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22. Juli 2026
Leitverse 19,6: „So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“
Die Ehe vor dem Aus? [1]
Die Ehescheidung ist sowohl in Deutschland als auch in Korea ein großes Problem. In Deutschland wird nach der Zeitschrift „Die Welt“ die Trennungsquote als „jede zweite Ehe“ bezeichnet. Als Ursache der Trennung werden Unordnung (knapp 30 Prozent) und Fernsehprogramm (mehr als 20 Prozent) usw. genannt [2]. Korea hat auch eine sehr hohe Scheidungsrate wie Deutschland.
Welche Ansicht sollen wir als Christen über die Scheidung haben? Wie können wir die Ehekrise besser überwinden?
Um eine richtige Lösung des Scheidungsproblems zu finden, wollen wir zuerst die fundamentale Wahrheit über die Ehe kennenlernen. Daraus können wir die richtige Lösung für die Ehekrise finden.
Gott möge uns die richtige Einsicht geben und uns ein glückseliges Eheleben schenken.
1. Ehescheidungsfrage (1-6)
Kapitel 19 und 20 berichten uns über die Ereignisse, die zwischen dem Aufbruch Jesu von Galiläa und seiner Ankunft in Jerusalem geschehen. Diese Reise ist seine letzte Reise nach Jerusalem.
Jesu letzte Reise nach Jerusalem durch Peräa [3]
Jesus startet von Galiläa (19,1), überquert den Jordanfluss, läuft dem Jordanfluss entlang, überquert in der Nähe Jerichos den Fluss wieder und zieht über Jericho nach Jerusalem (20,29).
Das Gebiet jenseits des Jordans, also die östliche Seite des Jordanflusses, heißt „Peräa“ (4,15; 8,18), denn „jenseits“ heißt „peran“ im Griechischen. Peräa war ca. 30 km breiter und 80 km langer Streifen östlich des Jordanflusses. Seit Mitte des 2. Jh. v. Chr. wanderten immer mehr Juden in Peräa ein. Daher wohnten in der Zeit Jesu zahlreiche Juden dort. Deshalb war es gar nicht verwunderlich, dass Peräa ein Herrschaftsgebiet von Herodes Antipas war, wie Galiläa.
Während seiner Reise folgt ihm eine große Menschenmenge. Und er heilt Menschen, die seine Heilung benötigen.
Unterwegs treten Pharisäer zu Jesus auf und stellen ihm eine Fangfrage: „Ist’s erlaubt, dass sich ein Mann aus irgendeinem Grund von seiner Frau scheidet?“
Diese Frage ist auch heute sehr aktuell.
Was antwortet Jesus darauf?
Wenn er auf ihre Frage mit „Nein“ antworten würde, wollen sie ihn als strengen Lehrer kritisieren. Würde er aber mit „Ja“ antworten, wollen sie ihn als gesetzlosen Lehrer bezeichnen.
Wie antwortet Jesus auf ihre Frage?
Er erklärt zuerst die fundamentale Wahrheit über die Ehe. Um zur fundamentalen Wahrheit zu kommen, müssen wir zuerst die grundlegende Wahrheit darüber wissen, wer die Ehe eingesetzt hat.
Wenn wir die richtige Antwort auf diese Frage haben, können wir dann die richtige Antwort auf die Scheidungsfrage „Ist es erlaubt, dass ein Mann sich von seiner Frau scheidet?“ finden.
Auf die Frage „Wer hat die Ehe eingeführt?“ würden heute viele Menschen antworten: die Menschen – Männer und Frauen – selbst. Doch die Bibel lehrt uns, dass Gott die Ehe eingeführt hat (1. Mose 2).
Warum hat Gott die Ehe gestiftet? Damit Mann und Frau glücklich in der göttlichen Ordnung leben und Gott dienen können. Und die göttliche Ordnung bezieht sich auf die geistliche Hierarchie – nämlich Gott, dann den Menschen und schließlich alle anderen Dinge.
