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23. April 2026
Leitverse 32-33: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater.“
Wenn wir an Jesus Christus glauben, befinden wir uns unter der Herrschaft Gottes. Darum erleben wir viel Gutes. Jesus aber bietet uns keinen rosenbestreuten Weg an, sondern sowohl die Seligkeit als auch die Schwierigkeiten.
Jesus erzählt uns heute über die Schwierigkeiten, die uns passieren können, z. B. Konflikte, Verfolgungen oder den Tod. Er will uns dazu ermutigen, dass wir trotz solcher Schwierigkeiten Sieger des Glaubens werden. Deshalb wollen wir diese Schwierigkeiten heute angehen.
Gott möge uns dabei helfen, trotz der Schwierigkeiten Sieger zu werden.
1. Furchtloses Bekenntnis trotz der Verfolgung (16-33)
Jesus sendet seine Jünger in die Welt aus. Bei der Aussendung sagt Jesus zu ihnen:
„Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ (16).
Jesus scheut sich nicht, uns zu sagen, welche Schwierigkeiten wir erwarten, wenn wir ihm nachfolgen. Er bietet uns keinen Weg des Komforts, sondern einen Weg der Verfolgung und möglicherweise des Todes. Deswegen lehrt er uns, wie wir uns inmitten der Verfolgung verhalten sollen.
Er nennt uns drei Arten von Verfolgungen, auf die wir vorbereitet sein sollen:
Erstens: Die Verfolgung des Staats
Jesus sagt in Vers 17: „Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerichten überantworten.“
Mit dem Wort „Gericht“ ist hier das staatliche Gericht gemeint. In der Geschichte wurden Christen oft durch den Staat verfolgt. Auch heute werden Christen in vielen Ländern durch die staatliche Gewalt wie Polizei oder Geheimdienst verfolgt. In Nordkorea sind zahlreiche Christen in den Konzentrationslagern eingesperrt, nur weil sie Christen sind. In Saudi-Arabien gibt es extra Religionspolizisten. Sie bestrafen Inländer, die an Jesus Christus glauben oder eine christliche Kirche besuchen. In Deutschland gibt es scheinbar keine staatliche Verfolgung. Aber es gibt verschiedene staatliche Verbote. So ist es beispielsweise nicht erlaubt, ein Kreuz in einem öffentlichen Gebäude wie einer Schule aufzustellen oder öffentlich zu missionieren, obwohl Christen 2025 offiziell ca. 50 % der Gesamtbevölkerung ausmachen (katholisch 23,7 %, evangelisch 21,5 %, freie Kirchen ca. 1 % und orthodox 3,7 %.)
Zweitens: Die Verfolgung durch andere Religionen
Jesus sagt, dass Christen in den Synagogen gegeißelt werden. Die Synagogen sind Kirchen des Judentums. Früher und auch heute erleben Christen Verfolgungen durch andere Religionen.
3,2 Millionen Christen in Armenien und Syrien wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die moslemische Türkei umgebracht[1].
Gegenwärtig werden Christen in islamischen Ländern am meisten verfolgt.
Wisst ihr, wie viele Christen pro Jahr als Märtyrer sterben? Nach Thomas Schirrmacher, dem Gründer des Martin Bucer Seminars, sterben heute mehr als 50 Christen pro Tag als Märtyrer[2]. Das päpstliche Missionswerk ›Kirche in Not‹ nennt sogar 130 000–170 000 Märtyrer pro Jahr[3].
Wir sollen die Situation wahrnehmen. Wenn wir das Evangelium in die Welt verbreiten, müssen wir gegebenenfalls mit Verfolgungen oder Märtyrertod rechnen.
Drittens: Die Verfolgung durch die Familienangehörigen
Jesus sagt in Vers 21:
„Es wird (aber) ein Bruder den andern dem Tod preisgeben und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören gegen ihre Eltern und werden sie töten helfen.“
Die Verfolgung durch die eigenen Familienangehörigen könnte am schlimmsten sein. Wenn jemand aus einer andersgläubigen Familie, insbesondere aus einer muslimischen Familie ein Christ wird, bekommt er oft eine harte Verfolgung durch seine eigene Familienangehörige.
