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18. August 2026
Leitverse 31-32: „Habt ihr denn nicht gelesen von der Auferstehung der Toten, was euch gesagt ist von Gott, der da spricht: <Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs>? Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden.“
Die Vergebung durch den Kreuzestod Christi und die Auferstehung der Gläubigen sind die zentrale Botschaft Jesu Christi. Leider halten 41 Prozent der Menschen in Deutschland die Auferstehung der Toten für eine reine Wunschvorstellung und 15 Prozent sehen in der Auferstehung nur ein Symbol der Hoffnung [1].
Zu der Zeit Jesu glaubten die Pharisäer an die Auferstehung der Toten; die Sadduzäer dagegen nicht. Diese Sadduzäer versuchten Jesus auf die Probe zu stellen. Er aber nahm ihre Versuchung als die Gelegenheit, die Gewissheit der Auferstehung klar zu machen.
Wir wollen heute zuerst auf die Antwort Jesu auf die Steuerfrage hören. Danach wollen wir seiner Erklärung über die Gewissheit unserer Auferstehung gut zuhören. So wollen wir mit der Überzeugung ein fröhliches Glaubensleben führen.
1. Die Frage nach der Steuer (15–22)
Betrachten wir zunächst, wie Jesus auf die Frage nach der Steuer antwortete, die ihm von den Pharisäern und den Anhängern des Herodes gestellt wurde.
Die Pharisäer und die Anhänger des Herodes kamen gemeinsam zu Jesus und stellten ihm eine sorgfältig formulierte Frage: „Ist es recht, dass wir den Römern Steuern zahlen?“ (17).
Der Ernst der Lage Jesu lässt sich daran ermessen, dass Pharisäer und Sadduzäer zusammenarbeiteten, um ihm eine Falle zu stellen. Normalerweise waren diese beiden Gruppen erbitterte Feinde. Die Pharisäer waren strenge Konservative, die die Steuerzahlung an fremde Herrscher ablehnten, da sie darin einen Verstoß gegen die Rechte Gottes sahen. Die Anhänger des Herodes hingegen waren Liberale, die mit den Römern zusammenarbeiteten und ihre Macht mit römischer Billigung ausübten.
Zu jener Zeit waren die Juden verpflichtet, drei verschiedene Steuern an die Römer zu entrichten.
Erstens musste eine Grundsteuer gezahlt werden, die aus einem Zehntel der Getreideernte sowie einem Fünftel des Öls und Weins bestand. Diese Steuer wurde teils in landwirtschaftlichen Erzeugnissen und teils in bar beglichen.
Zweitens war eine Einkommensteuer in Höhe von einem Prozent des Einkommens fällig.
Drittens gab es die Kopfsteuer. Jede Frau im Alter von 12 bis 65 Jahren und jeder Mann im Alter von 14 bis 65 Jahren musste eine jährliche Kopfsteuer von einem römischen Denar zahlen. Ein Denar war eine Silbermünze, die einem Tageslohn entsprach (Mt. 20,2). Genau von dieser Kopfsteuer sprechen die Verführer jetzt.
Die Pharisäer und Sadduzäer wollen Jesus in eine Falle locken. Würde Jesus sagen: „Zahlt nicht“, könnten die Sadduzäer ihn bei den Römern als Anführer eines Aufstands anzeigen.
Würde Jesus hingegen antworten: „Zahlt“, könnten die Pharisäer ihn als Landesverräter in Verruf bringen; denn in den Augen vieler Juden ist Gott ihr einziger König, weshalb sie Steuern nur an Gott entrichten wollen.
Diejenigen, die ihn auf die Probe stellen, glauben, Jesus mit ihrer Frage in jedem Fall in die Enge treiben zu können.
Doch Jesus durchschaut sofort ihre böse Absicht. Nicht nur das! Er ist auch scharfsinnig. Er sagt: „Ihr Heuchler, warum stellt ihr mich auf die Probe? Zeigt mir eine Steuermünze!“ Als sie ihm einen Denar zeigen, fragt Jesus sie: „Wessen Bild und Name sind darauf?“
Damals wurden neue Münzen mit dem Bildnis des neuen Kaisers geprägt, sobald ein neuer Herrscher den Thron bestieg. Diese Münzen galten als Eigentum des Kaisers.
