|
|
2. September 2026
– Das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen –
Schlüsselvers 13: „Darum wacht! Denn ihr wisst weder Tag noch Stunde.“
Jesus ist unser bester Freund. Er liebt uns über alles. Seine ganze Geschichte ist eine Liebesgeschichte, die uns gilt. Er lebte unter uns. Dann starb Er am Kreuz für unsere Sünden. Danach ist Er von den Toten auferstanden und in den Himmel aufgefahren.
Er hat vor, zu der von Gott bestimmten Zeit wiederzukommen und uns zu Seinem himmlischen Hochzeitsmahl zu führen. Er hat uns bereits Seinen Heiligen Geist als Einladung gesandt. Es ist entscheidend, dass wir daran teilhaben. Deshalb erzählt Er uns dieses Gleichnis.
Das Hochzeitsmahl
In Israel wurden Hochzeiten folgendermaßen gefeiert: Am Abend wartet die Braut in ihrem Haus auf den Bräutigam, begleitet von ihren Brautjungfern. Wenn der Bräutigam eintrifft, gehen die Brautjungfern hinaus, um ihn zu empfangen und zu begrüßen. Dann begleiten sie das Brautpaar zum Haus des Bräutigams, wo die Hochzeitsfeier stattfindet.
Für diesen Zug tragen die Brautjungfern Fackeln anstelle von Öllampen, da der Wind die Flamme einer kleinen Öllampe sofort auslöschen würde. Fünf kluge Brautjungfern haben zusätzliches Öl in einem Gefäß bereitgestellt, während fünf törichte dies nicht getan haben.
Zehn Brautjungfern warten nun im Haus der Braut auf den Bräutigam. Doch der Bräutigam verspätet sich erheblich, und die Brautjungfern schlafen ein. Dann – um Mitternacht – wecken Wächter alle auf und rufen: „Steht auf! Der Bräutigam kommt! Nehmt eure Fackeln und begrüßt ihn.“ Alle Brautjungfern reiben sich die Augen, stehen auf und bereiten sich darauf vor, den Bräutigam zu empfangen. Manche haben genug Öl für ihre Fackeln, während andere zu wenig haben. Die Brautjungfern mit ausreichend Öl eilen dem Bräutigam entgegen, begrüßen ihn und begleiten das Brautpaar zum Haus des Bräutigams. Die anderen fünf Jungfrauen laufen zunächst zu einem Geschäft, kaufen Öl und kehren zurück. Leider kommen sie zu spät! Das Brautpaar ist längst zum Haus des Bräutigams gegangen. Diejenigen, die zu spät kamen, eilen zum Haus des Bräutigams und klopfen an. Doch der Bräutigam will nichts mehr mit ihnen zu tun haben.
Was möchte uns Jesus durch dieses Gleichnis sagen? Ich möchte drei Dinge nennen:
Erstens: Jesus lädt uns zum Fest aller Feste ein.
Für mich waren die Begegnung mit Christus und meine Hochzeit die freudigsten Ereignisse meines Lebens. Diese beiden Ereignisse haben meinem Leben dauerhaftes Glück gebracht.
Lasst mich zunächst von der Freude meiner Eheschließung mit Esther sprechen.
Wir heirateten am 15. Oktober 1977 – einem Samstag. Esther erschien mir wie ein kleines Engelchen, das plötzlich aufgetaucht war und mich heiratete. Damals empfand ich eine unermessliche Freude, obwohl ich sie zuvor nicht richtig kennengelernt hatte.
Nach der Trauung verbrachten wir die Nacht in einem Hotel in Yuseong. Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst. Anschließend fuhren wir nach Daegu, um die Kyungpook National University zu besuchen, und reisten dann weiter nach Busan zur Pusan National University. Von dort aus nahmen wir ein Schiff zur Insel Jeju. Dort bestiegen wir den Berg Halla bis zum Gipfel. Als Hochzeitsgeschenk schenkte uns Gott wunderschönes Wetter, sodass wir vom Gipfel aus in Richtung Deutschland blickten, wo wir für das Evangelium wirken wollten. Die Freude unserer Ehe hat unser Leben wahrhaft gesegnet.
