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15. April 2026
Leitverse 37-38: „Da sprach er zu seinen Jüngern: <Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.>“
Erntearbeiter zur Ernte [1]
Jesus kam in die Welt, machte Blinde sehend und verkündete Menschen die Frohe Botschaft. Seine messianische Arbeit war aber zeitlich und räumlich stark begrenzt. Er brauchte deswegen viele Erntearbeiter, um alle Menschen auf dieser Erde mit seiner Frohen Botschaft zu erreichen. Darum sagte er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind die Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“
Jesus sagt auch zu uns: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind die Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sendet.“
Wir sollen Jesu Wort für die Erntearbeiter ernstnehmen und dafür beten. Wir wollen heute erfahren, weshalb Jesus seine Jünger bittet, für weitere Erntearbeiter zu beten.
Gott möge uns dazu helfen, als Erntearbeiter zu wirken und für weitere Erntearbeiter zu beten.
1. Die Heilung von zwei Blinden und einem Stummen (9,27-34)
Jesus hatte vorher das tote Mädchen des Jairus zum Leben erweckt. Danach zog er weiter. Da folgten ihm zwei Blinde.
Blind zu sein ist ein hartes Leben. Ich stelle euch einen Roman[1] vor. Er heißt „Die Stadt der Blinden“ vom portugiesen Schriftsteller Jose Saramago, der 1998 den Nobelpreis für die Literatur erhielt:
An einer Kreuzung wurde ein Autofahrer plötzlich blind. Nach und nach werden alle Leute, die in seiner unmittelbaren Umgebung waren. Es gibt weder eine Erklärung für die plötzliche Erblindung noch ein Heilmittel gegen die Krankheit.
Die ratlose Regierung sperrt die Erkrankten in einem Irrenhaus ein, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Aber immer mehr Menschen werden blind, sodass das Irrenhaus voll wird. Bald herrschen Aggression und Gewalt im Irrenhaus, und eine Gruppe Blinder übernimmt die Kontrolle über die Lebensmittelversorgung, um zu überleben, während die anderen Menschen verhungern.
Mitten in all dem Chaos gibt es doch eine Frau, die sehen kann. Sie hat die Blindheit nur vorgetäuscht, um ihren Mann begleitend in das Irrenhaus hineinkommen zu können. Sie aber verrät nichts davon, hilft jedoch im Verborgenen, wo sie kann. Als sie den Anführer der verbrecherischen Bande umbringt, löst ein regelrechter Krieg aus und die Anstalt brennt ab.
Die sehende Frau sammelt eine kleine Gruppe um sich und geht mit der in die Stadt zurück. Inzwischen sind alle Menschen erblindet, es herrschen in der Stadt unmenschliche Umstände: Auf den Straßen häuft sich der Schmutz, Strom und fließendes Wasser gibt es nicht mehr, Scharen von Blinden suchen verzweifelt nach Lebensmitteln und Obdach. Viele von ihnen sterben. Der Frau gelingt es, mit ihrer Sehkraft das Überleben der Gruppe zu sichern. Völlig überraschend erhält der als Erstes erblindete Autofahrer sein Augenlicht zurück. Nach und nach können alle wieder sehen.
Wir können Jesus mit der sehenden Frau in diesem Roman vergleichen und die beiden Blinden mit den blinden Menschen, die der sehenden Frau folgten.
Die Menschen mit gesunden Augen verstehen die Schwierigkeiten der Blinden oft nur oberflächlich. Lasst uns trotzdem versuchen, ihre Situation zu verstehen. Nehmen wir an, dass wir in einer stockdunklen Nacht dort seien, wo es weder Mondlicht noch Lampenlicht gibt. Wir können weder lesen noch arbeiten noch was unternehmen. Die beiden Blinden in dieser Bibelgeschichte mussten alle Zeit die Dunkelheit ertragen. Sie konnten weder etwas lesen noch arbeiten. Sie mussten aber zum Überleben etwas tun. Was sie tun konnten – das war zu betteln. Aber sie hörten eines Tages eine gute Nachricht: Jesus geht vorbei! Er könne auch Blinde sehend machen. Sie wollten diese Chance nicht verpassen. Darum begannen sie zu schreien: „Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!“ Sie nannten ihn „Sohn Davids!“ Zu jener Zeit waren „Davids Sohn“ und „Messias“ Synonyme. Beispielsweise rief die Menschenmenge beim Einzug Jesu in Jerusalem „Hosianna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ (Mt. 21,9).