Das Gespräch zwischen Jesus und seinen Versuchern fand um das Jahr 31 n. Chr. statt. Zu dieser Zeit war Tiberius der zweite römische Kaiser und der Nachfolger seines Stiefvaters; er regierte von 14 bis 37 n. Chr.
Die Steuermünze, die die Versucher Jesus zeigten, war ein silberner Denar. Sie trägt auf der Vorderseite ein Brustbild des Tiberius[2], der der Nachfolger des Kaiser Augustus war. Die Inschrift dort lautet: „Tiberius, der erhabene Sohn des göttlichen Augustus“ (teilweise abgekürzt). Die Rückseite zeigt seine leibliche Mutter, Julia Augusta Livia, auf einem Götterthron sitzend. Vor ihrer Ehe mit Augustus war sie bereits mit einem anderen Mann verheiratet gewesen und hatte Tiberius zur Welt gebracht[3], [4]. Auf den Heiratsantrag des Augustus hin ließ sie sich jedoch von ihrem Ehemann scheiden und heiratete Augustus. Sie war eine einflussreiche Beraterin des Augustus. Nach dem Tod des Augustus wurde sie sogar in den Stand der Götter erhoben.
Auf Jesu Frage: „Wessen Bild und Name sind darauf?“, antworten die Versucher: „Des Kaisers.“
Daraufhin sagt Jesus zu ihnen: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“
Mit seiner Antwort lehrt uns Jesus eine zeitlose Wahrheit über unsere doppelte Staatsbürgerschaft. Wir sind Bürger sowohl des irdischen als auch des himmlischen Reiches.
Einige von uns besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft, andere die koreanische und wieder andere die chinesische. Dennoch leben wir derzeit hier in Deutschland und erhalten verschiedene Formen staatlicher Unterstützung – sei es direkt oder indirekt. Wir zahlen keine Schul- oder Studiengebühren. Wir sind vor Diebstahl und Gewalt geschützt. Wir erhalten sauberes Trinkwasser, Energie und Polizeischutz. Straßen werden instand gehalten und gereinigt. Wälder und Wiesen werden gepflegt. All dies verdanken wir dem Staat. Als Bürger dieses Landes haben wir Verpflichtungen – etwa Steuern zu zahlen, Gesetze zu befolgen und die Natur zu schützen.
Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass wir auch Bürger des Himmels sind. Als solche haben wir sowohl Vorrechte als auch Pflichten.
Als Kinder Gottes besitzen wir das ewige Leben, den Status als Kinder Gottes, das Vorrecht des Gebets, Schutz vor bösen Mächten und vieles mehr. Wir haben auch Pflichten: Gott zu lieben und unsere Mitmenschen zu lieben. Wir sollen auf sein Wort achten und seine Gebote halten. Wir sollen Gottesdienste besuchen und Gott durch unser Verhalten im Alltag ehren.
Gute Christen sind gute Bürger ihres Landes und zugleich gute Bürger des Reiches Gottes.
Wir sollen uns täglich fragen: Habe ich meine Pflicht als Mann, Frau, Kind, Schüler, Student oder Bürger erfüllt? Habe ich auch meine Aufgabe für Gott wahrgenommen?
Die Bibel lehrt uns jedoch, dass niemand vollkommen und frei von Schuld vor Gott ist. Wir müssen uns vor Gott prüfen und für unser Unrecht Buße tun. Dennoch sollen wir uns nicht selbst verurteilen; vielmehr sollen wir dankbar die Vergebung in Christus und Gottes Segen annehmen. Auf diese Weise danken wir Gott und geben Ihm die Ehre. So geben wir Gott, was Ihm gehört.