Unsere Famielnangehörigen
Auf dem Gipfel des Berges Halla
Nun möchte ich die Freude meines Glaubenslebens mit euch teilen. Ich fand 1970, während meines ersten Semesters der Universität, zum Glauben an Jesus Christus. Bis dahin konnte ich nicht an Gott glauben, da mein rationaler Verstand das Dasein Gottes nicht erfassen konnte. Doch durch das Studium des Johannesevangeliums begann ich, an Jesus Christus und an Gott zu glauben. Im Winter 1970/1971 erkannte ich anhand von 1. Mose 1,31, dass Gott mich als sehr schön betrachtet, weil Er mich wunderbar geschaffen hat. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich aufgrund meiner Verletzung an der rechten Hüfte mit Minderwertigkeitsgefühlen zu kämpfen. Doch das Wort heilte mich; ich war überglücklich und die Welt erschien mir wie ein Paradies. Voller Freude begann ich, Kommilitonen zum Bibelstudium und zum Glauben einzuladen.
Als ich in Deutschland war, wurden einige Mitglieder unserer Gemeinde zur Hochzeit von Stephan Schulzki eingeladen – ich jedoch gehörte nicht dazu. Eine Missionarin schlug jedoch vor, dass sich der Bräutigam sehr freuen würde, wenn ich käme. So begleitete ich die anderen zur Trauung und zum anschließenden Feieressen. Auf den Tischen waren Namenskärtchen für die geladenen Gäste aufgestellt. Natürlich stand mein Name nicht dort, da ich ja nicht eingeladen worden war. Doch der Bräutigam fertigte kurzerhand ein Namenskärtchen für mich an und stellte es auf den Tisch.
Doch für uns alle, die wir an Jesus Christus glauben, sind die himmlischen Tische bereits gedeckt und unsere Namenskärtchen liegen bereit, denn wir sind von Christus selbst zu seiner Hochzeit eingeladen worden. Wir müssen unbedingt an diesem Fest teilnehmen.
Vielleicht ist unser gegenwärtiges Leben aus irgendeinem Grund traurig, sodass wir zögern, die Einladung Christi zu seinem Hochzeitsmahl anzunehmen. Oder vielleicht ist unser Leben in dieser Welt so angenehm, dass wir dazu neigen, die himmlische Einladung abzulehnen. Doch das Hochzeitsmahl Christi ist das Wunderbarste überhaupt! Andererseits könnten wir schläfrig werden, während wir auf sein Hochzeitsmahl warten. Doch wir müssen geduldig sein und auf den Bräutigam, Jesus, warten. Dann werden wir am Tisch sitzen, auf Braut und Bräutigam anstoßen, himmlischer Musik lauschen und das himmlische Fest feiern.
Die Welt hat ein solches Fest noch nie gesehen. Dies ist das Fest aller Feste. Und wir haben die Einladung bereits erhalten – ausgestellt von Jesus Christus.
Zweitens: Habe ich genügend Ölvorrat für meine Fackel?
Diese Geschichte erzählt von fünf klugen Brautjungfern, die mit zusätzlichem Öl für ihre Fackeln auf den Bräutigam warten. Die anderen fünf Brautjungfern haben jedoch kein zusätzliches Öl, da sie annahmen, der Bräutigam würde bald eintreffen. Leider erscheint der Bräutigam nicht sofort – auch nicht, als die Nacht schon weit fortgeschritten ist. Dann ertönt plötzlich der Ruf an die Brautjungfern: „Der Bräutigam kommt! Beeilt euch und empfangt ihn mit euren Fackeln!“ In diesem Augenblick geht den fünf törichten Brautjungfern das Öl für ihre Fackeln aus. Die Törichten bitten die Klugen: „Bitte gebt uns etwas Öl aus eurem Vorrat!“ Doch die Klugen antworten: „Mein Ölvorrat reicht gerade für meine eigene Fackel. Geht zu den Händlern und kauft euch selbst Öl!“ Also laufen die Törichten los, um Öl zu kaufen. Währenddessen trifft der Bräutigam ein und nimmt die Braut – zusammen mit ihren fünf klugen Brautjungfern – mit in sein Haus. Das freudige Fest beginnt, und die Tür wird geschlossen.