Die beiden Blinden glaubten also, dass Jesus der Messias ist und sie wieder sehend machen kann. Darum baten sie ihn um seine Barmherzigkeit. Jesus Christus ist barmherzig und hilft Menschen gerne, die nach seiner Barmherzigkeit suchen. Leider verstehen wir den barmherzigen Gott nicht gut, weil wir in dieser Welt zu Kritikern geworden sind. Lieber verstehen wir den gerechten Gott besser. Wir wollen, dass Menschen kriegen, was sie verdienen. Deswegen meinen wir, es ist gerecht, dass die Leute zurückzahlen, was sie verdient haben.“ Gott ist zwar vollkommen gerecht, er ist jedoch sehr reich an Barmherzigkeit. Deswegen hat er seinen Sohn Jesus Christus in die Welt gesandt, um uns seine Gnade zu erweisen und uns zu erretten.
Wenn Gott nur nach der Gerechtigkeit gehandelt hätte, hätte er Christus gar nicht gesandt. Aus seiner Barmherzigkeit sandte er seinen Sohn und opferte ihn für unsere Schuld.
So steht es in Römer 3,23-24: „Denn alle Menschen haben gesündigt und das Leben in der Herrlichkeit Gottes verloren. Doch Gott erklärt uns aus Gnade für gerecht. Es ist sein Geschenk an uns durch Jesus Christus, der uns von unserer Schuld befreit hat“ (Bibelübersetzung „Neues Leben“). Gott wurde Mensch namens Jesus Christus. Er ist uns gnädig und barmherzig. Wir dürfen an diesen Christus glauben und seine Gnade dankbar annehmen. Die beiden blinden Bettler hatten den Glauben an den barmherzigen Christus. Ihr Glaube bewirkte ein Wunder. Nun wollen wir das erfahren. Jesus fragte die beiden Bettler: „Glaubt ihr, dass ich das tun kann?“ Mit dieser Frage wollte Jesus ihren Glauben bestätigen. Wir können den Glauben an Jesus Christus mit einer Wasserleitung vergleichen, durch die Gottes Kraft und seine Gnade fließen.
Als ich klein war, gab es in meinem Geburtshaus keine Wasserleitung. Und der Brunnen war etwa 50 m von unserem Haus entfernt. Meine Mutter musste jeden Tag Wasser holen. Das war eine mühselige Arbeit. Wie schön es ist, in der Küche eine Wasserleitung zu haben!
Jesus Christus ist unsere Wasserleitung. Durch ihn empfangen wir ohne Mühe Gottes Gnade reichlich. Ohne ihn hätten wir uns viel anstrengen müssen, um von Gott als Gerechte anerkannt zu werden. Aber wir können durch Jesus Christus Gottes Gnade reichlich empfangen. Dazu brauchen wir nur den Gnadenhahn Christi aufzudrehen. Gnadenhahn aufdrehen – das heißt, unsere Schuld zu gestehen und an Jesus Christus zu glauben.
Wir wollen nun erfahren, wie die beiden Blinden den Gnadenhahn aufdrehten. Als Jesus die beiden Blinden fragte: „Glaubt ihr, dass ich das tun kann?“, antworteten sie: „Ja, Herr!“ (28). Mit ihrer Antwort drehten sie den Gnadenhahn auf. Da berührte Jesus ihre Augen und sprach: „Euch geschehe nach eurem Glauben!“
Er segnete ihren Glauben und schenkte ihnen das Augenlicht wieder. Dabei hob er ihren Glauben hervor. Auch bei der Heilung des Knechtes eines römischen Hauptmanns im 8. Kapitel hatte er den Glauben des Hauptmanns hervorgehoben und gesagt: „Dir geschehe, wie du geglaubt hast“ (Mt. 8,13).