Manchmal geschieht es bei den islamgläubigen Familien Ehrenmord. Solches geschah auch mal in Deutschland.
In Nordkorea gab es solche Fälle, dass ein Sohn der Polizei seine eigene Mutter oder seinen Vater anzeigte.
Die Macht der Finsternis versucht durch die staatliche, religiöse Macht oder durch die Familienangehörigen, die Verbreitung des Evangeliums zu verhindern. Wir brauchen aber keine Angst vor der Verfolgung zu haben, denn Jesus sagt: „Darum fürchtet euch nicht vor ihnen“ (26).
Warum brauchen wir keine Angst vor der Verfolgung zu haben? Weil Gottes Liebe stärker ist als der Tod.
In Iran z.B. ist es verboten, die Bibel zu besitzen. Aber viele Iraner wollen die Bibel gerne haben. So sind mehr als 1 Million Iraner Christen geworden. In Saudi-Arabien arbeiten philippinische Mädchen als Hausmädchen und bringen den kleinen Kindern die christlichen Lieder bei, sodass die Kinder das Evangelium kennenlernen.
Wenn die Verfolgung da ist, sollen wir sie nicht nur negativ betrachten. Vielmehr sollen wir sie als eine Gelegenheit dafür nehmen, das Evangelium zu verbreiten (18).
Nehmen wir das Beispiel von China. Dort wurden Christen nach der Machtübernahme der Kommunisten 1948 hart verfolgt. Auch heute gibt es direkte und indirekte Verfolgungen. Trotzdem wird das Evangelium durch die furchtlosen Christen aktiv verbreitet, sodass die Zahl der Christen in China im Jahr 2010 nach KCMA (Korean China Mission Association) 103,5 Millionen (darunter 21 Millionen Katholiken) betrug. Niemand kann Gottes Erlösungswerk verhindern.
Wir sollen auf die Stimme Jesu in Vers 28 hören: „Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.“
Er sagt weiter: „Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf eurem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen“ (29-31).
Anstatt ängstlich zu sein, sollen wir unseren Glauben mutig bekennen, denn Jesus sagt zu uns: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater“ (32-33).
2. Standhaft bleiben trotz Entzweiungen (34-39)
Die zweite Schwierigkeit für uns Christen heißt Entzweiungen oder Konflikte um unseres Glaubens. Unser christlicher Glaube hat eine Eigenschaft. Beispielsweise glauben wir an den einzigen Gott und seinen einzigen Erlöser Jesus Christus. Darum können wir nicht zustimmen, dass es mehrere Götter gäbe oder dass es einen anderen Erlösungsweg gäbe. Aber wir sollen nicht mit dem Schwert andere Menschen zum christlichen Glauben zwingen, denn Apostel Paulus sagt im Römerbrief 12,18: „So weit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden!“
Wir sollen nicht in einen unnötigen Streit mit andersgläubigen Menschen geraten. Vielmehr sollen wir friedlich mit ihnen umgehen und sie durch Liebe und Wahrheit für Jesus gewinnen.
Aber es gibt Situationen, in denen wir wegen unseres Glaubens von anderen angegriffen werden. Wir sollen felsenfest im Glauben und in der Liebe bleiben. Wir sollen durch unser Wort und unser Leben als glaubwürdige Boten Christi wirken.
Obwohl wir mit Liebe und Sanftmut andersgläubigen Menschen begegnen würden, greifen manche Leute uns an. Deswegen ist eine Entzweiung oder ein Konflikt mit ihnen manchmal unabweislich. Die Gegner sind oft unsere eigenen Familienangehörigen oder unsere Freunde.
Deswegen sagt Jesus in Vers 36: „Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.“
Die Spaltungen durch solche Konflikte sind für alle sehr schmerzlich. Wir sollen aber wissen, dass wir oft vor der Wahl stehen, entweder für Jesus oder gegen ihn.
Was lehrt uns Jesus in solch einer Situation?
Wir sollen trotz der Konflikte oder Verfolgungen standhaft bei Jesus Christus bleiben. Jesus sagt: „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater“ (32-33).
