|
|
3. Juli. 2026
Leitverse 16: „Da abtwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“
Früher gab es am Straßenrand Steine, die die Entfernung zu einem Zielort anzeigten. Man nannte sie „Meilensteine“. Im Projektmanagement bezeichnet ein Meilenstein ein Ereignis von besonderer Bedeutung.
Meilenstein[1],
Das Matthäusevangelium berichtet uns vom Wirken Jesu Christi, und das Glaubensbekenntnis des Petrus markiert einen Meilenstein in seinem Wirken.
Wer ein gesegnetes, ewiges Leben im Glauben führen möchte, braucht einen solchen Meilenstein im eigenen Leben.
Betrachten wir daher das Glaubensbekenntnis des Petrus. Wir wollen dabei die Bedeutung eines solchen Bekenntnisses verstehen, damit auch wir eine Wende in unserem Glauben erleben können.
1. Rückzug nach Cäsarea Philippi (13a)
Jesus handelte im Einklang mit dem göttlichen Plan. Einerseits lehrte Er die Volksmengen über das Reich Gottes und heilte Kranke. Andererseits wählte Er von Anfang an zwölf Männer aus und bildete sie zu Seinen Jüngern und Nachfolgern aus.
Doch die Menschen, die er als seine Jünger auswählte, waren ganz gewöhnliche Leute. Petrus zum Beispiel war Fischer am See Genezareth. Jesus suchte ihn eines Tages auf, nachdem Petrus die ganze Nacht gearbeitet hatte, ohne etwas zu fangen. Jesus verhalf ihm zu einem riesigen Fischfang. Petrus fiel vor ihm auf die Knie und sagte: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch!“ (Lukas 5,8). Jesus antwortete ihm: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen“ (Lukas 5,10; vgl. Matthäus 4,18–19). Von diesem Augenblick an folgte Petrus Jesus nach. Auch einige seiner Freunde schlossen sich ihm an.
Diese Menschen hörten Jesu lebensspendende Predigt und wurden Zeugen seiner Wunder. Zudem lernten sie ihn durch persönliche Gemeinschaft kennen. Auf diese Weise erfuhren sie seine große Liebe (5,44–48) und seine Vergebung der Sünden (9,1–3). Sie sahen, wie er das stürmische Meer beruhigte (8,23–27), Tote auferweckte (9,23–26), die Menge auf wunderbare Weise speiste (14,13–21) und vieles mehr tat.
Jesus sandte sie auch paarweise aus, um sie praktisch als Jünger zu schulen; dabei bevollmächtigte er sie, böse Geister auszutreiben, Kranke zu heilen und in seinem Namen das Evangelium zu verkünden (10,1–15). Darüber hinaus lernten sie von Jesus das Beten und den Glauben an Gott (6,7–15, 33).
Als Jesus zum zweiten Mal eine große Menschenmenge mit nur wenigen Broten und Fischen bis zur Sättigung speiste (15,32–39), betrachteten alle dieses Ereignis als einen Meilenstein. Jesus selbst jedoch sah in der Speisung keinen Meilenstein seines Erlösungswerks, denn er war sich sehr wohl bewusst, dass die Menge an der irrigen Vorstellung festhielt, er sei ein irdischer Messias (Johannes 6,66).
Von Anfang an hatte Jesus die Absicht, seine erwählten Jünger darin zu erziehen, sein Werk fortzuführen. Sie sollten Jesus und sein Wirken richtig kennenlernen, damit sie an ihn als den Christus und Sohn Gottes glaubten, ihren Glauben bekannten und sein Werk weiterführten. Er wollte seine Jünger zum festen Fundament seiner Kirche machen. Sie sollten allen Menschen das Evangelium verkünden, Jünger Jesu erziehen und das Evangelium in der ganzen Welt verbreiten.
Dieser Text berichtet, dass Jesus und seine Jünger vom Ostufer des Sees Genezareth (16,5) in die heidnische Region von Cäsarea Philippi (13) gekommen waren. Cäsarea Philippi, in der Provinz Ituräa gelegen, war eine Stadt am Fuße des Berges Hermon im Norden Israels.