Jesus wollte durch diese Heilung alle Menschen dazu ermutigen, an Jesus Christus als Christus und seine Kraft zu glauben und seine Gnade zu erfahren. Unser Herr Jesus Christus ist allmächtig und gnädig. Er will uns gerne helfen.
Wie können wir seine Gnade erfahren?
- Dadurch, den geistlichen Wasserhahn aufzudrehen! Das heißt: an Jesus Christus glauben! Jesus möchte, dass wir an seine Allmacht und Gnade glauben und seine Hilfe annehmen.
Darum fragt er uns: „Glaubst du, dass ich das tun kann?“ Wir sollen an Ihn und seine Kraft und Barmherzigkeit glauben und mit „Ja“ antworten. Wir können dann Gottes Hilfe reichlich erfahren. Vielleicht hat jemand von uns irgendein Problem, sei es eine Krankheit oder Beziehungsproblem. Er soll zu Jesus kommen und Ihn um Hilfe bitten. Jesus wird seinen Hilferuf nicht ignorieren. Er ist allmächtig und wird uns sicher helfen. Es gibt für Ihn kein unlösbares Problem. Er fragt uns: „Glaubt ihr, dass ich das tun kann?“ Wir sollen Ihm antworten: „Ja, Herr, ich glaube!“
Nachdem die geheilten Blinden hinausgegangen waren, brachten die Leute einen Menschen, der stumm und besessen war. Da trieb Jesus den bösen Geist aus, sodass der Stumme reden konnte.
2. Bittet den Herrn um Erntearbeiter (35-38)
Kapitel 5-7 des Matthäusevangeliums hatten die Bergpredigt Jesu wiedergegeben. Ab Kapitel 8 berichtet Matthäus von der Arbeit Jesu nach seiner Bergpredigt. Er heilte Kranke, Aussätzige, Besessene und Blinde, half Petrus und Matthäus zur Nachfolge, machte Jairus‘ Tochter wieder lebendig und predigte überall das Evangelium.
Vers 35 gibt uns seine Arbeit zusammenfassend wieder: „Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen.“
Jesus half fast pausenlos. Er brauchte sich auszuruhen. Aber was steht in Vers 36? Da steht: „Und als er die Volksmenge sah, jammerte es ihn; denn sie waren erschöpft und verschmachtet wie Schafe, die keinen Hirten haben.“
Jesus hatte ein großes Mitleid mit den hilfsbedürftigen Menschen. Darum verkündete er ihnen das Evangelium. Jesus wusste, dass alle Menschen seine Hilfe und Rettung dringlich brauchten. Aber er allein konnte nicht allen helfen, denn es gibt in der Welt unzählbare Menschen. Seine Problemlösung heißt, weitere Jünger zu erziehen und sie auszusenden als Erntearbeiter. Darum empfahl er seinen Jüngern, zu Gott dafür zu beten, viele Erntearbeiter aufzustellen und sie zur Ernte zu senden.
So steht in Versen 37-38: „Da sprach er zu seinen Jüngern: <Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende>.“
Das Christentum ist von Anfang an missionarisch; Gott sendet immer wieder seine Erntearbeiter aus. Das Internetwörterbuch Wiktionary[1] erklärt das Wort „Mission“ so:
<Im 16. Jahrhundert bedeutete das Wort „missio“ Gehenlassen, Schicken oder Entsendung. Im 17. Jahrhundert bekommt das Wort missio bzw. Mission die christliche Bedeutung „Aussendung im Namen Christi zur Bekehrung der Heiden“. >
Jesus Christus war ein Missionar, den Gott zu uns sandte.
Warum sandte Gott seinen Sohn zu uns? – Weil Gott uns liebt. Er wollte uns die Heilsbotschaft bringen.