Betrachten wir nun, wie Jesus die Frage beantwortet, ob eine Scheidung zulässig ist oder nicht. Die Frage, ob eine Scheidung erlaubt sei – und wenn ja, aus welchen Gründen –, war schon damals Gegenstand heftiger Debatten. Die Befürworter der Scheidung beriefen sich zur Untermauerung ihrer Position auf 5. Mose (Deuteronomium) 24,1.
Dort heißt es:
„Wenn jemand eine Frau zur Ehe nimmt und sie nicht Gnade findet vor seinen Augen, weil er etwas Schändliches (od. Anstößiges) an ihr gefunden hat, und er einen Scheidebrief schreibt und ihr in die Hand gibt und sie aus seinem Hause entlässt.“
Die Pharisäer betrachteten diese Stelle als eindeutige Erlaubnis zur Scheidung. Sie waren sich jedoch uneinig über die Bedeutung des Ausdrucks „etwas Schändliches (od. Anstößiges)“. Eine Gruppe von Gelehrten vertrat die Ansicht, ein Mann könne sich von seiner Frau trennen, wenn sie untreu gewesen sei. Eine andere Gruppe vertrat die Meinung, dass ein Mann sich von seiner Frau scheiden lassen könne, wenn sie zum Beispiel das Essen anbrennen ließ. Eine dritte Gruppe ging noch weiter und argumentierte, ein Mann könne sich von seiner Frau scheiden lassen, wenn er eine schönere Frau fände.
Jesus stützt sich nicht auf die Tradition, sondern auf das Wort Gottes und antwortet ihnen:
„Habt ihr nicht (in der Bibel) gelesen: ‚Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau…Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“ (4–6).
Jesus greift auf die biblische Wahrheit über die Ehe zurück und gibt uns die Antwort auf die Frage nach der Scheidung: Gott hat Mann und Frau erschaffen und sie in der Ehe miteinander verbunden. Deshalb darf der Mensch sie nicht trennen.
Hier erklärt Jesus, dass die Eheschließung ein souveräner Akt Gottes ist. Viele glauben, dass Mann und Frau aus freiem Willen heiraten. Bis zu einem gewissen Grad trifft das auch zu. Doch die Eheschließung ist mehr als nur eine Entscheidung der beiden Ehepartner; sie ist ein souveräner Akt Gottes. Warum ist die Eheschließung ein souveräner Akt Gottes? Weil Gott der Schöpfer und Herr sowohl des Mannes als auch der Frau ist. Er hat sie beide erschaffen. Er gab ihnen Eltern, Geschwister, Bildung, ein Zuhause, eine Arbeit und vieles mehr; Er erhält sie und sorgt für sie auf ihrem Lebensweg. Großzügig hat Er sie mit Luft, Wasser und Sonnenlicht versorgt. Zu Seiner Zeit führt Er sie in der Ehe zusammen. Auch wenn es so scheinen mag, als käme die Ehe durch die Entscheidungen von Mann und Frau zustande, so steht doch die schöpferische, fürsorgliche und lenkende Hand Gottes dahinter. Daher müssen wir anerkennen, dass Gott der Herr über Mann und Frau sowie über ihre Ehe ist. Wenn wir diese grundlegende Wahrheit erfassen, können wir Gottes Segen für die Familie erkennen und genießen. Wir können Gott als den Herrn der Familie ehren und Seinen wunderbaren Willen entdecken. Auf diese Weise wird das Eheleben zu einer Reise, auf der wir den göttlichen Segen entdecken.
Die Bibel lehrt uns auch, dass Mann und Frau durch die Ehe „ein Fleisch“ werden. Deshalb steht in 1. Mose 2,24 geschrieben: „Sie – das heißt Mann und Frau – werden ein Fleisch sein.“ „Ein Fleisch sein“ bedeutet, dass Mann und Frau nicht mehr als zwei getrennte Individuen betrachtet werden sollen. Da die beiden durch die Ehe eins geworden sind, soll der Mann seine Frau wie sich selbst lieben, und ebenso soll die Frau ihren Mann lieben. Hast du schon einmal jemanden gesehen, der seinen eigenen Körper schlecht behandelt? Genauso sollen Mann und Frau einander lieben und eines Herzens sein – zur Ehre Gottes und zum Wohle des anderen.
