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4. Mai 2026
Leitvers 28: „Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“
Gottes Reich und der Heilige Geist am Pfingsten[1]
Jesus heilte einen blinden und stummen Besessenen, sodass dieser reden und sehen konnte. Darum entsetzte sich die Menschenmenge und fragte: „Ist dieser nicht der Messias?“ Sie begannen, an Jesus als Messias zu glauben.
Da sagten die Pharisäer: „Er treibt die bösen Geister durch den Teufel aus.“ Sie versuchten, das Leben rettende Werk Christi als Satans Werk zu diffamieren.
Da verkündete Jesus die göttliche Wahrheit über seine Person, Gottes Reich und das Jüngste Gericht.
Wir wollen heute Jesu Person, sein Reich und das Jüngste Gericht kennenlernen und Jesus dankend annehmen.
1. Jesu Macht über die bösen Geister (22-29)
Die Geschichte beginnt mit der Heilung Jesu: „Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah“ (22).
Durch diese Heilung verkündete Jesus, dass er Gottes Sohn und der Messias ist.
Manche zweifeln an der Messianität Jesu. Einige behaupten sogar, dass Jesus keine geschichtliche Person war, sondern eine fiktive Person.
Aber außer Aposteln und ersten Christen gab es unzählbare Menschen, die von der realen Person Jesu bezeugen. Flavius Josephus war einer von ihnen.
Flavius Josephus war ein jüdischer Historiker. Er schrieb aus dem Jahr 93 oder 94 n. Chr. das Buch „Jüdische Altertümer“.
In seinem Buch schrieb er über Jesus wie folgt[2]: „Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war der Christus. Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine früheren Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tag wieder lebend, wie gottgesandte Propheten dies und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort.“
Josephus schrieb also, dass Jesus der Christus ist und deswegen viele Wunder tat.
Nehmen wir mal an, dass wir bis jetzt blind und stumm gewesen wären und nun sehen und sprechen könnten. Wie würden wir uns fühlen? Wir werden sehr froh und erzählen allen von unserer wundersamen Heilung.
Der Mann erlebte ein Wunder und freute sich über seine Heilung sehr. Ich glaube, dass er mit Erstaunen nach seiner Umgebung umherschaute und pausenlos redete.
Da waren die Leute fassungslos und sagten: „Ist Jesus, der ihn geheilt hat, nicht der Davids Sohn?“
„Davids Sohn“ bedeutet hier „Messias“ (s. auch 9,27). Jesus tat unmögliche Wunder. Er muss doch der verheißene Messias sein!
Wenn Gott durch seinen Christus mächtig wirkt, wird die finstere Macht sehr neidisch und greift Jesus an. Als die Pharisäer von der Heilung des blindtauben Menschen hörten, sprachen sie: „Er treibt die Dämonen (d.h. die bösen Geister) nur durch den Beelzebul, den Oberen der Dämonen, aus“ (24; s. auch 9,34).
Beelzebul[3] war ein Name für den Teufel, den Herrscher der Dämonen (12,24.27). Die Pharisäer leugneten nicht, dass Jesus Wunder getan hatte. Aber sie erklärten Jesu Wundertaten als Teufelswerke und nannten Jesus den Stellvertreter des Teufels.
Der Talmud ist nach der jüdischen Bibel, dem Tanach, das bedeutendste Schriftwerk des Judentums. Dieses Buch wurde etwa 200-500 n. Chr. fertiggestellt[4]. Nach jüdischer Auffassung hat Gott dem Mose die Tora am Berg Sinai in zweifacher Form offenbart: zum einen als „schriftliche Tora“ in der Form von den fünf Büchern Mose, die an der erstellten Stelle unserer christlichen Bibel stehen; zum anderen als „mündliche Tora“, also die Auslegung schriftlicher Tora. Diese mündliche Tora heißt „Mischna“. Der Talmud enthält außer der schriftlichen Tora Mischna und Gemara. Die Gemara sind die Erklärungen, wie man die Mischna im praktischen Fall umsetzen soll. Es gibt zwei Arten vom Talmud: den Jerusalemer Talmud und den Babylonischen Talmud. Der babylonische Talmud ist umfangreicher und wird mehr geschätzt als der Jerusalemer Talmud. Wenn man einfach vom Talmud spricht, meint man damit den Babylonischen Talmud. In gewisser Hinsicht können wir den Talmud als autoritativen Katechismus des Judentums verstehen.
Der Talmud redet davon, dass Jesus „Zauberei“ getrieben habe [5]. Der Talmud leugnet die Wundertaten Jesu also nicht, obwohl er Jesus nicht als Christus anerkennt.
Die liberalen Theologen aber verleugnen heute die Wundertaten Jesu. Ihr theologischer Grundsatz lautet: Man soll nicht daran glauben, was man mit seinem Verstand nicht verstehen kann. Deswegen glauben viele weder an die Wundertaten Christi noch an seine Auferstehung. Ihretwegen sind Deutschland und Europa eine geistliche Wüste geworden.