2. Die Frage nach der Auferstehung (23–33)
Nachdem die Pharisäer und die Anhänger des Herodes gegangen waren, traten am selben Tag die Sadduzäer an Jesus heran. Zahlenmäßig bildeten die Sadduzäer eine kleine Gruppe. Dennoch repräsentierten sie die wohlhabende, aristokratische Oberschicht des jüdischen Volkes; so gehörte beispielsweise die Familie der Hohepriester zu ihren Reihen. Politisch arbeiteten sie mit den Römern zusammen, solange dies ihre Privilegien sicherte. Sie waren offen für die Kultur ihrer Zeit und erkannten lediglich die fünf Bücher Mose als Heilige Schrift an. Allerdings glaubten sie nicht an die Auferstehung der Toten, da sie der Ansicht waren, dass die fünf Bücher Mose diese nicht erwähnten.
Im Gegensatz dazu erkannten die Pharisäer die Überlieferungen der Propheten und Ältesten – seien sie mündlich oder schriftlich – als biblische Schriften an. Zudem glaubten sie an die Auferstehung der Toten. Sie vertraten die Ansicht, dass die Menschen bei der Auferstehung ihr früheres Aussehen behalten würden, sodass sie von anderen wiedererkannt werden könnten; so würden beispielsweise Personen, die eine körperliche Verletzung erlitten hatten, mit eben dieser Verletzung auferstehen.
Bei den Juden gab es ein Gesetz zur sogenannten Leviratsehe bzw. Schwagerehe (5. Mose 25,5–6). Starb ein Mann kinderlos, so sollte seine Witwe einen seiner Brüder heiraten, um dem Verstorbenen einen Erben zu verschaffen. Ihr erster Sohn galt dann als Sohn des Verstorbenen, während ihr zweiter Sohn als Sohn des leiblichen Vaters galt.
Nun stellen die Sadduzäer Jesus eine Frage:
„Meister, Mose hat gesagt: <Wenn ein Mann stirbt und keine Kinder hat, so soll sein Bruder dessen Frau heiraten, um seinem verstorbenen Bruder einen Erbe zu schaffen. Nun waren bei uns sieben Brüder. Der Älteste heiratete eine Frau. Aber er starb kinderlos. Der Zweitälteste heiratete die verwitwete Schwägerin. Aber der starb auch kinderlos. So heirateten alle sieben Brüder die Frau hintereinander, aber starben alle kinderlos. Zuletzt starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie, wenn die Frau und alle sieben Brüder auferstehen würden?“
Die Sadduzäer glauben, mit ihrer Frage die Lehre von der Auferstehung als etwas vollkommen Lächerliches dargestellt zu haben.
Was antwortet Jesus den Sadduzäern?
Er antwortet: „Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes. Denn nach der Auferstehung werden Menschen weder heiraten noch heiraten lassen, sondern sie sind wie Engel im Himmel. Habt ihr nicht gelesen, was Gott euch in der Schrift über die Auferstehung der Toten gesagt hat: <Ich bin Gott Abrahams, Gott Isaaks und Gott Jakobs?> Er ist doch nicht Gott der Toten, sondern Gott der Lebenden“ (29-32).
Jesus erinnert die Sadduzäer und uns auch daran, dass Gott nicht gesagt hat: „Ich war Gott Abrahams, Gott Isaaks und Gott Jakobs“, sondern: „Ich bin Gott Abrahams, Gott Isaaks und Gott Jakobs.“
Durch die Verwendung der Gegenwartsform – „Ich bin der Gott Abrahams …“ – erklärt Gott, dass Er nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebendigen ist. Dies bedeutet, dass Abraham, Isaak und Jakob leben, weil sie von den Toten auferstanden sind. Gott ist nicht der Gott der Toten, sondern der Gott der Lebenden. Deshalb gewährt Er den Gläubigen ein neues Leben der Auferstehung und das Himmelreich.
Jesus nennt auch den Grund für den Irrtum der Sadduzäer. Sie setzen die irdische Welt mit der Welt der Auferstehung gleich. Folglich glauben sie, dass die Menschen auch im Himmelreich heiraten würden.
Der Koran auch stellt die Auferstehungswelt als eine Art der Fortsetzung dieser Welt.