Wenn Ehepartner diese Wahrheit über die Ehe verinnerlichen und leben, kommt ihnen der Gedanke an eine Scheidung gar nicht erst in den Sinn. Stattdessen gelingt es ihnen, alle Schwierigkeiten zu überwinden und ein gesegnetes Leben zu führen.
Wenn jedoch einer der Partner diese Wahrheit nicht angemessen annimmt, entstehen Probleme. Wenn zum Beispiel ein Ehemann seine Frau nicht so liebt wie sich selbst, sondern stattdessen einseitigen Gehorsam verlangt, wird er zum Tyrannen. Lieben bedeutet nicht nur, Zuneigung zu empfinden, sondern auch, die Meinung des anderen zu respektieren und dessen Wohlergehen zu fördern. Dasselbe gilt, wenn eine Ehefrau die Meinung ihres Mannes missachtet und nur ihren eigenen Willen und ihre Wünsche durchsetzen will; sie tritt dann als Herrscherin über ihren Mann auf und macht ihn zu einer bloßen Marionette.
Junge Menschen sollen schon vor dem Heiraten das Fundament für eine glückliche Ehe legen. Ohne diese Grundlage wird ihr Eheleben mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert sein.
Bevor ich mein Studium begann, war ich noch kein Christ. In der Zeit vor der Universitätsaufnahmeprüfung musste ich mich Tag und Nacht darauf konzentrieren. Zu Beginn meines Studiums hatte ich noch recht romantische Vorstellungen von der Liebe. Doch schon im zweiten Monat meines ersten Studienjahres fand ich den Weg in eine Gemeinde; ich kam schnell zum Glauben und begann, mich aktiv in der Studentenmission zu engagieren. Gemeinsam mit anderen Gläubigen widmete ich mich Tag für Tag mit großem Eifer dieser Mission.
Die Zusammenarbeit mit Glaubensgeschwistern während meiner Studienzeit war eine hervorragende Vorbereitung auf mein eigenes glückliches Eheleben. Damals arbeitete ich gemeinsam mit (männlichen) Studenten wie David Woo, Abraham Kim und David Lim sowie (weiblichen) Seokhee Choi, Jangwon Son und Younggi Yoon. Durch diese von Herzen kommende Zusammenarbeit mit ihnen habe ich gelernt, herzlich miteinander zu arbeiten, über die Schwächen der anderen hinwegzusehen und die Stärken der jeweils anderen zu schätzen.
Als Gottes Zeit gekommen war, führte Gott Esther zu mir. So heiratete ich sie unter dem Segen Gottes; wir konnten einander lieben und segensreich für Gott und andere Menschen wirken.
Wenn junge Menschen die biblischen Lehren annehmen und in die Tat umsetzen, reifen sie im Glauben; zu Gottes vollkommener Zeit können sie eine gesegnete Familie gründen und eine gesegnete Ehe führen.
Wir dürfen jedoch nicht stolz auf uns selbst sein. Vielmehr sollten wir Gott für seine Güte danken und ein offenes Herz für andere haben, die Schwierigkeiten in ihrer Ehe erleben. Jede Form von Selbstgerechtigkeit widerspricht Gottes Willen.
2. Eures Herzens Härte wegen (7-12)
Als Jesus sagte: „So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“
Da fragen die Pharisäer: „Warum hat dann Mose geboten, dass der Mann seiner Frau einen Scheidebrief geben soll, wenn er sich von ihr scheidet?“
Mit dieser Frage lassen die Pharisäer durchblicken, dass auch Mose die Scheidung gebilligt hätte.
