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26. September 2026
Schlüsselverse:
46: „Und um die neunte Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: ‚Eli, Eli, lama asabtani?‘, das heißt: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘“
50: „Jesus aber schrie noch einmal mit lauter Stimme und gab den Geist auf.“
54: „Als aber der Hauptmann und die, die mit ihm Jesus bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: ‚Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!‘“
Wenn eine national oder international wichtige Person tot ist, senden ZDF oder ARD eine Nachricht von ihrem Tod mit kurzer Zusammenfassung ihres Lebenswerkes. Durch diese Nachricht erfahren wir, was die gestorbene Person während ihrer Lebzeiten gewirkt hat.
Worin bestehen die Gemeinsamkeit und der Unterschied zwischen dem Tod vieler Menschen und dem Tod Jesu Christi? Jesus starb als ein schwacher Mensch wie jeder Mensch. Deswegen hatte er große Todesqual und schrie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Er starb aber auch als Christus. So hat sein Tod das Geschick der Menschheit grundlegend geändert. Durch seinen Tod schenkt er uns die Erlösung von Sünde und Tod. Darum ist sein Tod die Frohe Botschaft für uns. Heute wollen wir die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu Christi für uns kennen lernen.
1. Jesu Tod am Kreuz (31–56)
Nachdem Pilatus das Todesurteil verkündet hat, übergibt er Jesus dem Hinrichtungskommando. Zunächst verspotten die Soldaten Jesus auf grausame Weise. Dann führen sie ihn zur Hinrichtungsstätte. Da er jedoch durch das Verhör und die Folter zu schwach ist, sein Kreuz weiterzutragen, zwingen die Soldaten einen Mann namens Simon von Kyrene, es nach Golgatha zu tragen. Nach der Ankunft auf Golgatha kreuzigen sie ihn. Anschließend werfen sie das Los, um Jesu Gewänder unter sich aufzuteilen. Dann setzen sie sich hin und bewachen ihn.
Einige Schaulustige verhöhnen Jesus und machen sich über ihn lustig: „Du wolltest den Tempel abreißen und in drei Tagen wieder aufbauen! Komm jetzt vom Kreuz herab. Dann werden wir an dich glauben“ (40).
Die Hohepriester, Schriftgelehrten und Ältesten verspotten ihn: „Anderen hat er geholfen, aber sich selbst kann er nicht helfen. Wenn er wirklich der König von Israel ist, soll er jetzt vom Kreuz herabsteigen. Dann werden wir an ihn glauben“ (42).
Sogar die Räuber, die mit ihm gekreuzigt wurden, beschimpfen ihn (44).
Gegen Mittag senkt sich plötzlich Finsternis über das ganze Land. Und die Finsternis dauert bis drei Uhr nachmittags an.
Um drei Uhr ruft Jesus mit lauter Stimme: „Eli, Eli, lama asabtani?“ Das bedeutet: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Er schreit noch einmal laut auf und verschied (50).
Im Tempel von Jerusalem befand sich die Stiftshütte. Der Raum der Stiftshütte wurde durch einen einzigen Teppich in zwei Räume namens „Heilige“ und „Allerheiligste“ aufgeteilt. Im Raum „Heiligen“ befanden sich Schaubrottisch, Leuchter und Räucheraltar. Und Priester brachten morgens und abends Räucheropfer dar.
Den Raum „Allerheiligsten“ durfte aber ein Priester nur einmal im Jahr betreten. In diesem Raum stand eine Holzkiste namens Bundeslade mit goldenem Deckel. Der goldene Deckel hieß „Gnadenthron“; er symbolisierte die Anwesenheit Gottes. In der Kiste waren ursprünglich steinerne Gesetzestafeln, die Mose von Gott empfangen hatte.
Im Augenblick des Todes Jesu zerriss der Vorhang, der die beiden Bereiche der Stiftshütte voneinander trennte, von oben bis unten (51). Dies bedeutet, dass der Weg zu Gott durch den Opfertod Christi für alle Menschen weit offensteht. Jeder kann Gott in Jesus Christus persönlich begegnen und Gottes Gnade erfahren. Damit hat das Zeitalter der Gnade begonnen.
Der Hauptmann und die Soldaten [1], die den gekreuzigten Jesus bewachen, werden Zeugen all dieser Ereignisse und bekennen: „Wahrhaftig, das war der Sohn Gottes!“
Sie sind tief beeindruckt von Jesu Worten, seinem Verhalten und seinem Gebet. Sie sehen nun, wie Jesus stirbt, und erleben mit, wie der Himmel auf seinen Tod reagiert. Daraufhin bekennen sie öffentlich, dass Jesus der Sohn Gottes ist.
