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6.10.2026
Leitverse 16-17: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht (bzw. rettet) alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: <Der Gerechte wird aus Glauben leben.>“
Wenn alle Kriege der Welt heute enden und weltweit Frieden herrschen würden, wäre das eine gute Nachricht für alle.
Das Evangelium ist eine noch bessere Nachricht – oder vielmehr die allerbeste Nachricht – für alle Menschen, denn es schenkt jedem ein glückliches und ewiges Leben.
Der Kern dieses Evangeliums ist, dass Jesus Christus für unsere Sünden gestorben und von den Toten auferstanden ist, um uns Vergebung und ewiges Leben zu schenken.
Durch den Römerbrief wollen wir ein tiefes Verständnis dieses Evangeliums gewinnen, damit wir ein glückliches, ewiges Leben führen können.
Gruß (1–7) Zu Beginn seines Briefes grüßt Paulus die Empfänger: „Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, ausgesondert zu predigen das Evangelium Gottes“ (1). Er bezeichnet sich selbst als „Knecht“ [1], [2] Christi, der zum „Apostel“ berufen wurde (Apostel bedeutet wörtlich „Bote“ oder „Gesandter“). Denn er handelt als Diener Christi und folgt dessen Willen als sein Bote. Als Diener Christi ist es Paulus’ Ziel, das Evangelium zu verkündigen. Das Evangelium ist eine frohe Botschaft, die den Menschen Vergebung, ewiges Leben und das Himmelreich gewährt. Es erfüllt die Verheißungen Gottes aus dem Alten Testament. Die zentrale Gestalt des Evangeliums ist Jesus Christus. Er wurde als Nachkomme Davids und Abrahams geboren. Er wurde jedoch nicht auf biologischem Wege von Josef gezeugt, sondern durch den Heiligen Geist. Weil Jesus durch den Heiligen Geist von Gott gezeugt wurde, wird er als Sohn Gottes (2–4) oder als der Mensch gewordene Gott (Johannes 1,14) bezeichnet. In Vers 5 sagt Paulus über seine Aufgabe: „Durch ihn haben wir Gnade und Apostelamt empfangen, in seinem Namen den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden, zu denen auch ihr von Jesus Christus berufen seid“ (5).
Welche Gnade hat er empfangen? Eigentlich war er ein Verfolger Christi gewesen. Doch Christus erschien ihm, vergab ihm seine Schuld und machte ihn zu einem Kind Gottes. Das war eine wunderbare Gnade Gottes. Christus vergab seinem erklärten Feind all seine Schuld und machte ihn zu seinem Kind und Freund. Dazu noch: Christus berief ihn als Boten des Evangeliums für alle Völker, denn Christus will alle Menschen retten und sie zu Kindern Gottes und seinen Freunden machen. Aus Dankbarkeit und Freude nahm Paulus diese Gnade und den Auftrag an, den Menschen überall das Evangelium zu verkünden, damit sie von der Sünde errettet werden, Kinder Gottes werden, das ewige Leben empfangen und ein glückliches, Gott wohlgefälliges Leben führen können.
Auch wir haben das Evangelium durch die Gnade Gottes empfangen und sind Kinder Gottes geworden. Wir können das Evangelium nun mit anderen teilen, auch wenn wir keine großen Diener Gottes wie Paulus sind. Wir können die Frohe Botschaft aus Dankbarkeit und Freude verbreiten.
Dankgebet (8-15)
Paulus sagt in Vers 8: „Zuerst danke ich meinem Gott durch Jesus Christus für euch alle, dass man von eurem Glauben in aller Welt spricht.“
Vor allem dankt er dafür, dass Menschen in aller Welt durch das Evangelium von der Sünde und der Macht des Todes befreit werden und Kinder Gottes werden. Sein Leben ist somit von Dankbarkeit geprägt.
Paulus erklärt, dass er nach Rom kommen und das Evangelium verkünden möchte, weil er allen Menschen verpflichtet ist – Gebildeten und Ungebildeten gleichermaßen (13–15).
