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30. April 2026
Leitvers 20: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg hinausführt.“
https://ekathen.de/sommerimpuls-zum-12-sonntag-nach-trinitatis/
Jesus hatte am Ende des 11. Kapitels gesagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (11:28).
Der Anfang des 12. Kapitels berichtet uns, dass die Anführer des Judentums ihr Misstrauen äußern, weil Jesus ihre kleinlichen Sabbatvorschriften missachtet (1-8). Darum beobachten sie die Heilungen Jesu am Sabbat, um das Belastungsmaterial gegen ihn zu sammeln und ihn anzuklagen(9-14).
Aber Jesus hört nicht auf, Menschen in Not zu helfen und ihnen die Frohe Botschaft zu verkünden.
Er sagte über sich: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen“ (20).
Wir sind in gewisser Hinsicht wie ein geknicktes Rohr. Darum wollen wir nun Jesus kennenlernen, der das geknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht, und ihn in unsere Herzen aufnehmen.
1. Das Ährenraufen am Sabbat (1-8)
An einem Sabbat waren Jesus und seine Jünger durch die Kornfelder unterwegs. Seine Jünger waren hungrig. Darum fingen sie an, einige Ähren abzupflücken zum Essen.
Das Alte Testament (5. Mose 23,26) erlaubt, mit Händen die Ähren zum Essen abzupflücken, aber nicht mit einer Sichel. Dieser Brauch gilt heute noch in Palästina. Wenn man zum Essen z.B. einen Maiskolben bricht, gilt das nicht als Diebstahl.
Da beschuldigten Pharisäer Jesu Jünger aus einem anderen Grund, nämlich wegen der Verletzung der Sabbatvorschriften. Sie interpretierten das Abpflücken einiger Weizenähren am Sabbat als eine richtige Erntearbeit und kritisierten Jesu Jünger für die Verletzung des Sabbatgebotes. Die Pharisäer hatten viele kleinliche Vorschriften, und sie meinten, dass solche Vorschriften eine gleiche Gültigkeit wie die göttlichen Gebote hätten.
Jesus tadelte sie wegen ihrer Gesetzlichkeit. Dabei nannte er zwei biblische Beispiele, um ihre falsche Meinung bloßzulegen:
Als Erstes nannte er Davids Beispiel. Als David Hunger hatte, aß er die Schaubrote, die eigentlich nur Priester essen durften.
Als Zweites nannte Jesus, dass Priester auch am Sabbat im Tempel arbeiten.
Das Sabbatgesetz ist nicht in sich absolut. Gott will vielmehr durch das Sabbatgesetz sich selbst verherrlichen und Menschen Ruhe und Segen schenken. Er will nicht, dass Menschen am Sabbat an Hunger leiden, sondern Herzensruhe haben und Gott danken.
Abschließend zitierte Jesus ein Wort Gottes aus Hosea 6,6:
„Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht am Opfer“ (8).
Gott schätzt die Barmherzigkeit mehr als das Opfer, also zeremonielle Gesetze einzuhalten. Gott erwartet unsere Liebe gegenüber Gott und anderen Menschen mehr als Einhalten der zeremoniellen Gesetze. Wenn wir diese Priorität außer Acht lassen, werden wir gesetzliche und lieblose Menschen wie die Pharisäer.
Schließlich sagte Jesus in Vers 8: „Der Menschensohn ist ein Herr über den Sabbat.“ Jesus ist Gottessohn. Darum hat er das letzte Wort. Nicht irgendein Mensch, sondern Jesus bestimmt, wie wir Gott gefallen können. Wir sollen die Autorität Jesu anerkennen und auf ihn hören.
2. Die Heilung eines Mannes am Sabbat (9-14)
Matthäus berichtet uns als Nächstes, dass Jesus die Getreidefelder vorbei in eine Synagoge kam. Dort war ein Mensch mit der verdorrten Hand. Die Pharisäer wollten ihn als Köder dafür gebrauchen, Jesus als einen falschen Messias zu beweisen und ihn anzuklagen.
Darum fragten sie Jesus: „Ist’s erlaubt, am Sabbat (diesen Menschen) zu heilen?“
Ihre Frage aber offenbart uns zwei ihrer Probleme:
Ihr erstes Problem war ihre Gesetzlichkeit.
Pharisäer und Schriftgelehrte waren zu jener Zeit die herrschende religiöse Gruppe Israels. Ihre Lehre war gesetzlich. „Gesetzlich“ bedeutet, dass man nach dem buchstäblichen Wort des Gesetzes meint oder handelt, ohne Gottes Absicht zu achten. Die Pharisäer achteten die Buchstaben des Gesetzes viel wichtiger als die eigentliche göttliche Absicht und die menschliche Notwendigkeit. Sie meinten, dass man am Sabbat trotz des Hungers keine Ähren zum Essen abpflücken durfte und auch keinen Kranken heilen.
