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07. April 2026
Leitverse 12-13: „Als das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt: <Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.> Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“
[1]Als der norwegische Kronprinz namens Haakon bekanntgab, dass er im Jahr 2001 eine bürgerliche Mette-Marit heiraten wolle – eine alleinerziehende junge Mutter – empörte sich der Hochadel weltweit. Aber allgemeine Bürger nahmen die Nachricht mit Verständnis auf und wunderten sich über die Entrüstung der Hochadel. Als später diese Märchenhochzeit tatsächlich stattfand, fand ihre Eheschließung eine herzliche Anteilnahme sowohl von den Adeligen als auch von den Bürgern: Millionen Menschen weinten während der Fernsehübertragung der Hochzeit. Das war ein glückliches Happy End. Wie war das Happy End möglich? Was war zwischen Empörung und Happy End geschehen?
Das Brautpaar war zuvor mit der Lebensgeschichte Mette-Marits an die Öffentlichkeit getreten. Die Medien erzählten daraufhin die Geschichte einer jungen Frau, die ohne eigene Schuld ins Unglück geraten war. Aber die Liebe des Königssohns und sein Großmut konnten das traurige Schicksal der Frau zu einem Happy End wenden. Es war ein Aschenputtel-Märchen.
Norwegischer Kronprinz Haakon und Mette-Marit[1]
Die Aschenputtel-Geschichte kann auch heute für uns eine Wirklichkeit werden, wenn wir Jesus Christus, unseren himmlischen Mann, heiraten. Wir waren eigentlich Bürgerliche wie Mette-Marit. Aber wir sind die Braut des himmlischen Kronprinzen geworden.
Heute will ich unsere eigene Aschenputtel-Geschichte erzählen. Dazu möchte ich euch zwei Geschichten vorstellen.
Erste Geschichte: Die Heilung eines Gelähmten (9,1–8)
Die erste Geschichte beginnt so: „Da stieg er (Jesus) in ein Boot, fuhr hinüber und kam in seine Stadt. Und siehe, man brachte einen Gelähmten zu ihm, der auf einer Liege lag“ (1–2a).
Jesus kehrte vom Ostufer des Sees in seine Stadt zurück. „Seine Stadt“ ist Kapernaum, denn er wirkte hauptsächlich in Kapernaum (siehe 4,13). Er wohnte nun in einem Haus. Leute kamen mit einem Gelähmten und wollten ihn zu Jesus bringen, damit er ihn heilen konnte.
Betrachten wir zunächst die Situation des Gelähmten. Da er seine Füße nicht richtig benutzen konnte, war er ständig auf die Hilfe anderer angewiesen. Ich denke, anfangs dankte er den anderen für ihre Hilfe. Doch mit der Zeit nahm er ihre Hilfe als selbstverständlich hin. Statt dankbar zu sein, begann er, über alles zu murren. Dann wurden alle, die ihm halfen, müde. Er brauchte nicht nur die Heilung seiner Beine, sondern auch die Heilung seiner Seele.
Dann hörten seine engsten Freunde, dass Jesus Kranke heilte. Sie glaubten fest daran, dass Jesus dem Gelähmten helfen konnte. Deshalb wollten sie ihn zu ihm bringen. Ihre Liebe zu ihm war wunderbar und ihr Glaube an Jesus unerschütterlich.
Das Markusevangelium berichtet detailliert, wie sie den Gelähmten zu Jesus brachten (Markus 2,4). Sie trugen ihn auf einer Trage zu dem Haus, in dem Jesus gerade lehrte. Leider konnten sie wegen der vielen Menschen nicht zu ihm durchdringen. Gaben sie den Versuch auf, den Gelähmten zu Jesus zu bringen? Nein. Warum nicht? Weil sie den Gelähmten liebten und fest daran glaubten, dass Jesus ihn heilen konnte. Warten sie, bis Jesus seine Predigt beendet hatte? Nein, denn sie waren sich nicht sicher, ob Jesus ihren Gelähmten nach der Predigt heilen würde. Sie dachten, es sei jetzt oder nie. Deshalb waren sie entschlossen, den Gelähmten sofort zu Jesus zu bringen.
Dafür gibt es ein passendes Sprichwort: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Da hatten sie plötzlich eine geniale, etwas waghalsige Idee! Sie kletterten aufs Dach, machten ein Loch hinein und ließen den Gelähmten auf seiner Trage hinunter, während Jesus noch lehrte. Das störte Jesu Predigt erheblich.