Wir sollen uns weder der Meinung der Pharisäer noch der Behauptung der ungläubigen Theologen anschließen. Vielmehr sollen wir daran glauben, dass Jesus der Gottessohn ist, viele Wunder getan hat und von den Toten auferstanden ist. So können wir einen lebendigen Glauben haben und den Segen Gottes erfahren.
Die Pharisäer behaupteten, dass Jesus durch Beelzebul, also den Satan, die bösen Geister austreibe.
Was antwortete Jesus auf diese Behauptung?
Er entblößt die Lüge der Pharisäer, indem er sagt: „Falls Beelzebul, also der Satan, seine Diener, nämlich böse Geister, vertreiben würde, müsste sein Reich untergehen. Wie könnt ihr behaupten, dass ich durch die Macht des Beelzebuls die bösen Geister austreibe? Ich aber treibe die bösen Geister durch den Geist Gottes aus, sodass das Reich Gottes zu Menschen gekommen ist“ (26-28).
Jesus erklärte klar, dass er durch Gottes Geist die bösen Geister austreibt, um die Menschen unter die Herrschaft Gottes zu bringen. Mit dieser Erklärung rief er alle dazu auf, ihren Zweifel an Jesus aufzugeben und ihn als Gottes Sohn anzunehmen. Denn der Glaube an Jesus bringt uns ins Gottes Reich.
Jesus Christus ist dazu gekommen, uns von der Herrschaft des Teufels zu befreien und uns in das Gottesreich zu bringen. Wir waren Gefangene der Sünde und des Todes. Die Sünde und der Tod sind Werkzeuge, die uns in die Gewalt des Teufels bringen. Jesus ist aber dazu gekommen, uns von der Gewalt der Sünde und des Todes zu befreien und uns unter die Herrschaft Gottes zu bringen, damit wir das ewige, selige Leben haben und ins Himmelreich kommen. Wir sollen durch den Glauben an Jesus Christus Gottes Herrschaft dankend annehmen und Gott für den Christus danken.
2. Die Sünde gegen den Heiligen Geist (30-32)
Die Pharisäer behaupteten: „Jesus treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch den Teufel.“ Sie behaupteten also, dass Jesus der Teufel sei.
Daraufhin sagte Jesus: „Alle Sünde und Lästerung gegen den Menschen werden vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt“ (31-32).
Pharisäer nannten Jesu Werk das Werk des Teufels und Jesus einen Teufel. Sie waren fest entschlossen, Jesus zu töten, wie wir in 12,14 lesen: „Sie hatten Rat darüber gehalten, wie sie ihn umbringen könnten.“
Weil sie ihre Herzen für das Wirken des Heiligen Geistes verschlossen hatten, hatten sie keine Chance, die Vergebung zu erfahren. Wie Schade!
Jeder Mensch, der in seiner irdischen Lebenszeit nicht an Jesus Christus glaubt, hat nach dem physischen Tod keine Chance, von der ewigen Verdammnis gerettet zu werden. Darum sollen wir unsere Herzen für das Evangelium nicht verschließen. Vielmehr sollen wir jetzt für unsere Schuld Buße tun und an Jesus Christus glauben. Dann wird Gott mit seinem Reich und großer Freude reichlich segnen.
3. Vom Baum und seinen Früchten (33-37)
Nun sagt Jesus in Vers 33: „Nehmt an, dass ein Baum gut ist, dann wird auch seine Frucht gut sein. Oder wenn der Baum schlecht ist, dann wird auch seine Frucht schlecht sein. Denn an der Frucht erkennt man den Baum.“
Der gewaltige Wuchs eines Baums und seine schönen Blüten können uns täuschen, sodass wir glauben, dass der Baum viele gute Früchte bringen würde. Leider kann solch ein Baum oft nicht viele gute Früchte bringen.
Unser Leben ist solch einem prächtigen Baum ähnlich. Wer viel schönredet aber nicht Gutes tut, ist solchem Baum ähnlich. Nicht unsere schöne Rede, sondern unsere Lebensfrüchte können die richtige Information über unser Wesen geben. Wenn ein Mensch gute Früchte bringen will, muss sein Herz durch den Heiligen Geist verändert und geleitet werden. Diese Herzensveränderung ist für gute Früchte unbedingt notwendig.
Deswegen sagte Jesus: „Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. Ein guter Mensch bringt aus seinem guten Schatz Gutes hervor, und ein böser Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor“ (34-35).
Wir können unser Herz dadurch verändern lassen, dass wir unsere Herzensmitte wechseln.
Wenn unser Ego unsere Herzensmitte ist, werden wir automatisch egoistisch denken, reden und handeln. Das Wort „Ego“ bedeutet wörtlich „Ich“. Wenn aber Gott unsere Herzensmitte ist, können wir gottzentrisch denken, reden und handeln. Darum sollen wir prüfen, ob Gott unsere Herzensmitte ist oder unser Ego. Wenn unser Ego in unserer Herzensmitte bleibt, sollen wir Gott diesen Platz geben, sodass Gott in unserer Herzensmitte sitzt.