Wie sieht unsere geistliche Fackel aus?
Brennt meine geistliche Fackel hell, wie die Fackeln der klugen Brautjungfern? Habe ich genügend Ölvorrat für meine Fackel? Oder steht meine geistliche Fackel kurz davor zu erlöschen, weil ich kein Öl mehr habe?
Einige von uns begannen ihr Glaubensleben schon in der Kindheit; andere, wie ich selbst, fingen erst im Alter von etwa zwanzig Jahren damit an.
Wir warten schon seit vielen Jahren auf Christus, doch er ist noch nicht zurückgekehrt. In der Zwischenzeit haben unsere Glaubensfackeln viel Öl verbraucht. Habe ich noch einen ausreichenden Ölvorrat? Brennt meine Fackel noch hell? Habe ich noch Begeisterung für Christus und das himmlische Hochzeitsmahl? Oder flackert meine Fackel nur noch schwach? Die Erfahrung zeigt, dass die Begeisterung besonders groß ist, wenn jemand erst im Alter von 14 Jahren oder später zum Glauben findet. Bei jenen, die schon seit der Kindheit glauben, ist diese Begeisterung vielleicht nicht ganz so ausgeprägt wie bei denen, die erst mit 14 oder älter gläubig werden.
Unabhängig davon trägt jeder Gläubige die Verantwortung, das Feuer des Glaubens im eigenen Herzen brennend zu erhalten. Jeder muss über einen ausreichenden Ölvorrat verfügen.
Wir verbrauchen in unserem täglichen Leben viel geistliche Kraft. Deshalb braucht jeder einen ausreichenden Vorrat an Öl. Wir müssen unsere geistliche Kraft ständig erneuern.
Unser Auto hat einen Benzinmotor; Diesel hineinzufüllen, wäre verhängnisvoll.
Wir brauchen den Treibstoff, den unser Schöpfer bereitstellt. Ungeeignete Fernsehsendungen, schädliche Computerspiele oder schlechter Umgang sind nicht der richtige Treibstoff.
Wir sollten daher darüber nachdenken: Was inspiriert mich? Was brauche ich, um körperlich und geistig stark zu bleiben und Gott mit Freude zu dienen?
Hier sind die wichtigsten Orte, an denen wir auftanken können:
Bibellesen, Gebet und Gemeinschaft mit Gott.
Wir leben nicht vom Brot allein. Ich brauche Gottes Wort. Ich muss seine Stimme hören und Gemeinschaft mit ihm haben. Ich brauche seinen Trost, seine Vergebung, seine Bestätigung, Ermutigung und Führung. In Gottes Gegenwart finden wir die größte Kraftquelle für unser Leben. Lasst uns an Gottes Tankstelle neue Lebenskraft schöpfen!
Auch die Familie und die Kirchengemeinde sind wichtige Tankstellen.
Durch Familie und Gemeinde können wir Gottes Liebe erfahren und neue Kraft schöpfen. Wir sind dazu berufen, einander durch Liebe und Gemeinschaft zu stärken. Wenn wir jedoch innerhalb der Familie oder der Gemeinde streiten, zehren wir unsere Ölvorräte schnell auf.
Sport und körperliche Aktivität liefern Energie für unsere körperliche und geistliche Gesundheit.
Wissenschaftler sagen, dass Bewegung oder Sport unser Energieniveau um bis zu 20 % steigern und helfen können, Stress abzubauen.
Eine gesunde, nahrhafte Ernährung ist eine weitere Kraftquelle für ein gesundes Leben.
Gute Freunde, gute Bücher und inspirierende Glaubenszeugnisse dienen ebenfalls als Kraftquellen für unser Leben.
Wir sollen uns immer wieder fragen: „Habe ich genug Öl, um Christus mit Freude zu empfangen?“
Wir müssen stets für einen ausreichenden Ölvorrat sorgen, damit unsere Fackeln hell brennen und wir Jesus mit großer Freude willkommen heißen können. Dafür müssen wir unsere geistliche Kraft immer wieder neu auftanken.
Drittens: Wir sollen beim himmlischen Hochzeitsmahl dabei sein.