Hat Jesus sie für diese ungeheuerliche Unterbrechung seiner Predigt kritisiert? Hat er vielleicht gesagt: „Warum unterbrecht ihr meine Predigt? Wartet, bis ich fertig bin!“
Doch in Vers 2b heißt es: „Als Jesus ihren Glauben sah …“ (2b).
Jesus betrachtete ihr Handeln nicht oberflächlich. Er achtete nicht auf ihre Herkunft oder ihr Verhalten. Vielmehr blickte er in ihre Herzen und erkannte ihren Glauben an ihn. Er erkannte auch ihre Liebe zu dem Gelähmten. Er freute sich sehr über ihre Liebe und ihren Glauben. Er hatte ihnen den Glauben an ihn und die Liebe zu Gott und zum Nächsten gelehrt. Nun sah er, dass die Freunde des Gelähmten an ihn glaubten und Gott und den Gelähmten liebten. Darum freute er sich sehr und segnete sogleich ihren Glauben.
Wir können die Gedanken anderer oder ihren Glauben nicht wirklich verstehen. Oft beurteilen wir andere nach ihrem sozialen Status oder Reichtum. Daher ist unser Urteil über andere Menschen oft oberflächlich. Jesus aber kennt die tiefsten Gedanken jedes Menschen. Wir können uns weder vor ihm verbergen noch ihn täuschen. Wir sollten stattdessen ehrlich vor ihm leben. Wir sollten an Jesus Christus glauben und Gott und unsere Mitmenschen lieben. Wir sollten in allem aus Glauben und Liebe handeln. Jesus wird uns gewiss segnen.
Wie segnete Jesus den Glauben der Freunde des Gelähmten?
Vers 2b sagt uns: „Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: ‚Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.‘“ Jesus segnete ihren Glauben und vergab dem Gelähmten seine Sünden.
Man könnte sich fragen, warum Jesus den Gelähmten nicht gleich heilte, sondern ihm stattdessen die Vergebung der Sünden anbot.
Warum?
Viele Menschen denken, körperliche Heilung sei wichtiger als die Vergebung der Sünden. Kurzfristig mag das stimmen, denn ohne Heilung hätte der Gelähmte ja weiterhin getragen werden müssen. Langfristig gesehen ist die Vergebung der Sünden jedoch viel wichtiger als körperliche Heilung. Seine körperliche Heilung würde ihm vielleicht maximal 100 Jahre lang helfen, die Vergebung der Sünden aber ewig währen.
Kennst du die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus aus Lukas, Kapitel 16?
In einer Stadt lebte ein reicher Mann. Er glaubte weder an die Hölle noch an das Himmelreich. Er trug stets die teuerste und neueste Mode und genoss die Freuden des irdischen Lebens.
In derselben Stadt lebte auch ein armer, elender Mann namens Lazarus. Er war am ganzen Körper krank. Er schleppte sich zum Haus des reichen Mannes, in der Hoffnung, etwas von seinem Essen zu bekommen. Doch der Hund eines reichen Mannes kam und leckte seine Wunden.
Eines Tages starb der arme Mann. Engel trugen ihn zu Abraham ins Himmelreich. Auch der reiche Mann starb und wurde prächtig bestattet. Doch er landete in der Hölle und litt dort bittere Qualen.
Wer von beiden ist wirklich glücklich?
Jesus wollte den Gelähmten wirklich glücklich machen. Er vergab ihm seine Sünden, sodass dieser ein Gotteskind wurde, das ewige Leben haben und ins Himmelreich kommen werde wie der arme Lazarus. Die Sündenvergebung ist immer der beste Segen für jeden Menschen.
Jesus vergibt unsere Sünden, wenn wir an ihn glauben und unsere Schuld gestehen. Prophet Jesaja sagte: „Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden“ (Jesaja 1,18).
Wenn Jesus unsere Sünden vergibt, nimmt er uns als Gotteskinder herzlich an und schenkt uns das Himmelreich. Gottes Gnade in Jesus Christus ist groß. Wir sollen diese Gnade durch den Glauben dankbar annehmen.
Als ich acht Jahre alt war, verletzte ich mich an des rechten Oberschenkelgelenks. Deswegen musste ich vier Jahre Schulpause machen. Wegen dieser Verletzung hatte ich Minderwertigkeitsgefühl.
Als ich 20 Jahre alt war, konnte ich mit Gottes Hilfe zum Glauben an Jesus Christus kommen. Da wurde ich sehr glücklich und hatte kein Minderwertigkeitsgefühl mehr. Vielmehr fühlte ich mich, dass ich im Paradies lebe. Mit 28 heiratete ich eine gläubige, hübsche Frau. Aus großer Freude arbeitete ich mit ihr zusammen dafür, in Deutschland Studenten Jesus Christus vorzustellen.