Unser Ego zu unserer Herzensmitte zu machen – das scheint für uns vorteilhaft zu sein. Deswegen werden wir alles nach unserem Wusch denken und handeln. Leider ist unser Ego kurzsichtig. Wissen wir, warum unser Ego kurzsichtig ist? Deshalb, weil das Ego hauptsächlich nur an unsere Vorteile denkt und die Ehre Gottes und das gemeinsame Wohlergehen aller übersieht. Langfristig könnte unser egoistisches Denken und Handeln uns Vorteile bringen, aber langfristig gesehen sowohl für uns selbst als auch für andere Nachteile. Vor allem bringen unser egoistisches Denken und Handeln Gott die Unehre.
Darum sollen wir unser Ego nicht zu unserer Herzensmitte machen.
Wen sollen wir aber zu unserer Herzensmitte machen?
Gott!
Gott liebt sowohl uns als auch andere Menschen. Dieser Gott ist der Leiter aller Menschen. Seine Leitung ist wunderbar. Ab und zu scheint seine Leitung verlustreich für uns zu sein. Aber seine Leitung ist in Wirklichkeit sehr gut für uns, für andere und auch für Gott. Wir sollen Gott vertrauen und seiner Leitung folgen.
Darum brauchen wir eine klare Glaubensentscheidung dafür zu treffen, Gott als unsere Herzensmitte anzunehmen. Nach dieser Entscheidung sollen wir unsere Entscheidung immer wieder erneuern und sie vertiefen. Gott wird uns segnen und durch uns auch viele andere Menschen segnen und seine Herrlichkeit offenbaren.
In Vers 36 erklärt Jesus uns, warum wir ein gottzentrisches Leben führen wollen:
„Ich sage euch aber, dass die Menschen Rechenschaft geben müssen am Tage des Gerichts von jedem nichtsnutzigen Wort, das sie geredet haben.“
Viele Menschen glauben heute nicht an das Gericht Gottes. Deswegen leben sie nicht vor Gott. Aber die Welt geht dem letzten („jüngsten“) Gericht entgegen. Jeder Mensch muss bei diesem Gericht vor dem Richterstuhl Christi stehen und gerichtet werden, wie die Bibel sagt:
„Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er zu Lebzeiten getan hat, es sei gut oder böse“ (2. Kor. 5,10).
Wir sollen das Jüngste Gericht Gottes ernst nehmen. Wir dürfen nicht kurzsichtig sein, sondern müssen weitsichtig und klug sein.
Wir sollen unsere Herzensmitte prüfen: Wer unsere Denken, Reden und Handeln bestimmt - unser Ego oder Gott? Wenn unser Ego unser Denken, unsere Rede und unsere Handlung bestimmt, sollen wir für unseren Egoismus Buße tun und Gott als unsere Herzensmitte annehmen. Danach sollen wir nach dem Wunsch Gottes denken, reden und handeln. Das kann kurzfristig nachteilhaft für uns scheinen. Aber auf lange Sicht wird das segensreich sein für uns, andere und für Gott.
Von Gott gesegnet werden
Jesus Christus heilte einen Besessenen, der blind und stumm war, sodass dieser reden und sehen konnte. Die Menge des Volkes entsetzte sich und fragte: „Ist dieser Davids Sohn, der verheißene Messias?“
Aber die Pharisäer sagten: „Er treibt durch den Teufel die bösen Geister aus.“
Da sagte Jesus: „Wenn der Teufel die bösen Geister, die seine Diener sind, austreibt, kann das Reich des Teufels nicht bestehen.“
Damit erklärte er, dass er Gottes Sohn und Christus ist. Anschließend lehrte er uns durch das Gleichnis vom Baum und seinen Früchten, dass wir unsere Herzensmitte wechseln sollen: Wir sollen unser Ego nicht zu unserer Herzensmitte machen, sondern Gott, sodass wir gottzentrisch denken, reden und handeln können. Dadurch können wir beim Jüngsten Gericht bestehen und ins Himmelreich kommen.
Gott möge uns helfen, dass wir nicht unserem Ego dienen, sondern Gott, sodass wir viele gute Früchte bringen und von Gott reichlich gesegnet werden. Amen!
[1] https://www.meinekirchenzeitung.at/niederoesterreich-kirche-bunt/c-glaube/der-heilige-geist-das-band-der-liebe_a46268
[2] Flavius Josephus „Jüdische Altertümer“. Übersetzt von Dr. Heinrich Clementz. II. Bd. Köln 1959 (Nachdruck der Ausgabe von 1899), 515f
[3] Beelzebul bedeutet wörtlich „Wohnung des Teufels“, denn Beel=Baal, Zebul=Wohnung
[4] http://www.judentum.org/talmud/--.htm
[5] G. Maier, Matthäusevangelium I., S. 421
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