Der Bräutigam kommt um Mitternacht, um seine Braut zu sich zu holen. Hörner erklingen, und eine Menge mit Fackeln zieht die Straße entlang, direkt auf das Haus der Braut zu.
„Doch mitten in der Nacht waren plötzlich lautes Rufen: ‚Siehe, der Bräutigam kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!‘“ (Matthäus 25,6).
Apostel Paulus schreibt an die Gemeinde in Thessalonich: „Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl gegeben wird, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erklingt. (...) Dann werden wir für immer beim Herrn sein“ (1. Thessalonicher 4,16–17).
Jesus Christus kommt also plötzlich.
Die fünf Brautjungfern in Jesu Gleichnis sind gut auf das Kommen des Bräutigams vorbereitet; sie können den Bräutigam willkommen heißen, die Braut zum Haus des Bräutigams begleiten und dort an der freudigen Hochzeitsfeier teilnehmen. Dort findet das Hochzeitsmahl statt. Braut und Bräutigam teilen dieses Mahl mit den Brautjungfern, Familienangehörigen und Freunden. Währenddessen erklingt fröhliche Musik, und es wird getanzt.
Dieses Hochzeitsmahl veranschaulicht eindrücklich die Glückseligkeit unserer himmlischen Gemeinschaft mit Christus (siehe auch Offenbarung 19,9). Wir, die erlösten Gläubigen, werden am Hochzeitsmahl Christi teilhaben. Dies wird der Höhepunkt unseres Lebens sein.
Was geschah mit jenen, die keinen Ölvorrat hatten, als der Bräutigam eintraf? Sie kamen zu spät zum Hochzeitsmahl, weil sie erst zum Händler laufen mussten, um Öl zu kaufen. Die Tür des Hauses, in dem das Hochzeitsmahl stattfand, war bereits geschlossen. So klopften sie an die Tür und riefen: „Herr, Herr, öffne uns die Tür!“ Da antwortete der Herr: „Ich kenne euch nicht.“ Und er sagte zu den Türwächtern: „Öffnet ihnen die Tür nicht! Sie müssen draußen bleiben.“
Warum erzählt uns Jesus dieses Gleichnis gerade jetzt?
Er möchte uns sagen, dass wir auf seine Wiederkunft gut vorbereitet sein sollen. Wir sollen sein Kommen mit einem ausreichenden Vorrat an Öl erwarten, damit wir ihn mit Freude willkommen heißen und gemeinsam mit ihm in seinem Reich der Freude feiern können. Ohne angemessene Vorbereitung werden wir bei seiner Rückkehr vor einer verschlossenen Tür stehen – mit erloschenen Lampen.
Um uns darauf vorzubereiten, Christus zu empfangen, ist ein ausreichender Ölvorrat für unsere geistlichen Fackeln unerlässlich.
Wer jedoch nicht über genügend Öl verfügt, gerät in eine Krise – eine geistliche Ölkrise. Diese Krise kann durch geistliche Erschöpfung oder geistliche Nachlässigkeit entstehen. Wer seine Kräfte nur verausgabt, ohne sie zu erneuern, dessen Ölvorrat ist bald aufgebraucht, sodass die geistliche Fackel erlischt. Wer geistlich nachlässig ist, versäumt es, genügend Öl für seine Fackeln bereitzuhalten.
Bei manchen geht das geistliche Öl durch verborgene Sünde verloren. Eine schwere, verborgene Sünde mit sich herumzutragen, kommt dem Verschütten des eigenen Öls gleich.
Deshalb müssen wir über ausreichend geistliches Öl verfügen und es gut bewahren, damit wir an der Freude des himmlischen Hochzeitsmahls teilhaben können. Wir dürfen nicht geistlich nachlässig sein. Zudem sollen wir verborgene Sünden ablegen und Jesus Christus von ganzem Herzen willkommen heißen.
Wenn wir Jesus Christus um Öl für unsere Fackeln bitten, gießt er eine ausreichende Menge in unsere Gefäße; denn er schenkt uns großzügig seinen Geist und sorgt dafür, dass unsere Fackel des Heiligen Geistes hell brennt.
Wir müssen also ausreichend Öl von Jesus Christus empfangen.
|
|