Die Schriftgelehrten jener Zeit aber meinten, dass Jesus mit seiner Erklärung der Sündenvergebung Gott lästere. „Gott lästern“ bedeutet abfällig über Gott zu sagen. Denn die Schriftgelehrten meinten, dass nur Gott allein das Recht hat, die Sündenvergebung auszusprechen. Das ist richtig. Aber sie machten einen großen Fehler, weil sie an die Wahrheit nicht glaubten, dass Jesus Gottessohn ist. Deswegen meinten sie, dass Jesus eigenmächtig die Sündenvergebung ausspreche.
Jesus wollte nicht nur dem Gelähmten helfen, sondern allen Anwesenden. Er wollte ihnen zeigen, dass sein Wort keine Gotteslästerung ist, sondern Gottes Wort. Er wollte allen zeigen, dass sein Wort Gottes Wort ist. Darum sagte er zu dem Gelähmten: „Steh auf, hebe dein Bett auf und geh nach Hause!“ (6).
Da stand der Gelähmte auf, trug sein Bett und ging nach seinem Haus. Die Volksmenge wunderte sich und pries Gott. Durch diese Heilung zeigte Jesus, dass sein Wort der Vergebung die Wirklichkeit ist und er Gottes Sohn ist.
Wir sollen an Jesus als Gottes Sohn und an sein Wort als Gottes Wort glauben. So werden wir die Freude der Vergebung und des ewigen Lebens genießen. Wir sollen uns entscheiden, ob wir an Jesus als Gottes Sohn nicht glauben oder an ihn als Gottes Sohn glauben. Gott möge uns dabei helfen, an Jesus Christus und seine Macht der Sündenvergebung zu glauben. Wenn wir an ihn glauben, haben wir das ewige Leben und das Himmelreich. Das ist eine wunderbare Gnade Gottes.
Zweite Geschichte: Die Veränderung des Matthäus (9,9-13)
Nach der Sündenvergebung und der Heilung des Gelähmten half Jesus einem gesunden, aber in der Sünde lebenden Menschen, sodass er die Vergebung und das ewige Leben erfuhr und glücklich wurde. Sein Name hieß Matthäus.
Nach der Sündenvergebung und der Heilung des Gelähmten verließ Jesus das Haus und ging eine Hauptstraße entlang. Damals verlief die Hauptstraße zwischen Ägypten und Syrien durch die Stadt Kapernaum. Darum gab es in Kapernaum einen Zoll und ein Zolleinnehmer kassierte Zoll für die passierenden Güter.
Heute ist ein Zollbeamter ein normaler Beruf. Aber zu jener Zeit war das ganz anders. Die Juden glaubten, dass nur Gott allein Recht habe, die Gabe von Menschen zu nehmen. Aber Zöllner sammelten den Zoll weder für Gott noch für die Juden sondern für die Besatzungsmacht. Und sie versteckten einen Teil des gesammelten Gelds in ihre eigene Tasche. Darum hielten die Juden Zöllner für Sünder und Vaterlandsverräter. So durften Zöllner nicht ins Gotteshaus zum Gottesdienst kommen. Also: Zöllner waren vom Volk gehasst und geringgeschätzt. Matthäus war einer von ihnen. Er arbeitete am Zoll in Kapernaum.
Als Jesus beim Vorbeigehen Matthäus in seinem Zollhaus sitzen sah, sprach er zu ihm: „Folge mir!“
Was meinte Jesus mit seinem Wort „Folge mir“?
Jesus betrachtete Matthäus nicht als Vaterlandsverräter oder Sünder. Er verachtete ihn überhaupt nicht. Vielmehr schätzte er ihn hoch und liebte ihn sehr. Darum sagte er zu ihm: „Folge mir!“ Jesus meinte mit seinem Wort „Ich lade dich herzlich zu mir ein!“ Das war seine herzliche Einladung zu ihm.
