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28. April 2026
Leitverse 28-30: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=NIDsCwbNr1Y
Jesus hatte bisher hauptsächlich im Gebiet Galiläa wie z.B. in Chorazin, Betsaida und Kapernaum gewirkt, Wunder getan und das Evangelium verkündet. Aber die Menschen in diesen Städten hatten nicht Buße getan und das Evangelium auch nicht angenommen. Darum war Jesus traurig und tadelte sie.
Jesus fand jedoch einige Menschen, die das Evangelium demütig annahmen. Darum pries er Gott dafür und lud alle Menschen zu sich herzlich ein.
Wir wollen heute seine herzliche Einladung kennenlernen, damit wir sie dankbar annehmen.
1. Jesu Wehruf (20-24)
Etwa 2 Jahre lang hatte Jesus in Galiläa gewirkt. Man nennt diese Zeit „den Galiläischen Frühling“. Die Menschen sollten das Gnadenangebot Gottes dankbar annehmen und die Vergebung und das Gottesreich erfahren. Leider nahmen sie das Angebot nicht an. Darum tat ihm sehr weh.
Daher begann er, die galiläischen Städte zu schelten:
„Wehe dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon solche Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – sie hätten längst in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es am Tage des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch. Und du, Kapernaum, meinst du, du wirst bis zum Himmel erhoben werden? Nein. Du wirst in die Hölle hinuntergestoßen werden. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde Sodom noch heute. Ich sage euch: Dem Land Sodom wird es am Tag des Gerichts viel besser ergehen als dir!“ (21-24).
Chorazin, Bethsaida ,Kapernaum[1] und Sidon und Tyrus (Tyre)[2]
Kapernaum lag am oberen westlichen Ufer des Galiläischen Meeres. Betsaida liegt etwa 8 km östlich von Kapernaum am Nordufer des Galiläischen Meeres. Sie ist die Geburtsstadt von Petrus, Andreas und Philippus. Jesus speiste in der Nähe von Betsaida 5000 Menschen (Lk. 9,10).
Chorazin lag ca. 4 km nördlich von Kapernaum. Leider berichtet die Bibel nichts, was Jesus in Chorazin getan hat. Wir erinnern uns jedoch an die Bemerkung des Apostels Johannes am Ende des Johannesevangeliums:
„Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die man schreiben müsste“ (Joh. 21,25).
Vier Evangelien geben uns also keinen vollständigen Bericht vom Wirken Jesu wieder, sondern nur eine Auswahl seiner Werke.
Die Menschen in galiläischen Städten hatten große Vorrechte, weil Jesus in ihren Städten als Messias wirkte. Sie konnten sein Wunder mit ihren Augen sehen und seine Lehre mit ihren Ohren hören. Ihre Vorrechte bedeuteten aber auch ihre Verantwortung, das Evangelium dankbar anzunehmen und das weiterzusagen. Aber sie nahmen das Evangelium nicht an und sagten Jesus als Christus auch nicht weiter. Deswegen schalt er sie:
„Wehe dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon solche Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – sie hätten längst in Sack und Asche Buße getan.“
Gott segnete Deutschland in vieler Hinsicht, sodass viele Männer Gottes wie z. B. Martin Luther, August Hermann Franke und Georg Müller in Deutschland geboren wurden. Gott hat aus Deutschland viele Missionare ausgesandt. Der erste evangelische Missionar in Korea war auch ein Deutscher namens Karl F. A. Gützlaff. Gott hat Deutschland auch wirtschaftlich reich gesegnet. Viele Produkte „Made in Germany“ sind in der Welt geschätzt. Deutsche haben die beste Chance, an das Evangelium zu glauben und es weiterzugeben.
Leider sind die meisten Menschen in Deutschland heute gegenüber Jesus Christus gleichgültig. Sie schätzen Jesus Christus nicht viel und begegnen dem Evangelium mit Gleichgültigkeit. Die Herzen der Menschen sind Gott gegenüber kalt und Kirchen stehen leer. Diese Gleichgültigkeit hat eine schwere Folge.