Zum Beispiel verspricht der Koran, dass den Männern im Paradies schöne Mädchen stets zur Verfügung stehen: „Und bei ihnen sollen sein züchtig blickende großäugige Mädchen. Gleich einem versteckten Ei. (Koran; Sure 37,48.49)[5].
Eine andere Übersetzung derselben Verse lautet[6]: „Und bei ihnen werden (Keusche) sein, die züchtig aus großen Augen blicken, als ob sie verborgene Perlen wären.“
Doch das Himmelreich ist nicht einfach eine Fortsetzung oder Erweiterung dieser Welt. Das irdische Leben ist zeitlich begrenzt; das Leben nach der Auferstehung hingegen ist ewiges Leben. In dieser Welt haben wir irdische Körper. Im Himmelreich werden wir neue, himmlische Körper haben.
Apostel Paulus vergleicht unseren irdischen Körper mit unserem zukünftigen himmlischen Körper folgenderweise: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib“ (1. Kor. 15,42-44).
Unser Auferstehungsleib ist also ein unverweslicher, herrlicher, kräftiger und geistlicher Leib. Wir werden wie Engel sein und nicht heiraten, wie Jesus selbst gesagt hat: „Wenn nämlich die Menschen von den Toten auferstehen, werden sie nicht mehr heiraten, sondern sie werden sein wie die Engel im Himmel“ (Markus 12:25).
Das Buch Offenbarung beschreibt die neue Welt der Auferstandenen so: „Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte (Wohnung) Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst mit ihnen sein und ihr Gott sein. Und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. Denn das Erste ist vergangen“ (Offb. 21,3-4).
Das Evangelium verkündet uns solch eine Frohe Botschaft. Wir empfangen durch den Glauben an das Evangelium das ewige Leben und kommen ins Himmelreich. Wer dies Evangelium wahrnimmt, erlebt große Freude wie französischer Mathematiker Pascal.
Am 23. Nov. 1654 erlebte Pascal, ein französischer Mathematiker und Philosoph, eine überwältigende Freude, als er die Frohe Botschaft Christi persönlich annahm. Im seinem Erinnerungsblatt[7] (Mémorial) schrieb er seine Erfahrung[8]:
<Feuer
Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jacobs, aber nicht (Gott) der Philosophen und Gelehrten.
Gewissheit, Gewissheit. Empfinden: Freude und Friede.
Gott Jesu Christi ...
Freude, Freude, Freude und Tränen der Freude.>
Dies schrieb Pascal auf einem schmalen Pergamentstreifen, befestigte den Streifen durch Nähen auf der Innenseite seines Rockes und trug ihn, bis er 1662 mit 39 Jahren einschlief.
Die herrliche Stunde
Jesus Christus ist gekommen, um uns von der Sünde und der Verdammnis zu erlösen und uns ins Himmelreich zu führen. Jesus Christus hat uns unsere Schuld vergeben und uns das ewige Leben geschenkt. Er ist mit uns. Er wird uns in das Himmelreich führen.
Wenn wir auferstehen, werden wir ihn von Angesicht zu Angesicht sehen. Deswegen ist die Stunde des Todes für uns der Tag des Eintritts in die Herrlichkeit des Himmelreiches.
Wegen dieser Gewissheit sagt Apostel Paulus:
„Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Danke, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus. Darum meine lieben Brüder, seid fest, unerschütterlich und nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wisst, dass eure Arbeit nicht vergeblich ist in dem Herrn“ (1. Kor. 15,55-58). Amen!
[1] http://www.kath.net/news/2044, Umfrage des EMNID-Institutes im Auftrag des evangelischen Magazins “chrismon” (Hamburg)
[2] G. Maier, Matthäusevangelium. 2. Teil, S. 215
[3] http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2014/02/livia-drusilla-kaiser-augustus
[4] www.kinderzeitmaschine.de/antike/...livia/.../livia-die-frau-des-augustus.html?...
[5] http://derprophet.info/inhalt/sieben-himmel-htm/
[6] http://www.chj.de/Koran/Einzelsuren/Sure037.html
[7] Pergament ist eine zum Beschreiben enthaarte, geglättete Tierhaut
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