Jesus erklärt ihnen:
„Mose hat euch erlaubt, euch zu scheiden von euren Frauen, weil er euer hartes Herz kannte. Aber das war nicht Gottes Wille, als er am Anfang die Ehe stiftete. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe“ (8-9).
Die Herzen der israelitischen Männer waren verhärtet, und sie waren entschlossen, sich von ihren Frauen zu trennen. Deshalb wollte Mose den Frauen helfen, die von ihren Männern verstoßen wurden. Er wies die Männer an, eine Scheidungsurkunde auszustellen und sie ihren verstoßenen Frauen zu übergeben, damit diese wieder heiraten könnten.
Abschließend sagt Jesus: „Von Anfang an aber ist’s nicht so gewesen. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, und heiratet eine andere, der bricht die Ehe“ (9).
Hier betont Jesus die sexuelle Reinheit und den Schutz der Ehe. Beides ist für Christen und die christliche Gemeinschaft von großer Bedeutung. Die Familie ist die grundlegende Einheit von Kirche und Gesellschaft. Wenn die Zellen unseres Körpers krank sind, kann der Körper nicht gesund sein, auch wenn er nach außen hin gesund erscheinen mag. Gesunde Familien sind für Kirche und Gesellschaft unerlässlich.
Daher ist es uns im Gebet ein großes Anliegen, dass Gott unsere Ehen schützt und segnet. Wir sollen auch dafür beten, dass Er Menschen in krisengeschüttelten Ehen Heilung schenkt. Somit hat die Kirche im Hinblick auf die Ehe zwei Aufgaben: gesegnete Ehen zu fördern und jenen in schwierigen Ehen zu helfen, damit sie in Christus Heilung erfahren können. Jesus Christus hat unsere Kirche und die christliche Gemeinschaft zu diesem Auftrag berufen. Wir sollen inständig dafür beten.
Nachdem die Pharisäer gegangen sind, äußern die Jünger gegenüber Jesus ihre Meinung: „Wenn die Sache eines Mannes mit seiner Frau so ist, dann ist es besser, nicht zu heiraten.“
Die Jünger finden Jesu Lehre schwierig. Dies ist auch heute noch ein häufiger Einwand gegen Jesu Lehre zur Ehe.
Was sagt Jesus über die Ehelosigkeit?
Er antwortet: „Einige sind von Geburt an zur Ehe unfähig; andere werden es durch menschlichen Eingriff. Und wieder andere haben auf die Ehe verzichtet um des Himmelreichs willen.“
Es gibt Menschen, denen die sexuelle Potenz von Geburt an fehlt. Es gibt auch Menschen, denen die Keimdrüsen entfernt wurden.
Unser Eheparadies
Die Ehe ist ein großer Segen Gottes. Sie ist ein Paradies auf Erden. Gott hat die Ehe eingesetzt, damit die Menschen glücklich in Ihm leben und Ihn preisen können (1. Mose 2).
Der Aufbau dieses Ehe-Paradieses erfordert eine angemessene Vorbereitung. Wir sollen die Voraussetzungen für eine glückliche Ehe schaffen. Jeder Einzelne soll sich selbst prüfen: Bin ich eigensinnig, oder stelle ich Gott und das Wohl anderer an die erste Stelle? Wir sollen lernen, Schwierigkeiten mit Geduld, Glauben und Weisheit zu begegnen und anderen Mut zuzusprechen. Wer noch nicht verheiratet ist, soll geduldig bleiben und zu Gottes Zeit eine gesegnete Familie gründen.
Unsere Ehe ist ein kleines Paradies. In ihr sollen die vielfältigen, schönen Blumen der Liebe blühen und reiche Frucht tragen. Wir sollen Gott preisen und Ihm die Früchte unserer Liebe darbringen. Amen!
[1] https://www.test.de/Scheidung-Ehescheidung-5203605-0/
[2] https://www.welt.de/politik/deutschland/article111470452/Hohe-Scheidungsrate-Die-Ehe-hat-nur-noch-eine-Fifty-fifty-Chance.html
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