Durch die Konflikte oder Verfolgungen werden wir vor eine Entscheidung gestellt: Wir müssen wählen, entweder die irdischen Vorteile oder Jesus Christus.
Als John Bunyan (1628-1688), der englische Verfasser des Buches „Pilgerreise“, wirkte, durfte kein Laie predigen. Weil er als Laie predigte, musste er insgesamt 12,5 Jahre im Gefängnis bleiben. Im Gefängnis hatte er einen großen Kummer um seine Frau und seine Kinder. Er musste darüber nachdenken, was aus ihnen werden würde, wenn er sie nicht unterstützen würde. Trotz solcher Herzenskonflikte blieb er schließlich Christus treu und schrieb während seines zweiten Gefängnisaufenthalts das Buch „Pilgerreise“ für seine Kinder. In seinem Buch erzählt er über seinen Herzenskummer und seine Entscheidung. Gott hat seine Treue gesegnet, sodass sein Buch in englischsprachigen Ländern nach der Bibel am meisten gelesen wird und zahlreiche Christen dazu ermutigt, trotz der Schwierigkeiten im Glauben felsenfest zu bleiben.
Jesus ermutigt uns: „Wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es gewinnen“ (39).
Wir sollen daran denken, dass unser irdisches Leben nicht alles ist. Nach unserem irdischen Leben gibt es Hölle und Himmelreich. Darum ist es wirklich klug, trotz der Schwierigkeiten Jesus Christus treu zu sein. Jeder von uns soll sich fragen, ob er sich klug verhält oder nicht.
3. Jesu Ermutigung aller Jünger (40-42)
Wenn die Verfolgungen oder Entzweiungen da sind, könnten wir kein Herz für den Herrn haben. Aber Jesus sagt zu uns: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat“ (40).
Jesus ermutigt uns dazu, seinen Boten aufzunehmen. Er sagt, seine Jünger aufzunehmen bedeute dasselbe wie ihn selbst aufzunehmen. Wir können meinen, dass Jesu Boten nur „große“ Jünger Jesu wie Apostel oder große Prediger bedeuten. Aber Jesus sagt zu uns: „Wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger (Jesu) ist, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht unbelohnt bleiben.“
In der Gemeinde Christi gibt es scheinbar große Jünger wie z.B. Apostel oder Prediger und scheinbar kleinere Jünger, wie z.B. diejenigen, die mit dem Trinkwasser anderen dienen.
Aber in den Augen Jesu gibt es keine Unterschiede zwischen den „großen“ Aufgaben und den „kleinen“ Aufgaben. Es gibt nur einen Unterschied, nämlich ob jemand seine Aufgabe treu erfüllt oder nachlässig. Jesus versichert, dass alle, die ihre Aufgaben treu erfüllen, den göttlichen Lohn empfangen werden.
Jesus ermutigt uns hier dazu, dass wir trotz verschiedener Schwierigkeiten mit unseren Aufgaben dem Herrn treu dienen sollen. Uns passiert es leicht, dass wir in einer schwierigen Zeit unsere Kräfte vergeuden und gar nicht dem Herrn dienen. Das ist die Absicht des Teufels. Wir sollen trotz der verwirrenden Situation dem Herrn vertrauen und unsere kleinen Aufgaben treu ausrichten. Gott wird unsere Treue gewiss segnen.
Bekennt Jesus!
Jesus bietet uns keinen rosenbestreuten Weg der Nachfolge an, sondern eher einen steinernen Weg. Wir sollen, wenn wir wegen der Nachfolge Christi den Schwierigkeiten begegnen, nicht überrascht sein. Vielmehr sollen wir uns an Gottes Wort in Röm. 8,28.38-39 erinnern: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind… Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“
Darum sollen wir trotz der Schwierigkeiten unseren Glauben an Jesus Christus erneuern und ihn bekennen, denn Jesus hat in Vers 32 gesagt:
„Wer nun mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“ Amen!
[1] http://www.bucer.de/ressource/details/bonner-querschnitte-432014-ausgabe-329.html
[2] http://www.igfm.de/religionsfreiheit/todesopfer/
[3] http://theoblog.de/die-zahl-der-christlichen-martyrer/15077/
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