Jesus war ein guter Missionar. Warum? Deshalb, weil er das Vatersherz Gottes gut kannte und seinen Willen gerne tat. Er wusste, dass sein Vater möglichst alle Menschen erretten will. Darum hatte er ein großes Herz für alle Menschen. Deshalb sagte er: „Die Ernte ist groß, aber die Arbeiter sind zu wenig. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“
Wir sollen unsere Augen nicht nur auf unsere eigenen Bedürfnisse richten, sondern auch auf die Bedürfnisse der Menschen. Menschen leiden unter dem geistlichen Durst und brauchen dringend eine Hilfe. Jesus hat dies so ausgedrückt: „Die Ernte ist groß und wartet auf die Erntearbeiter.“ Heutzutage haben viele Menschen, besonders junge wie Studierende, wenig Interesse an ihrer Erlösung. Doch wir sollten auf Jesu Worte hören: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Betet deshalb inständig zum Herrn der Ernte, dass er Arbeiter für seine Ernte aussendet.“
Viele negative Gedanken über Mission und Erntehelfer sind weit verbreitet. Satan freut sich über solche negativen Gedanken. Aber wir sollten auf Jesu Worte hören. Er ermutigt uns, als Erntehelfer zu handeln und für mehr Erntehelfer zu beten. Jesus fordert uns auf, unsere Augen zu erheben und das Feld anzusehen. Die Ernte ist reif und groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter.
Derzeit gibt es nur wenige Erntehelfer in Bochum und in Deutschland. Bochum wird Ende 2024 etwa 375.200 Einwohner haben. Das Ruhrgebiet zählt 5,1 Millionen Einwohner, Deutschland 83,8 Millionen und die Welt 8,2 Milliarden. Alle Menschen in Deutschland brauchen die Hilfe von Erntehelfern. Doch nur 3 % von ihnen besuchen sonntags den Gottesdienst. Die Menschen in Deutschland brauchen die Hilfe der Erntehelfer.
Jesus hat großes Mitgefühl mit allen Menschen. In seinen Augen sind die Menschen wie eine Ernte, die auf die Erntehelfer wartet. Sie warten darauf, dass Gott sie durch seine Erntehelfer in die himmlische Scheune sammelt.
Denken wir an die Studierenden in Bochum. Im Wintersemester 2025/26 sind 37.653 Studierende an der Ruhr-Universität Bochum eingeschrieben (darunter 6.739 internationale Studierende), 3.649 davon promovieren. Die Hochschule Bochum hat 9.360 Studierende. Die Evangelische Hochschule Bochum (EvH Bochum) zählt derzeit etwa 2.500 bis 2.700 Studierende. Insgesamt studieren rund 53.000 Menschen in Bochum.
Wir brauchen dringend mehr Erntehelfer für die Studierenden und die gesamte Gesellschaft. Wir sollten Gott bitten, viele Erntehelfer zu berufen und sie in die Welt zu senden.
Durch unsere Dienstagsprogramme hat Gott bereits mehrere Erntehelfer ausgebildet und in die Welt gesandt, wie zum Beispiel David nach Gelsenkirchen, Yurim nach Frankfurt am Main, Anuwat nach Thailand, Kaito nach Japan, Vitali nach Moldawien, Chansong Lee nach Korea und viele andere.
Gott möchte durch sie so viele Menschen wie möglich auf der Welt retten. Dafür sollten wir beten. Wir brauchen dringend mehr Erntehelfer für Studenten und die gesamte Gemeinde. Wir sollten Gott bitten, viele Erntehelfer zu berufen und sie in die Welt zu senden. Deshalb sollten wir so beten: „Herr der Ernte, sende Studenten und Menschen zum Bibelstudium und zur Anbetung, damit sie an Jesus Christus glauben und als Erntehelfer wachsen. Danach möchten wir sie als Erntehelfer in die ganze Welt aussenden. Amen!“
[1] http://de.wiktionary.org/wiki/Mission
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