Warum begab sich Jesus nach Cäsarea Philippi?
Herodes Antipas, ein Sohn des Herodes des Großen, herrschte in Galiläa. Er war ein grausamer Herrscher, wie die Hinrichtung Johannes’ des Täufers (14,1–12) belegt. In Ituräa – zu dessen Gebiet die Stadt Cäsarea Philippi gehörte – regierte Herodes Philippus von 4 v. Chr. bis 34 n. Chr. als Tetrarch (siehe Lukas 3,1). Jesu Wirken fiel in seine Regierungszeit, und Jesus starb im Jahr 30 oder 31 n. Chr.
Obwohl auch Herodes Philippus ein Sohn des Herodes des Großen war, galt er als besonnener und vernünftiger Mann. Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus schrieb über ihn: „Er war seinen Untertanen ein freundlicher Herrscher und ruhigen Gemütes“ (Jüdische Altertümer, XVIII 4,6).
Jesus fand Ruhe in seinem Herrschaftsgebiet. Er zog sich in jene Gegend zurück, betete (Lukas 9,18) und fragte Gott nach seiner suchte Führung. Gott gab ihm diese Weisung und leitete ihn dazu an, seine Jünger zu einem Glaubensbekenntnis zu führen – ein Schritt, der einen Meilenstein in seinem messianischen Wirken darstellte.
2. Glaubensbekenntnis des Petrus (13b-20)
Nachdem Jesus gebetet hatte, fragte er seine Jünger: „Was sagen die Menschen, wer der Menschensohn sei?“ (13).
Mit dieser Frage wollte Jesus wissen, was seine Jünger von der breiten Öffentlichkeit über seine Person gehört hatten. Mit anderen Worten: Er wollte herausfinden, für wen die einfachen Leute ihn hielten.
Die Jünger antworteten ihm: „Einige sagen, du seist (auferstandener) Johannes der Täufer, andere sagen Elia, und wieder andere sagen Jeremia oder einer der Propheten“ (14).
Herodes Antipas, der Johannes den Täufer hatte hinrichten lassen, hielt Jesus für den auferstandenen Johannes den Täufer, weil Jesus – wie Johannes – zur Umkehr aufrief. Andere hielten ihn für den auferstandenen Elia, da Jesus Wunder vollbrachte und zur Umkehr predigte. Damals erwarteten viele Menschen das Kommen des Elia, weil Maleachi prophezeit hatte: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt“ (Maleachi 3,23).
Wieder andere hielten Jesus für Jeremia, so wie das Makkabäerbuch von Jeremias Rückkehr berichtet (2. Makkabäer 15,13). Andere wiederum sahen in ihm Mose (5. Mose 18,15; vgl. Johannes 6,14) oder einen anderen Propheten.
Die Meinungen gingen auseinander. Doch alle waren sich einig, dass Jesus ein großer Prophet sein müsse – dass er aber letztlich ein Mensch war.
Nachdem Jesus seine Jünger nach der Meinung der Leute gefragt hatte, fragte er sie nach ihrer persönlichen Überzeugung: „Was sagt ihr, wer ich bin?“
Da antwortete Simon Petrus: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ (16).
Wie kam Petrus zu diesem Bekenntnis? Was meinte er damit?
Petrus war ein frommer Jude. Alle frommen Juden glaubten an den einen Gott. Was wollte Petrus mit seinem Bekenntnis ausdrücken?
Damit meinte er, dass Jesus Gott ist, aber als Mensch in die Welt kam. Das Alte Testament besagt, dass Gott selbst als Erlöser kommen würde, um die Menschheit von Sünde, Tod und Fluch zu erlösen (z. B. in Jesaja 40,9–11; 41,14).
Die Bibel lehrt uns, dass kein Mensch – wie groß er auch sein mag – die Macht hat, Menschen ihre Sünden zu vergeben (Jesaja 43,25; vgl. Markus 2,7). Gott allein hat die Macht, Menschen ihre Sünden zu vergeben. Die Schriftgelehrten wussten das. Deshalb hielten sie Jesus für einen Betrüger und Gotteslästerer.