Warum ist er ein Schuldner? – Er war früher ein Ungläubiger und ein Verfolger von Christen. Er war von Gott zur Verdammnis bestimmt. Doch Jesus Christus vergab ihm, rettete ihn und nahm ihn als Kind Gottes an. Deshalb erkennt Paulus, dass er Christus – und allen Menschen – etwas schuldet, und zwar aufgrund der Gnade Gottes, die ihm zuteilwurde. Aus diesem Grund möchte er die empfangene Gnade mit so vielen Menschen wie möglich teilen.
Bevor ich zum Glauben an das Evangelium fand, verfiel ich bisweilen dem Nihilismus bei dem Gedanken, dass ich eines Tages sterben müsste. Als ich während meines ersten Studienjahres in Korea zum Glauben an das Evangelium kam, war ich erfüllt von der Freude über Gottes Erlösung und Liebe; der Campus erschien mir wie ein Paradies. Von dieser Freude erfüllt, begann ich, Studenten zu Bibelstunden und zum Glauben an das Evangelium einzuladen. Am 1. Januar 1978 kam ich als Doktorand nach Deutschland, um gemeinsam mit meiner Frau das Evangelium an Studenten und andere Menschen weiterzugeben. Nach Abschluss meiner Promotion widmete ich mich viele Jahre lang der Verkündigung des Evangeliums im vollzeitlichen Dienst durch persönliche Bibelstunden und Sonntagspredigten. Später übergab ich den Predigtdienst an meinen Nachfolger – einen Deutschen – und verbreite das Evangelium nun durch online veröffentlichte Predigten.
Evangelium und Glaube (16-17)
Paulus möchte das Evangelium allen Menschen der Welt bekannt machen. Er begründet dies wie folgt:
„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen“ (17; Elberfelder Übersetzung).
In der Lutherbibel steht der Vers 16:
„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.“
Das griechische Wort „sózein“ (σώζω) – oder „sotería“ (σωτηρία) –, das in der Lutherbibel mit „selig machen“ wiedergegeben wird, lässt sich sowohl mit „retten“ als auch mit „selig machen“ übersetzen.
Gott rettet uns durch das Evangelium von Sünde und Verdammnis und macht uns als Kinder Gottes selig. Somit ist das Evangelium die einzige Kraft Gottes, die uns vor der Verdammnis retten und uns ein ewiges, seliges Leben schenken kann.
Die Menschen sehen sich einer Vielzahl von Problemen gegenüber – z. B. in den Bereichen Bildung, Arbeit, Ehe, Hunger, Krankheit und Krieg. Doch das größte Problem der Menschheit ist der Tod. Aufgeklärte Menschen behaupten, der Tod sei lediglich die Auflösung des menschlichen Körpers. Trotz dieser Ansicht sprechen die Menschen nur ungern über den Tod, da er oft mit düsteren Gedanken verbunden ist. Der Tod ist jedoch nicht bloß die Auflösung des Körpers; er ist der Übergang zum göttlichen Gericht. Nach diesem Gericht erlangt man entweder die ewige Glückseligkeit bei Gott oder erleidet die Verdammnis in der Hölle. Wir benötigen Gottes Hilfe, um der Verdammnis zu entgehen und stattdessen in das Himmelreich einzugehen. Das Evangelium ist Gottes sicherer Weg zum Heil. Wenn wir unsere Schuld bekennen und an das Evangelium glauben, vergibt Gott uns alle Sünden, nimmt uns liebevoll als seine Kinder an, schenkt uns ewiges Leben und heißt uns im Himmelreich willkommen. Dies ist ein wunderbares Angebot Gottes.
Deswegen sagt Jesus in Johannes 5,24:
„Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.“
Wie können wir Vergebung und ewiges Leben empfangen und Gottes Kinder werden?
Darauf antworten die Verse 16-17: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht (bzw. rettet) alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: <Der Gerechte wird aus Glauben leben.>“
Zusammenfassend: Der Glaube an das Evangelium (16) – oder das „Leben aus dem Glauben“ (17) – ist der gesegnete, ewige Lebensweg.
In dieser postmodernen Welt gibt es unzählige verschiedene Denkrichtungen.