Jesus kann heute sagen: „Weh dir, Deutschland! Weh dir, Frankreich! Weh dir, Italien!“
Wir sollen dafür beten, dass Gott Deutschland und Europa einen Bußgeist und eine Erweckung schenkt.
2. Jesu Einladung (25-30)
Jesus war wegen der Ablehnung des Evangeliums zunächst traurig und tadelte sie in seinem Wehruf. War er wegen ihrer Ablehnung verzweifelt?
Keinesfalls. Vielmehr pries er Gott für sein Werk: „Ich preise dich, Vater des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart“ (25b).
Er glaubte an die vollkommene Fügung Gottes und sein mächtiges Wirken.
Um die Fügung Gottes zu begreifen, brauchen wir das Zusammenspiel der göttlichen Vorherbestimmung und der menschlichen Selbstverantwortlichkeit zu verstehen.
Die Verantwortlichkeit des Menschen bedeutet, dass jeder Mensch selbstverantwortlich für sein eigenes Verhalten ist. Gott hat Menschen nicht zu Robotern gemacht. Wer an Jesus Christus nicht glaubt, ist selbst dafür verantwortlich und kann niemandem seine Verantwortung abgeben.
Die göttliche Vorherbestimmung (Prädestination) besagt dagegen, dass Gott alles schon vorher bestimmt hat, sodass alle Geschehnisse nach seinem vorherbestimmten Willen geschehen. Es kann nichts ohne Gottes Willen geschehen. Sonst wäre Gott kein Gott.
Die menschliche Verantwortlichkeit und die göttliche Vorbestimmung scheinen widersprüchlich zu sein, aber die beiden sind wie die beiden Seiten einer Münze.
Wie die göttliche Vorherbestimmung und die menschliche Verantwortlichkeit zusammenspielen - das ist letztendlich ein göttliches Geheimnis.
Obwohl Jesus wegen des Unglaubens vieler Menschen traurig war, war er doch nicht verzweifelt, weil er an die gute Vorherbestimmung Gottes glaubte. Er erkannte, dass Gott aus seiner Weisheit so vorherbestimmt hatte, dass Menschen nicht mit ihrer eigenen Klugheit Jesus als Gottes Sohn erkennen können. Vielmehr können Menschen mit Demut und Dankbarkeit die Wahrheit annehmen, dass Jesus Gottes Sohn und Christus ist.
Natürlich meinte Jesus nicht, dass die Klugheit der Menschen das Hindernis des Glaubens wäre. Vielmehr meinte er, dass der Hochmut der Menschen das Hindernis des Glaubens ist. Viele kluge Menschen werden hochmütig und lehnen das Evangelium ab. Das ist schade. Aber auch kluge Menschen können an Jesus Christus glauben, wenn sie demütig sind. Apostel Paulus ist ein gutes Beispiel dafür. Zunächst war er wegen seiner Klugheit hochmütig und glaubte nicht an Jesus, sondern verfolgte Christen. Aber durch die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus wurde er demütig und glaubte an ihn. Es ist klar, dass nicht unsere Klugheit uns zum Glauben an Jesus führen kann. Aber auch kluge Menschen können, wenn sie demütig sind, an Jesus Christus glauben und gute Evangeliumsarbeiter werden.
Wir wollen nun den Inhalt des Lobpreises Jesu näher betrachten. Jesus sagte: „Ich preise dich, Vater des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart“ (25b).
Obwohl es so aussah, dass alle Menschen das Evangelium abgelehnt hätten, gab es doch welche, die es annahmen.
Jesus sagte: „Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will“ (26-27).
Jesus lobte Gott, weil Gott so vorherbestimmt hatte, dass Menschen nicht durch ihre eigene Klugheit Jesus als Gottes Sohn erkennen werden, sondern durch die Offenbarung Gottes. Gott wollte nicht, dass Menschen über ihre eigene Klugheit stolz werden. Vielmehr sollen sie demütig werden und das Evangelium dankbar annehmen.