Obwohl Jesus als Mensch in die Welt kam, ist er dennoch wahrhaftig Gott. Weil er Gott ist, ist er sündlos; er konnte das Sühneopfer für uns werden und uns von der Sünde erlösen.
Petrus erlebte, dass Jesus die Macht hat, Menschen aus der Herrschaft von Sünde, Tod und Teufel zu retten und ihnen Vergebung und Leben zu schenken.
Durch sein Glaubensbekenntnis brachte Petrus zum Ausdruck, dass Jesus Gott ist und als der Christus zur Erlösung der Menschheit gekommen ist. Er bekannte somit, dass Jesus der Christus und der Sohn Gottes ist. Das ist wahr!
Wie konnte Petrus erkennen, dass Jesus der Sohn Gottes und der Christus ist? Einerseits, weil er Jesus durch die dreijährige Begleitung richtig kennengelernt hatte; andererseits, weil Gott sich ihm durch den Heiligen Geist offenbart hatte.
Wir sollen Jesus mit offenem Herzen durch Gottes Wort und unser praktisches Leben kennenlernen. Dies ist der Weg, Jesus als den Christus und den Sohn Gottes zu erkennen und an ihn zu glauben. Dies ist ein menschlicher Aspekt des Glaubensbekenntnisses.
Ein weiterer Aspekt ist, dass der Heilige Geist uns hilft, Jesus als den Sohn Gottes und als den Christus zu erkennen, an Ihn zu glauben und Ihn zu bekennen. Dies ist ein göttlicher Aspekt. Deshalb sagte Jesus zu Petrus: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel“ (17).
Ohne die Hilfe des Heiligen Geistes kann niemand Jesus wahrhaftig als den Christus und den Sohn Gottes erkennen, an Ihn glauben und seinen Glauben bekennen. Der Glaube an Jesus Christus ist daher gänzlich ein Werk der Gnade Gottes. Wir sollten Gott für seine Gnade danken.
Bei verschiedenen Gelegenheiten hatten einige der Jünger Jesu bereits anerkannt, dass Jesus der Christus und der Sohn Gottes sein müsse. So hatte Petrus bei seiner Berufung gesagt: „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch!“ (Lukas 5,8). Ebenso fragten Petrus und andere Jünger, nachdem der Sturm gestillt worden war: „Was ist das für ein Mann, dass ihm sogar die Winde und das Meer gehorchen?“ (8,27). Als sie sahen, wie Jesus auf dem Wasser des Sees Genezareth auf sie zuging, fielen sie vor ihm nieder und bekannten: „Du bist wahrhaftig der Sohn Gottes!“ (Matthäus 14,33).
Doch bis zu jenem Zeitpunkt hatte Jesus seine Jünger nicht gefragt: „Für wen haltet ihr mich?“ Er hatte sich Zeit gelassen. Denn seine Jünger mussten – durch seine Worte, seine Taten und ihre persönliche Gemeinschaft mit ihm – voll und ganz davon überzeugt sein, dass Jesus der Christus und der Sohn Gottes war. So vergingen fast drei Jahre, in denen die Jünger Jesus begleiteten.
Als die Zeit gekommen war, fragte Jesus sie: „Für wen haltet ihr mich?“ Petrus antwortete: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Da sagte Jesus: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jona; denn kein Mensch hat dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Ich sage dir: Du bist Petrus (Petrus bedeutet wörtlich ‚Fels‘); auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden bindest, das soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden löst, das soll auch im Himmel gelöst sein“ (17–19).
Hier lehrt uns Jesus die Bedeutung dieses Glaubensbekenntnisses:
Jesus beabsichtigt, seine Kirche auf das Glaubensbekenntnis des Petrus zu bauen. Somit ist dieses Bekenntnis zum Fundament der Kirche Christi geworden. Wenn eine Kirche von diesem Bekenntnis abweicht, kann sie leicht von der Macht der Hölle überwältigt werden.
