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7. März 2026
Leitvers 8: „Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“
Jesus predigte bisher auf einem Berg in der Nähe von Kapernaum, angefangen mit den Seligpreisungen. Das 5. bis 7. Kapitel geben uns seine Predigt wieder.
Nach seiner Bergpredigt kommt Jesus vom Berg herunter und geht zu seiner Stadt Kapernaum. Da begegnet er zunächst einem Leprakranken und heilt ihn mit Barmherzigkeit. Danach traf er einen römischen Hauptmann und gab ihm ein großes Lob für seinen Glauben und heilte seinen kranken Knecht.
Wir wollen nun durch die beiden Heilungen den Wert des Glaubens an Jesus Christus und seine Barmherzigkeit und seine Allmacht näher kennenlernen. So wollen wir barmherzigen, allmächtigen Jesus als unseren Heiland annehmen und durch diesen Glauben leben.
1. Heilung eines Aussätzigen (1-4)
Ich zeige euch ein Foto von dem Ort, wo Jesus seine Bergpredigt gehalten hat. In unseren Augen ist er kein Berg, sondern eher ein Hügel oder ein Feld. Deswegen nennt Lukas in seinem Lukasevangelium Jesu Predigt „Feldpredigt“.
Nach der Bergpredigt steigt Jesus vom Hügel herunter. Ihm folgt eine große Menschenmenge, die seine wunderbare Lehre gehört hat.
Während Jesus noch vom Hügel herunterläuft, kommt ein Leprakranker herbei, fällt vor ihm nieder und sagt: „Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen!“
„Ein Leprakranker ist sterbenskrank“, so glaubte man damals, weil er medizinisch nicht mehr zu retten war. Dazu war die Krankheit ansteckend. Deswegen hat man einen Leprakranken aus der Stadt verbannt. Er durfte sich nicht mehr in der Stadt blicken lassen. Er war ein Ausgestoßener, eine menschliche Ruine.
Warum wurde ein Leprakranker so ätzend behandelt? Ein Aussätziger sieht ätzend aus, denn die Krankheit hat ihm die Hände und Füße abgefressen. Das Gesicht ist entstellt und die Glieder sind verstümmelt. Selbst Familienangehörige empfinden Ekel vor ihm. Die Leute haben Angst, angesteckt zu werden. Es kostet große Überwindungskraft, diesen Kranken zu berühren oder in seiner Nähe aufzuhalten.
Man hat damals solch einen Menschen gezwungen, sich aus der Gemeinschaft der gesunden Menschen zu entfernen. Man brachte ihm zwar etwas Essen vorbei, aber hielt immer Abstand zu ihm. Er ist körperlich und seelisch am Ende. Er ist lebendig tot.
Der Aussätzige in unserem Text hat bezüglich seiner Heilung eigentlich keine Hoffnung mehr. Da hört er von Jesus. Da bekommt er den Wunsch, durch Jesus geheilt zu werden. Er bekommt auch den Glauben, dass Jesus ihn sicher heilen kann. Er überwindet auch seine negativen Gedanken und wartet darauf, dass Jesus seine Bergpredigt beendet und vom Berg herunterkommt. Als er nun Jesus kommen sieht, rennt er ihm entgegen, fällt vor ihm nieder und sagt: „Herr, wenn du willst, kannst du mich heilen!“
Mit diesem Wort sagt er, dass er die Barmherzigkeit Jesu unbedingt braucht. In den Augen anderer Menschen ist er aber nicht würdig, die Heilung zu erfahren. Viele Menschen meinen, dass er sogar von Gott verflucht sei. Der Aussätzige hat aber gehört, dass Jesus allerlei Kranke und Sünder herzlich annimmt, ihnen ihre Sünde vergibt und sie heilt. Das ist wirklich eine gute Nachricht für ihn. Er glaubt fest an seine heilende Macht und seine Barmherzigkeit. Darum fasst er seinen Mut zusammen, läuft ihm entgegen und bittet ihn: „Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen!“
Wie reagiert Jesus auf seine Bitte? Sagt er etwa so: „Bitte, komm etwas später. Ich muss mich erst etwas ausruhen, denn ich bin jetzt totmüde“? Oder: „Ja, ich will dich heilen. Bitte, halte nur etwas Abstand von mir!“
Jesus weiß genau, dass der Aussätzige nach dem Gesetz überhaupt nicht dort sein darf. Doch statt ihn abzuweisen, ist er von seinem Erbarmen so ergriffen, dass er etwas Unvorstellbares tut.
Der Vers 3 lautet: „Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte den Mann an und spricht zu ihm: ‚Ich will’s tun! Sei rein vom Aussatz!‘“
Jesus hat große Schmerzen und Sorge des Aussätzigen voll empfunden und hat großes Erbarmen mit ihm. Sofort erklärt er sein Wohlwollen, rührt den stinkenden Leprakranken mit seinen liebevollen Händen an und erklärt seine Heilung.