Wenn wir mit unserer eigenen Klugheit den Weg der Errettung finden könnten, könnten wir auf uns selbst stolz sein. Aber Gott will nicht, dass wir uns selbst rühmen. Darum machte er die Augen der stolzen Menschen blind für den Weg der Erlösung, aber öffnete die Augen der demütigen Menschen. Gott wirkt auch heute mächtig, obwohl wir meinen, dass nur wenige Menschen an Jesus Christus glauben.
Nun lädt Jesus alle Menschen zu sich herzlich ein:
„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig;
So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (28-30).
Jesus lädt alle Menschen herzlich zu sich ein. Seine Einladung ist eine Frohe Botschaft für alle. Um seine Frohe Botschaft besser zu verstehen, möchte ich zunächst die Botschaft des Buddhas erklären. Buddha hieß eigentlich Siddhartha Gautama [3]. Er stammt aus einem Fürstengeschlecht Nordindiens aus der Stadt, die heute Nepal gehört. In seinem 29. Lebensjahr kommt er durch die Begegnungen mit einem Kranken, einem Alten und einem Toten zur Erkenntnis, dass das Leben des Menschen vergänglich ist. Darum verließ er kurz nach der Geburt seines Sohnes seine Familie und sein bisheriges Leben, um die Wahrheit des Lebens zu finden. Er versuchte zunächst durch das Joga, die sichtbare Welt zu überwinden. Danach versuchte er durch die strengste Askese, die sichtbare Welt zu überwinden, aber vergeblich. Darum nahm er wieder Nahrung zu sich und begann unter einem Baum mit der Meditation. Buddhisten nennen sie „sinnende Versenkungsübung“. Er meinte, im Alter von 35 Jahren die Wahrheit des Mittleren Weges gefunden zu haben. Und solch ein erleuchteter Mensch wie er heißt Buddha, d. h. "Erleuchteter". Als Lebensweg empfiehlt er einen mittleren Weg in der Balance zwischen ausschweifendem Leben in Luxus und streng enthaltsamem Leben. Der Grundsatz seiner Lehre ist das Gesetz der Wiedervergeltung bzw. das Kausalgesetz: Alle Geschehnisse bei dem Menschen und der Welt seien die Folgen seiner früheren Taten. Er verkündete die Lehre vom Kreislauf der Existenzen und vom erlösenden Weg aus diesem Kreislauf. Wer während seines Lebens etwas Schlechtes getan hat, würde nach seinem Tod als ein niedriges Tier wie z. B. Schwein oder Regenwurm wiedergeboren. Wer aber etwas Gutes getan hat, würde als besseres Tier wie Pferd oder Mensch wiedergeboren. Wenn ein Mensch aber von all seinen menschlichen Sorgen, Wünschen und Verlangen total frei ist, würde er ein Buddha und würde von der wiederholenden Drehung des Schicksalsrades zwischen Geburt und Sterben befreit. Sie nennen diese Lehre "das Drehen des Dharma-Rades". Weil sie an den Kreislauf der bewegenden Lebewesen glauben, betrachten sie das Töten jedes bewegenden Lebewesen z.B. eines Regenwurm mit der Tötung eines Menschen gleich. Darum versuchen die Buddhisten beim Fundamentlegen eines Hausbaus, keine Regenwürmer zu töten. Der Buddhismus ist also eine Religion von Werken und Konsequenzen. Alle anderen Religionen sind auch Religionen von Werken und Konsequenzen wie der Buddhismus. Nach ihrer Lehre müssen wir total frei von der Schlechtigkeit sein und genug Gutes tun, um die Erlösung zu erfahren. Leider ist kein Mensch in solch einer Lage. Bei dem Buddhismus gibt es grundsätzlich keine Vergebung.
Aber Jesus verkündet uns die Erquickung durch seine Vergebung: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Obwohl wir mit Schuld beladen sind, dürfen wir zu ihm kommen und seine Vergebung erfahren.
Jesus sagt weiterhin: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“
Jesus kann uns richtig befreien und erquicken, weil er als Gottes Sohn allmächtig ist und doch gnädig. Wenn wir ihn als Gottes Sohn und Christus demütig und dankbar annehmen, vergibt er unsere Schuld umsonst, nimmt uns als seine Kinder herzlich an und stärkt uns.