Doch wenn sie an diesem Glaubensbekenntnis festhält, wird sie über Sünde, Teufel und Hölle triumphieren und Vergebung, ewiges Leben und das Himmelreich erlangen. Daher ist dieses Glaubensbekenntnis wahrlich ein festes Fundament für unseren Glauben und unsere Gemeinde.
Deshalb sprach der Apostel Johannes über den Zweck des Evangeliums: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben an seinen Namen das Leben habt“ (Johannes 20,31).
Unsere Gemeinde in Bochum begann am 24. Mai 1987 mit der Abhaltung von Gottesdiensten. Die Bibelstunden, die Renate gemeinsam mit der Missionarin Paula Kim durchführte, ebneten den Weg für die Gründung dieser Gemeinde. Als Pfarrerstochter war Renate gläubig aufgewachsen; dennoch hegte sie Zweifel an ihrer Heilsgewissheit. Heilsgewissheit bedeutet, dass das Heil derer, die an Jesus Christus glauben, sicher ist. Jesus brachte diese Gewissheit in Vers 18 mit den Worten zum Ausdruck: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“
Gegen Mitte Dezember 1986 lernte Renate an der Universität die Missionarin Paula Kim kennen. Als Renate ihr erzählte, dass sie noch keine Gewissheit über ihre Errettung habe, erwiderte Paula, dass Gottes Wort ihr dabei sicherlich helfen könne. Daraufhin begann Renate ein Bibelstudium mit ihr und besuchte die Gottesdienste unserer Gemeinde in Dortmund. Renates Bibelstudium war auch einer der Gründe, warum sowohl unsere Familie als auch die Familie von Paula und Joseph Kim nach Bochum zogen und dort begannen, Gottesdienste abzuhalten.
Nach einer Zeit des Bibelstudiums gewann Renate die Gewissheit ihrer Errettung. Sie heiratete Andreas, der in Köln durch das Bibelstudium zu einem persönlichen Glauben gefunden hatte. In vielerlei Hinsicht ist die Familie Schmeinck wie ein Fels in unserer Gemeinde. Und Gott hat sie gebraucht, um vielen Menschen zu helfen.
Jeder von uns soll nun persönlich auf die Frage Jesu antworten: „Für wen hältst du Jesus?“ Betrachte ich Jesus als Wohltäter? Halte ich ihn für einen der großen Religionsstifter, wie etwa Mohammed oder Buddha? Oder sehe ich in ihm den Sohn Gottes und den Christus?
Wir sollen uns offen zu unserem Glauben bekennen. Wenn wir wahrhaftig an Jesus Christus glauben und unseren Glauben bekennen, freut sich Jesus sehr und heißt uns herzlich in seinem Reich willkommen.
Wenn wir uns jedoch schämen und unseren Glauben nicht bekennen, wird sich auch Jesus unserer schämen, wie Er in Lukas 9,26 sagt: „Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in seiner Herrlichkeit und in der seines Vaters und der heiligen Engel kommen wird.“
Wir sollen Jesus kennenlernen und an ihn glauben. Wir sollen unseren Glauben bekennen. Durch unser Glaubensbekenntnis werden wir selbst im Glauben gestärkt, andere werden zum Glauben ermutigt und Gott wird verherrlicht. Durch dieses Glaubensbekenntnis werden wir zu einem Segen für unsere Familienangehörigen, Verwandten, Freunde und viele andere Menschen. Es gibt keinen besseren Weg, anderen in dieser Welt zu helfen, als sie dazu zu ermutigen, an Jesus Christus zu glauben.
Schließlich sollen wir Gott dafür danken, dass Er uns Jesus als den Christus und den Sohn Gottes offenbart hat. Gott ist der Ursprung, der Vollender und derjenige, der unseren Glauben zur Reife bringt. Gelobt sei Gott! Amen!
[1] https://www.spexard.de/cgi-bin/gettext?textnumber=22450.129243010728718
|
|
