme zu den Hohenpriestern geführt. Das Johannesevangelium nennt die Namen der Hohenpriester: Jesus wurde zunächst zu Hannas, dem Ex-Hohenpriester, und danach zu dem amtierenden Hohenpriester namens Kaiphas, dem Schwiegersohn von Hannas (Joh. 18,13) geführt.
Es versammelten sich bei dem Hohenpriester alle Ex-Hohenpriester, Ältesten und Schriftgelehrten. Der Hohe Rat war der oberste Rat der Juden nach der babylonischen Gefangenschaft. Er wurde aus 71 Männern aus den Reihen der vornehmsten Priester, der führenden Schriftgelehrten, d.h. der Theologen des Judentums, und der vornehmsten Ältesten der Juden gebildet. Der amtierende Hohepriester war der Vorsitzende. Eigentlich war das Amt vom Hohenpriester lebenslänglich. Aber die Römer setzten ihn ab und setzten einen neuen ein. Hanna war der Abgesetzte und Kaiphas der Amtierende. Hannas war der Schwiegervater von Kaiphas und übte seinen Einfluss stark aus.
Wie verhielt sich Petrus, der vorher geschworen hatte: „Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen“?
Der Vers 54 berichtet uns: „Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer.“
Er fasste allen Mut zusammen und folgte Jesus, obwohl alle anderen Jünger weggelaufen waren. Leider folgte er Jesus mit Abstand, weil er Angst vor der Verhaftung und dem Tod hatte. Als eine Magd zu ihm sagte: „Du bist bestimmt einer der Jesu Jünger!“, verleugnete er das. So verleugnete er seine Identität. Wenn man Jesus nicht verleugnen möchte, soll man nicht mit Abstand folgen.
2) Ihr werdet sehen den Menschensohn sitze zur Rechten der Kraft (55-65)
Lasst uns nun den Verhör Jesu vor dem Hohen Rat zuschauen. Die Verse 55 und 56 berichten: „Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn, aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein.“
Die Hohenpriester und der Hohe Rat hatten bereits beschlossen, Jesus zu töten. Aber sie konnten keinen richtigen Grund für das Todesurteil finden.
Darum wollten sie Jesu Worte verdrehen und ihn zum Tode verurteilen. Dazu stellten sie einige falsche Zeugen auf:
„Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und sprachen: <Wir haben gehört, dass er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist.>“
Apostel Johannes berichtet uns in seinem Evangelium über den Sinn des Wortes wie folgt: „Brecht (ihr) diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten“ (Joh. 2,19). Mit diesem Wort meinte Jesus, dass er am dritten Tag auferstehen werde. Also meinte er mit dem Tempel seinen Leib. Aber die falschen Zeugen verdrehten Jesu Worte.
Der Hohepriester fragte Jesus: „Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?“
Aber Jesus schwieg still und antwortete nichts.
Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: „Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?“
Da antwortete Jesus: „Ich bin’s; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.“
Mit dieser Antwort machte Jesus klar, dass er Gottes Sohn und der Christus ist. Außerdem verkündete er allen, dass er nach seiner Auferstehung von den Toten gen Himmel fahren, zur Rechten Gottes sitzen und dann mit den Wolken des Himmels wiederkommen wird.
Hier können wir drei wichtige Punkte über Jesus nennen:
Erstens: Jesus wollte als Opferlamm für die Sünde der Menschen sterben.
Jesus wusste ganz genau, dass der Hohepriester, wenn Jesus sich als Christus und Gottes Sohn bekennen würde, ihn zum Tode verurteilen würde. Er wusste aber, dass Gott seinen unschuldigen Tod als Sühneopfer für die Erlösung aller Menschen geltend machen werde. Jesus liebte Gott sehr und wollte daher Gottes Willen gerne gehorchen. Jesus liebte uns auch so sehr, dass er sein Leben für unsere Erlösung von der Sünden- und Todesmacht gerne opfern wollte. Aus Vertrauensgehorsam gegenüber Gott und aus Liebe zu uns wollte er gerne als Opferlamm für unsere Erlösung sterben. Deswegen steht in Joh. 3,16:
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Zweitens: Jesus wollte allen Anwesenden, inklusive des Hohenpriesters, die Gelegenheit geben, für ihren Unglauben Buße zu tun und an ihn zu glauben.
Jesus wusste genau, dass sein Bekenntnis ihn das Leben kosten wird. Er dachte aber nicht an sich, sondern an andere; er wollte möglichst viele der Anwesenden zum Glauben an ihn führen, damit sie vom Zorngericht Gottes errettet werden und das ewige Leben haben. Er liebte sie, obwohl sie ihn töten wollten. Aus Liebe zu ihnen bekannte er, dass er der Christus und Gottes Sohn ist. Er sagte mit seinem Bekenntnis etwa: „Ich bin der Christus und Gottes Sohn, Ich liebe euch sehr und möchte euch erretten. Glaubt an mich als Christus und Gottes Sohn. Dann werdet ihr gerettet!“
Drittens: Jesus wollte alle wissen lassen, dass er der wahre Herrscher und Richter ist und alle Menschen vor seinem Richterstuhl stehen müssen. Deswegen sagte er: alle werden sehen, dass er zur Rechten Gottes sitzen und dass er mit den Wolken des Himmels kommen wird. Seine Wiederkunft bedeutet für die Gläubigen die Stunde der Erlösung, aber für die Ungläubigen die Stunde des Gerichts.
Jesus ist der wahre Richter, der wiederkommt und sowohl Lebende als auch Tote richten wird. Der Hohepriester meinte, er sei der Richter. Aber Jesus Christus ist der wahre Richter. Er richtet sowohl Tote als auch Lebende. Beim Gericht Christi muss sich ein jeder Mensch für all seine schlechten Reden, bösen Gedanken, sündigen Taten und Unglauben verantworten und die gerechte Strafe dafür empfangen. Die gerechte Strafe für die Sünde ist die ewige Verdammnis zur Hölle. Aber diejenigen, die bereits für ihre Sünde Buße getan und durch den Glauben an das Blut Jesu die Vergebung empfangen haben, werden nicht gerichtet, sondern werden wegen des Blutes Jesu für unschuldig erklärt und werden sofort ins Himmelreich aufgenommen (Joh. 5,24).
Viertens: Jesus wird wiederkommen, um alle Kinder Gottes zu sammeln und sie ins Himmelreich zu führen. Er hatte bereits in 13,26.27 gesagt: „Dann werden sie sehen den Menschensohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und dann wird er die Engel sehen und wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.“
Die Wiederkunft Jesu ist für die Ungläubigen die Stunde des Gerichts und für die Gläubigen aber die Stunde der vollkommenen Erlösung. Deswegen sagte Apostel Paulus in 2. Tim. 4,7.8:
„Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich haben Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebhaben.“ Halleluja, Amen!
Als der Hohepriester Jesu Zeugnis hörte, zerriss er seine Kleider und sprach: „Was bedürfen wir weiter Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil?“.
Da verurteilten sie ihn alle, dass er des Todes schuldig sei (63.64).
Da fingen einige an, ihn anzuspucken und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: „Weissage uns!“ Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.
So wurde die Weissagung des Propheten Jesus über den Messias erfüllt:
„Er war der Allerverachteste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsere Missetat willen verwundet und um unsere Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“
Weil Jesus für unsere Sünde bestraft wurde, haben wir Vergebung und Rettung! Ich danke Gott für den Opfertod Jesu!
[1] Eine Legion bestand damals ca. 6000 Elitensoldaten
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