Ihr gesetzliches Gottesverständnis war gottesfern. Sie ignorierten auch Schmerzen und Kummer des kranken Menschen. Aber Jesus ist nicht gesetzlich. Er kannte Schmerzen und Kummer des kranken Menschen. Darum heilte er ihn, obwohl er sich durch seine Heilung in Lebensgefahr bringen würde. Er ist wie ein Vater, der nicht zögert, seinem kranken Kind zu helfen.
Ihr zweites Problem war ihre Lieblosigkeit.
Der Geist des Gesetzes ist die Liebe; Gott zu lieben und Menschen zu lieben.
Deswegen sagte Jesus:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten“ (Mt. 22,37-40).
Wenn wir ohne Liebe buchstäbliche Gesetze betonen, sind wir von der Absicht Gottes weit entfernt. Darum sollen wir uns selbst immer wieder fragen, ob wir aus Liebe handeln oder nicht. Wir sollen also keine gesetzlichen Menschen werden.
Wir sehen Häuser mit Blumen und wundern uns über ihre Schönheit. Dagegen sehen die Häuser ohne Blumen kahl aus. Liebevolle Menschen sind schön wie ein Haus mit Blumen. Die Pflanzen der Blumen bringen ihre Früchte. Das Leben liebevoller Menschen ist schön und bringt während ihres Lebens viele gute Früchte.
Was würden wir wählen: entweder ein Leben mit Liebe und Früchten oder ein Leben ohne Liebe und ohne Früchte? Wir sollen richtig wählen.
Jesus sprach zu dem Menschen mit der abgestorbenen Hand: „Strecke deine Hand aus!“
Dieser streckte sie aus; und sie wurde ihm gesund wie die andere (13).
Jesus schenkte dem Menschen mit der verdorrten Hand die geheilte Hand wieder. Damit machte Jesus allen sichtbar, dass sein Wort das lebendige Wort Gottes ist.
Alle, die Jesu Wort durch den Glauben annehmen, empfangen die Heilung von ihrer Sündenkrankheit und das ewige Leben. Das ist ein wunderbares Geschenk Gottes für alle Menschen.
3. Der Gottesknecht (15-21)
Leider nahmen die Pharisäer das Gnadenangebot Jesu nicht an. Vielmehr wollten sie ihn umbringen. Da die Stunde seines Todes aber noch nicht gekommen war, zog er sich zurück (15). Er verwechselte Mut und Leichtsinn nicht miteinander. Er hatte noch vieles zu tun, bis er am Kreuz sterben sollte.
Er verbot seinen Jüngern auch, die Nachrichten von ihm auszubreiten (16). Er wusste nur zu gut, dass viele Leute nur mit irgendeinem irdischen Wunsch zu ihm kommen wollten. Sie wollten ihn gerne zu einem wirtschaftlichen oder politischen König machen. Aber er war nicht dazu gekommen. Er will vielmehr Gottes Opferlamm für die Erlösung der Menschen werden.
Durch das Verhalten Jesu erinnerte sich Matthäus daran, dass Gottes Wort in Jesaja 42,1-4 erfüllt worden war:
„Siehe, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, und mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat; ich will meinen Geist auf ihn legen, und er soll den Heiden das Recht verkündigen. Er wird nicht streiten noch schreien, und man wird seine Stimme nicht hören auf den Gassen; das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht hinausführt zum Sieg, und die Heiden werden auf seinen Namen hoffen.“
Prophet Jesaja sagt hier darüber, wer Jesus ist und was er tut:
Erstens: Jesus ist Gottes Knecht.
Jesus tut genau das, was Gott wohlgefällt. Gott wünscht sich, dass Menschen von der Sünde erlöst werden. Dazu hat Gott Jesus Christus gesandt. Jesus gehorcht dem göttlichen Willen und stirbt am Kreuz für die Sünde der Menschen. Gott will unsere Sünden vergeben und uns als seine Kinder annehmen. Wir sollen Gott für die Gnade Jesu danken.
Zweitens: Jesus verkündet Menschen das Recht.