Warum schätzte Jesus einen Egoisten hoch und nahm ihn so herzlich an? - Weil er ihm alle Schuld vergeben und ihn als sein eigenes Kind angenommen hatte. Wenn Jesus nur ein Mensch wäre, wäre seine Annahme ungerecht. Aber er ist eigentlich Gott. Er kam in die Welt als Mensch, um verlorene Menschen zu suchen und sie zu retten. Und er fand Matthäus! Er freute sich über ihn und lud ihn herzlich ein: „Matthäus, komm mit!“ Für Jesus war das bisherige Leben des Matthäus überhaupt kein Hindernis, ihn als seinen Freund anzunehmen. Vielmehr hatte er große Freude über ihn. Und er hatte auch einen großen Zukunftsplan mit ihm. Er hatte die Zuversicht, dass Matthäus eines Tages ein liebevoller Mensch, ein Apostel und ein großer Segen für unzählige Menschen sein werde. Solch eine große Hoffnung setzte Jesus auf Matthäus.
Matthäus hatte das Schuldgefühl vor Gott gehabt, obwohl er viel Geld hatte, denn er wusste, dass er ein hoffnungsloser Fall war. Trotz seines schlechten Gefühls konnte er sich selbst nicht helfen.
Da kam Jesus zu ihm und nahm ihn herzlich an. Da spürte Matthäus Gottes Gnade. Gottes Gnade gab ihm plötzlich neue Kraft für einen neuen Anfang. Darum entschied er sich, mit seinem bisherigen egoistischen Leben einen Schluss zu machen und ein Freund Jesu und sein Nachfolger zu werden. Weil er viel Freude über Jesu Gnade hatte, bedeutete Geld für ihn nichts. Vielmehr war er für die Annahme Jesu sehr dankbar.
Was macht man, wenn man heiratet? Man lädt viele Leute ein und feiert seine Hochzeit. Auch Matthäus feierte ein Fest für seine Rettung. Dazu lud er Jesus, seine Zöllner-Kollegen und andere Leute herzlich ein. Das war ein himmlisches Fest. Die meisten Gäste hatten große Freude über die Rettung Matthäus und Gottes Gnade.
Aber einige kritische Leute waren auch da. Sie hießen Pharisäer. Sie waren nicht fröhlich. Sie waren selbstgerecht. Sie betrachteten sich selbst nicht vor Gott. Deswegen erkannten sie ihre eigenen Sünden nicht. Aber sie betrachteten andere Menschen scharf und verurteilten sie als Sünder. Sie sagten zu den Jüngern Jesu: „Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern!“ Sie glaubten an Jesus als Gottes Sohn nicht. Sie schätzten Gottes Gnade auch nicht.
Als Jesus ihr Wort hörte, antwortete er ihnen: „Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken!“ Und er sagte weiter: „Begreift doch endlich, was Gott meint, wenn er sagt: <Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer.> Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.“
Jesus ist in die Welt gekommen, um alle Sünder wie Matthäus mit göttlicher Barmherzigkeit anzunehmen und sie zu retten. Er wollte durch die Rettung Matthäus alle dazu ermutigen, seine Barmherzigkeit anzunehmen und errettet zu werden.
Jesu Gnade hat große Veränderungskraft. Sie veränderte einen Zöllner zu einem Saint. Darum verbreitete Matthäus diese gute Nachricht überall. Er schrieb später etwa 60-66 n. Chr[2] auch ein Buch namens Matthäusevangelium. Unzählige Menschenwurden durch sein Buch gerettet und verändert. Sie sind durch die Gnade Christi Heiligen geworden.
Jesu Heiratsantrag an uns
Jesus hat große Barmherzigkeit mit allen Sündern und nimmt sie herzlich an. Manche Menschen lieben Geld mehr als Gott. Andere schätzen weltliche Ehre mehr als Gott. Wegen unseres verkehrten Wertmaßstabs entfernen wir uns von Gott und geraten in Sünden. Wir meinen, dass wir wegen unserer Sünde hoffnungslos seien. Und andere Menschen halten uns für zukunftslos. Aber Gott betrachtet uns hoffnungsvoll und liebt uns sehr. Er hat Jesus Christus in die Welt gesandt, um uns von der Sünde zu erretten. Jesus Christus nimmt uns herzlich an, selbst wenn wir schlimme Sünder wären. Er, der himmlische Kronprinz, trägt uns an, seine Braut zu werden wie der norwegische Kronprinz! Wir sollen seinen Antrag dankend annehmen. Wir sollen Jesus in unsere Herzen als unseren Heiland und unseren Bräutigam annehmen und ihm folgen. Er wird uns herzlich annehmen und uns großartig segnen. Amen!
[1] https://weddinglounge.wordpress.com/tag/mette-marit/
[2] G. Maier, Matthäusevangelium 1. Teil S. 10 vgl. W. Hendriksen, Matthew, S. 97
[1] books.google.de/books?isbn=3834967904, S. 74-75
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