Vielleicht empfinden wir diese Berührung nicht so sehr bewegend, weil wir an Handschütteln oder Umarmen gewöhnt sind. Aber für diesen Aussätzigen bedeutet die Berührung Jesu das wunderbarste Erlebnis in seinem ganzen Leben.
In Indien gibt es auch heute immer noch viele Leprakranke. Ein deutscher Lepraspezialist berichtet uns von seinem Erlebnis. Vor der Untersuchung legte er einem Leprakranken seine Hand auf die Schulter und erklärte ihm, was er mit ihm vorhatte. Da fing der Kranke an zu weinen. „Hab ich etwas Verkehrtes gesagt?“, fragte der Arzt. Der Leprakranke aber antwortete ihm: „Ich weine, weil Sie mir den Arm um die Schulter gelegt haben. Seit Jahren hat mich niemand mehr berührt.“
Für den Aussätzigen hier hat die Berührung Jesu noch eine viel größere Bedeutung als die des deutschen Arztes. Für die meisten Menschen galt der Leprakranke in diesem Text als ein Ausgestoßener von Gott und Menschen. Denn sie betrachteten ihn als Sünder, weil sie meinten, dass er wegen der Sünde ein Aussätziger geworden sei. Aber Jesus betrachtet ihn nicht als Sünder, sondern als ein liebes Gotteskind. Er nimmt ihn herzlich an und berührt ihn liebevoll.
Der Kranke ist sehr berührt, weil Jesus ihn so herzlich angenommen und ihn liebevoll berührt hat. Ich glaube, dass Jesu Liebe und seine Kraft auf sein Herz und seinen Leib übergeströmt sind wie Fluten. Und seine Liebe und seine Kraft haben ein Wunder gewirkt: All sein Aussatz ist plötzlich spurlos verschwunden. Welch ein Wunder Gottes!
Jesus nimmt nicht nur diesen Menschen herzlich an, sondern jeden Menschen. Wir dürfen zu ihm kommen und seine Heilung und sein Heil erfahren.
Man sagt: „Wer nichts hat, kann nichts geben.“ Woher hat aber Jesus solch eine Liebe und Kraft?“
Seine Liebe und seine Kraft kommen von Gott her, denn er ist Gott. Er ist in die Welt gekommen, um den Menschen Gottes Liebe, seine Heilung und sein Heil zu schenken. Deswegen lautet Joh. 3,16: „Denn also hat Gott Menschen (wörtlich: die Welt) geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Jesus Christus ist also dazu gekommen, um uns die überströmende Gnade Gottes und die Gemeinschaft mit Gott zu schenken (2.Kor 9,8). Denn Gott ist die überströmende Quelle der Gnade. Jesus hat uns göttliche Liebe, seine Heilung und sein Heil gebracht. Er schenkt uns Gesundheit, Leben, Motivation und Kraft. Er schenkt uns auch das Himmelreich.
Jesus zeigt uns durch diese Geschichte seine göttliche Gnade. Er will aus unserem Leben allen Schatten des Todes beseitigen und unser Leben hell und glücklich machen. Er schenkt uns seine Heilung und Heil gerne! Er will unsere Herzen und unser Leben mit seiner Gnade und Kraft füllen. Wir sollen seine Liebe, seine Heilung und sein Heil dankend annehmen.
2. Der Glaube des römischen Hauptmanns (5-13)
Kapernaum[1]
Als Jesus in Kapernaum angekommen ist, tritt ein römischer Hauptmann zu ihm und bittet ihn: „Herr, mein Knecht liegt zu Hause gelähmt und leidet schreckliche Qualen.“
Dieser Hauptmann ist ein Offizier über 100 römischen Soldaten.
Im Allgemeinen waren römische Hauptmänner brutal, denn sie mussten jeden Aufstand niederschlagen. Folglich schätzten sie Menschen ihrer Kolonien gering.
Damals betrachteten die Leute ihre Knechte wie ihre Arbeitsmaschinen. Solange ihre Knechte jung und gesund waren, ließen sie ihre Knechte ohne Lohn viel arbeiten. Wenn aber ihre Knechte alt oder krank waren, machten sie mit ihren Knechten, wie man heute mit seinem alten, kaputten Auto macht.
Aber dieser Hauptmann ist eine seltene Ausnahme. Er liebt seinen Knecht wie sein eigenes Kind. Er schätzt auch das Gottesvolk sehr hoch. Gemäß dem Bericht des Lukasevangeliums hat er ein Gotteshaus für die Juden gebaut (Lukas 7,5). Als sein Knecht krank ist, kann er seine Qual nicht mit ansehen.
„Not lehrt beten“, sagt der Volksmund. Für ihn bedeutet das Beten, Jesus um Hilfe zu bitten. Denn er hat davon gehört, dass Jesus allerlei Kranke heilte. Nun erfährt er, dass Jesus gerade in seiner Stadt angekommen ist. Er zögert nicht, zu Jesus zu rennen und ihn um Hilfe zu bitten: „Herr, mein Knecht liegt zu Hause gelähmt und leidet große Qualen.“
Höchstwahrscheinlich hat Jesus schon von diesem gläubigen Hauptmann gehört, denn jedermann redet von ihm. Er will seine Bitte gerne erfüllen. So antwortet er ihm: „Ich will kommen und ihn gesund machen.“
Aber der Hauptmann sagt zu Jesus: „Herr, ich bin nicht wert, dich in meinem Haus zu empfangen. Sprich nur ein Wort, dann wird mein Knecht gesund“ (8).