Jesus verkündet den Völkern (wörtlich: Heiden) das Recht. So heißt es in Amos 5,24: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“
Das Evangelium ist wie Ströme des Wassers, die allen Völkern genug zu trinken geben. Die Bibel bezeichnet das Evangelium bzw. den Heiligen Geist als Ströme des lebendigen Wassers. Wir erinnern uns an die vier Ströme im Paradies (Genesis Kap. 2). Diese Ströme bewässern die Welt und geben allen Menschen das Wasser. Unser Herr Jesus Christus verbreitet das Evangelium in aller Welt und nimmt alle, die daran glauben, als Gottes Kinder an, schenkt ihnen den Heiligen Geist. Dadurch bringt uns Jesus das Recht als Gotteskinder. Das ist eine frohe Nachricht für alle Menschen.
Drittens: Jesus zerbricht das geknickte Rohr nicht.
In dieser Welt gibt es viele Menschen, die wie ein geknicktes Rohr oder ein glimmender Docht aussehen. In dieser Konkurrenzgesellschaft betrachtet man solche Leute als dumme Leute. Aber Jesus zerbricht das geknickte Rohr nicht und löscht den glimmenden Docht auch nicht aus. Vielmehr ermutigt er alle geknickten Menschen und stärkt sie.
Im 8. Kapitel des Johannesevangeliums z.B. wird von einer Frau berichtet. Sie wurde bei ihrem Ehebruch von den Schriftgelehrten erwischt. Diese sagten, dass die Frau zum Tod gesteinigt werden solle. Aber Jesus half der Frau, sodass sie die Vergebung und Befreiung von der Todesstrafe erfuhr und ein neues Leben beginnen konnte.
In Jesus Christus ist kein Mensch hoffnungslos. Denn er ist für alle Sünder und schwache Menschen gestorben und tritt bei Gott für sie ein. Er zerbricht das geknickte Rohr nicht und löscht den glimmenden Docht auch nicht aus.
Könnte sein, dass wir wegen dieses oder jenes wie geknickte Rohre sind. Menschen verachten uns. Oft zertreten sie uns, sodass wir geknickt sind. Oder wir zertreten uns selbst. Unsere Herzen sind verletzt. Aber Jesus lädt uns zu sich ein. Er ist demütig und sanftmütig. Er nimmt uns herzlich an. Er tröstet uns. Er heilt unsere Verletzungen und richtet uns wieder auf.
Ich war früher wie ein geknicktes Rohr, weil ich mit acht Jahren an der Hüfte verletzt war. Damals war mein Vater schon gestorben, als ich zwei Jahre alt war. Zu jener Zeit arbeiteten fast alle Leute in Korea als Bauern. Andere Berufschancen war gering. Wegen der Verletzung war ich nicht in der Lage, ein Bauer zu sein, und andere Berufsmöglichkeiten gab es für mich nicht. Damals musste jeder Schüler ab der Middle-School eine hohe Schulgebühr bezahlen. Wegen der Armut konnte ich nicht davon träumen, nach der Grundschule eine Middle-School zu besuchen.
Aber der Herr erbarmte sich über mich. Er ernannte Herrn So-Hee Yeon als meinen Klassenlehrer für meine sechste Klasse in der Grundschule. Herr Yeon half mir, dass ich nach dem Schulunterricht am Vorbereitungskurs zur Aufnahmeprüfung teilnehmen durfte. Er besuchte dann meinen älteren Bruder, der für die Finanzen meiner Familie verantwortlich war, und bat ihn um seine Erlaubnis, dass ich an der Aufnahmeprüfung der Middle-School teilnehmen dürfe. Und durch die Gnade Gottes konnte ich bei dieser Prüfung die beste Note bekommen und mit Stipendium die Middle-School besuchen. Gott half mir weiter, sodass ich auch bei der Aufnahmeprüfung der Universität mit der besten Note bestand und ein Stipendium für das Studium bekam. Im ersten Semester der Universität führte Gott mich zu unserer Gemeinde und schenkte mir den Glauben an Jesus Christus. Obwohl ich wie ein geknicktes Rohr war, zerbrach Jesus Christus mich nicht. Vielmehr richtete er mich wieder auf, indem er einige Menschen dazu gebrauchte, meine Ausbildung bis zum Universitätsabschluss abzuschließen und mich zum Glauben an Jesus Christus zu führen. Ich war wie ein abgeknicktes Rohr, aber Gott zerbrach mich nicht, sondern richtete mich wieder auf, sodass ich ein Christ wurde und ein erfolgreiches Leben führen konnte.
Jesus Christus half nicht nur mir, sondern vielen Menschen, die wie geknickte Rohre waren.
Matthäus, der Verfasser dieses Evangeliums, war einer davon. Er war ein verachteter, isolierter Zöllner gewesen. Aber Jesus nahm ihn herzlich an und richtete ihn wieder auf. Matthäus freute sich darüber sehr und wurde ein Apostel. Er schrieb später das Matthäusevangelium. Preist Jesus Christus!
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