Ein Beispiel ist der Verbrecher am Kreuz. Als dieser Buße tat und an Jesus Christus glaubte, vergab Jesus ihm seine sämtlichen Sünde und nahm ihn ins Himmelreich mit.
Wir sollen aus dem Wort Jesu „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken!“ zwei Lehren ziehen:
Erstens lädt Jesus uns zu sich ein, damit wir die Erquickung und Vergebung finden.
In dieser Welt sind wir mühselig und beladen aus verschiedenen Gründen. Der erste Grund unserer Mühseligkeit besteht in unserem Pflichtgefühl. Wir haben verschiedene Pflichten. Beispielsweise haben wir wirtschaftliche Pflichten und sollen genug Einkommen verdienen. Studenten haben Pflichten des erfolgreichen Studiums. Und Eltern haben Pflichten der Kindererziehung. Wir haben auch moralische Pflichten, gute Eltern, Bürger und Mitarbeiter zu sein. Wir haben auch religiöse Pflichten. Leider erfüllen wir diese oder andere Pflichten nicht und übertreten dies oder anderes Gebot. Es ist leicht, dass wir gesetzlich werden und uns selbst oder andere verdammen. Jesus ist aber nicht gesetzlich, sondern gnädig. Er vergibt unsere Schuld gnädig, nimmt uns herzlich an und ermutigt uns sehr. Wir sollen diesen Jesus dankbar annehmen und ihm aus Dankbarkeit dienen.
Ich erinnere mich an meine Mutter. Sie war mir und ihren Kindern gnädig. Sie hat mir niemals gesagt, dass ich fleißig lernen solle. Sie war einfach gnädig. Darum habe ich immer ein dankbares Herz für sie. Unser Jesus Christus ist uns allen gnädig. Er nimmt uns immer wieder an, obwohl wir mal Fehler machen oder sündigen.
Zweitens lädt Jesus uns zu sich ein, damit wir gestärkt werden und unsere Aufgaben gut erfüllen.
Jesus sagt: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“
Wenn wir an Jesus Christus glauben, gibt er uns Aufgaben. Natürlich sollen wir bisherige Aufgaben wie z. B. Berufsausübung und Elternsein weitertragen. Aber in Jesus Christus wird die Qualität der Aufgaben anders. Die Aufgaben ohne Jesus Christus sind meistens gesetzlicher und schwerer. Aber die Aufgaben in Jesus Christus sind leicht. Warum? - Weil Jesus Christus unsere Lasten mitträgt. Wir können ihm unsere Lasten übergeben und die Ruhe finden. Wir beten zwar zu Gott für unsere Aufgaben, z. B. Studium, Arbeit, Kindererziehung usw. Aber wir glauben, dass Gott alles mitträgt. Im Glauben können wir Gott alles überlassen. Und wir können trotz unserer Schuld und Falschheit unsere Seelenruhe finden, weil wir wissen, dass unser Herr unsere Schuld weggetragen hat. Darum brauchen wir unsere Herzenskraft nicht zu verschwenden. Vielmehr können wir uns auf unsere Aufgaben besser konzentrieren und Gott gute Früchte bringen.
Jesus lädt uns zu sich herzlich ein: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
Wir sollen die Einladung Jesu dankend annehmen und zu ihm kommen. Wir sollen alles, was uns beschwert, seien unsere Sünden oder unsere Belastungen, ablegen und die Herzensruhe und Erquickung finden.
Wir sollen seinen Trost und seine Kraft empfangen und mit Freude leben und ihm dienen. Gott wird uns sicher mit viel Freude und Frucht segnen. Amen!
[1] https://www.jw.org/de/bibliothek/buecher/Einsichten-%C3%BCber-die-Heilige-Schrift/Das-Galil%C3%A4ische-Meer-und-seine-Umgebung/
[2] https://www.romanports.org/de/artikel/ports-im-focus/701-tyros-geburtsort-europas-englisch.html
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