Er erklärt seine Überzeugung von der Heilungskraft Jesu so: „Ich habe Soldaten unter mir, und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er; und zu einem anderen: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s.“
Der Hauptmann ist kompetent. Er weiß, dass seine Soldaten ihm gehorchen, wenn er einen Befehl gibt. Aber er kennt die Grenzen seiner Gewalt. Er kann seinen Soldaten befehlen, aber er hat keine Befehlsgewalt über die Krankheit. Darum braucht er eine andere Gewalt. Die andere Gewalt heißt die Kraft Gottes in Jesus. Er glaubt fest, dass Jesus die Kraft Gottes hat, seinen kranken Knecht zu heilen, und Jesus braucht nur ein Wort zu sprechen. Weil Jesus die Gewalt über Leben und Tod hat, braucht er nur ein Wort auszusprechen, um seinen kranken Knecht zu heilen. Jesu Wort wird trotz der weiten Entfernung zwischen jetzigem Ort und seinem Haus gewiss wirken.
Wir können aus dem Zusammenhang der ganzen Bibel besser verstehen, weshalb Jesu Wort solch eine Gewalt hat. Jesus ist das Wort des allmächtigen Gottes, wie Johannesevangelium 1,1 bezeugt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ (s. auch Offenbarung 19,13). Durch sein Wort hat Gott die Welt erschaffen (1. Mose 1,3). Jesus ist das Wort Gottes. Deswegen hat Jesu Wort die Gewalt des Schöpfergottes. Wenn er ein Wort spricht, geschieht das. Als er zu einem toten Menschen namens Lazarus, der schon seit vier Tagen gestorben und begraben worden war, sagt: „Lazarus, komm heraus!“, da kommt der Tote lebendig heraus (Joh. 11,43f.).
„Sprich nur ein Wort!“ – ein Wort Jesu genügt. Das gilt auch heute.
Als Jesus das Wort des Hauptmanns hört, wundert er sich über seinen Glauben und spricht zu allen: „Wahrlich, ich sage euch: Solch einen Glauben habe ich in Israel bei keinem gefunden“ (10).
Und er sagt zu dem Hauptmann: „Geh hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast!“
Wann wurde der Knecht des Hauptmanns gesund? Wurde er gesund, als bald der Hauptmann an die Heilungsmacht Jesu glaubte, oder als Jesus seinen Glauben segnete? Er wurde gesund, alsbald Jesus den Glauben des Hauptmanns segnete und die Heilung des Knechtes aussprach. Unseren Glauben erkennt unser Herr sofort. Aber er spricht die Heilung unserer Krankheit oder die Lösung unserer Probleme um seine Zeit, die er bestimmt hat. Aber seine Hilfe ist gewiss. Wir sollen an seine Hilfe fest glauben. Falls er uns nicht hilft, wie wir ihn erbeten haben, hilft er uns auf eine bessere Weise. Wir sollen an seine beste Hilfe fest glauben. Wenn wir Probleme haben, sollen wir zu Jesus kommen und ihn um seine Hilfe bitten. Wir sollen aber mit dem Glauben zu ihm kommen. Seine Hilfe ist sicher, wie er die Bitte des Hauptmanns erfüllt hat.
Unser Glaube an Jesu Barmherzigkeit und Allmacht
Was können wir nun die beiden Heilungsgeschichten Jesu zusammenfassend sagen? Sie lehren uns, dass wir an die Barmherzigkeit Jesu und seine Allmacht glauben sollen. Nehmen wir an, dass jemand barmherzig ist aber keine Fähigkeit hat, uns zu helfen. Es ist schön, dass er barmherzig ist. Leider kann er uns nicht helfen. Nehmen wir an, dass ein anderer sehr fähig ist, aber unbarmherzig. Das ist schrecklich. Er kann uns nur ein Schreck sein.
Aber Jesus Christus ist barmherzig und auch allmächtig. Er versteht unsere Not gut und will uns gerne helfen. Er ist Gottes Sohn und hat die Macht, uns zu helfen. Er kann uns bei verschiedenen Lebensproblemen helfen, wie z.B. Studienproblem, Visumproblem, Jobproblem, Gesundheitsproblem usw. Wir sollen bei jedem Problem zu ihm kommen und ihn um seine Hilfe bitten. Er wird uns seine Hilfe nicht verweigern.
Er kann uns insbesondere bei unserem Sündenproblem und unserem Todesproblem helfen und uns Vergebung und das ewige Leben schenken. Wir sollen den Glauben an seine Barmherzigkeit und seine Allmacht haben. Gott wird uns gewiss segnen. Halleluja, Amen!
[1] https://ssl.panoramio.com/photo/99983076
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