Viele sagen: „Nach dem Tod gibt es nichts – weder Auferstehung noch göttliches Gericht. Lasst uns das Leben in vollen Zügen genießen!“
Andere sagen: „Wir müssen alle religiösen Gebote befolgen, um vor Gott bestehen und in das Himmelreich eingehen zu können.“
Die Bibel besagt jedoch, dass die Auferstehung und das Himmelreich Realitäten sind und dass wir durch den Glauben an Jesus Christus Vergebung der Sünden erlangen, auferstehen und in das Himmelreich eingehen können.
Wir können nicht allein dadurch in das Himmelreich gelangen, dass wir religiöse Regeln strikt befolgen. Warum? Weil kein Mensch in der Lage ist, Gottes Gesetze oder moralische Gebote vollkommen zu halten.
Nehmen wir zum Beispiel das zehnte der Zehn Gebote: „Du sollst nicht begehren.“ Gibt es Menschen, die noch nie Begehren verspürt haben?
Natürlich sagt die Bibel nicht, dass wir gesetzlos oder unmoralisch leben sollen.
Die Bibel lehrt uns, an das Evangelium zu glauben und aus Dankbarkeit für unsere Errettung zu leben. Das Evangelium verkündet Gottes Gnade, damit wir Vergebung der Sünden empfangen, Kinder Gottes werden, das Himmelreich erben und ein glückliches Leben führen können. Zu diesem Zweck starb Jesus Christus für unsere Sünden am Kreuz und auferstand von den Toten für unsere Auferstehung. Wir werden nicht durch unsere guten Taten gerettet, sondern durch die Gnade Gottes in Jesus Christus.
John Wesley, der Gründer der methodistischen Kirche, hat z. B. diese Gnade entdeckt. Wesley versuchte zunächst, durch strenges Einhalten der christlichen Lebensregeln und soziale Wohltätigkeiten von Gott anerkannt zu werden, aber er fand keinen Seelenfrieden.
Am 24. Mai 1738 besuchte er eine kleine Versammlung in London. Da las jemand Martin Luthers Vorrede zum Römerbrief. Wesley schrieb dazu in seinem Tagebuch von seiner Erfahrung[3]:
"Ungefähr viertel vor neun Uhr, als man an der Stelle war, wo er (d.h. Martin Luther) seine Veränderung beschreibt, welche Gott durch den Glauben an Christus im Herzen wirkt, wurde es mir seltsam warm ums Herz. Ich fühlte, dass ich für die Erlösung auf Christus vertraute, auf Christus allein, und eine Gewissheit wurde mir gegeben, dass er meine Sünde weggenommen hat, sogar meine, und mich rettete von dem Gesetz der Sünde und des Todes."
Wenn wir Gottes Geschenk – das Evangelium – dankbar annehmen, werden wir von der Sünde und von Gottes Gericht errettet, zu Kindern Gottes und erlangen nach unserem leiblichen Tod das Himmelreich. Unsere Errettung ist allein ein Werk von Gottes Gnade. Deshalb sollen wir dankbar sein und das Evangelium mit anderen teilen.
Die Weltbevölkerung umfasst heute rund 8,3 Milliarden Menschen mit unterschiedlichsten ethnischen, bildungsbezogenen und sozialen Hintergründen. Dennoch bedürfen alle Menschen des Evangeliums. Sie sind bereits unsere Brüder und Schwestern – oder sollen es noch werden. Wir sind dazu berufen, sowohl die Gläubigen als auch jene, die noch zum Glauben finden müssen, von ganzem Herzen zu lieben und Gottes Gnade mit ihnen zu teilen. Dies ist der Wille Gottes, der uns durch seine Gnade gerettet hat. Amen!
[1] Knecht (Altgriechisch: δοῦλος, doulos[do᷇ː.los]) bedeutet „Sklave“.
[2] ftp://bitflow.dyndns.org/german/.../Der_Roemerbrief_Eine_Auslegung_2012.doc, © Thomas Jettel und Herbert Jantzen; 2012
[3] http://www.deutschlandradiokultur.de/luther-und-die-wesley-brueder-ich-fuehlte-mein-herz-seltsam.1124.de.html?dram:article_id=347553
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