Jesus wurde um 9 Uhr morgens gekreuzigt (Markus 15,25). Zur Mittagszeit breitete sich über ganz Israel Finsternis aus. Diese Finsternis war ein Zeichen göttlichen Gerichts (Amos 8,9). Gott goss daraufhin Seinen Zorn und Sein Gericht wegen der Sünden der ganzen Menschen über Jesus aus (vgl. Jesaja 53,5). Deshalb rief Jesus laut: „Eli, Eli, lama asabtani?“ Das bedeutet: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (46). Jesus hatte Seine Auferstehung bereits mehrfach angekündigt – etwa als Er die Verleugnung durch Petrus vorhersagte (26,32). Warum also rief Jesus auf diese Weise?
Zur Bedeutung seines Schreis lassen sich hier drei Dinge sagen.
Erstens offenbart der Schrei Jesu, dass er am Kreuz als gewöhnlicher Mensch leidet.
Jesus ist Gott. Zugleich ist er jedoch ein gewöhnlicher Mensch. Er erleidet am Kreuz qualvolle Schmerzen. Deshalb ruft er: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“
Seine Menschlichkeit hatte er bereits vor der Kreuzigung im Gebet in Gethsemane gezeigt. Er hatte große Angst vor dem Kreuzestod und flehte Gott an, ihm diesen qualvollen Tod zu ersparen, sofern dies irgend möglich wäre.
Jesus litt am Kreuz als gewöhnlicher Mensch – das bedeutet, dass er uns gut versteht, wenn wir uns in einer schmerzhaften Lage befinden. Oft stellen wir uns Jesus als den Sohn Gottes vor – allmächtig und vollkommen –, doch wir vergessen häufig, dass er auch ein gewöhnlicher Mensch wie wir sind und das qualvolle Leiden des Todes ertragen musste.
Hin und wieder erleben wir schmerzhafte Situationen. Leider verstehen andere unsere Notlage oft nicht. Infolgedessen beklagen wir ihre Gleichgültigkeit und ihren Mangel an Mitgefühl. Doch solches Klagen hilft uns nicht weiter. Stattdessen sollen wir uns an Jesus wenden; Er versteht unsere Lage vollkommen, denn als Mensch, der der Schwachheit unterworfen war, hat Er genau das durchlitten, was ich gerade durchmache – und sogar noch Schlimmeres (Hebräer 4,15). Da Er selbst als Mensch schmerzhafte Nöte erlebt hat, kann Er sowohl dich als auch mich wahrhaft verstehen. Er leidet mit dir und teilt deinen Schmerz sowie deine Ängste. Er fühlt mit dir in all deinen Problemen, deinem Kummer und deinen Sorgen. In Situationen, die aussichtslos erscheinen, kann Jesus uns trösten.
Was sollen wir tun, wenn wir uns in einer verzweifelten, scheinbar aussichtslosen Lage befinden? Wir sollen uns an Jesus wenden, der uns tief versteht und uns Trost spenden kann. Er tröstet alle, die Seines Trostes bedürfen.
Zweitens bedeutet sein Ruf, dass Jesus am Kreuz Sühne für deine und meine Sünden geleistet hat.
Sünde hat schreckliche Folgen – nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern auch Tod und Hölle. Mit anderen Worten: Die Folge der Sünde ist das göttliche Gericht, das dazu führt, dass der Sünder von Gott verlassen wird. Von Gott verlassen zu sein – das ist das Wesen der Hölle. Doch Jesus kam als Erlöser und nahm die Strafe Gottes für unsere Sünde auf sich. Deshalb musste er als Gottes Opferlamm sterben und von Gott verlassen werden. Diese Strafe war selbst für Jesus unerträglich. Darum rief er: „Eli, Eli, lama asabtani?“ – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Durch seine Propheten – wie etwa Jesaja – hatte Gott den Opfertod Christi vorausgesagt. So sagt Jesaja (Jesaja 53,5–6): „Doch er wurde um unserer Übertretungen willen verwundet und um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“
Auf diese Weise nahm Jesus am Kreuz die Strafe Gottes für unsere Sünde auf sich und starb.
Wie betrachten wir Jesu Schrei: „Eli, Eli, lama sabachthani?“ – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Hören wir diesen Schrei gleichgültig an, als wäre es bloß die Nachricht vom Tod eines Fremden? Hat sein qualvoller Tod nicht mit deiner und meiner Sünde zu tun? Wurde er nicht wegen deiner und meiner Sünde von Gott verlassen? Sollen wir nicht anerkennen, dass wir Vergebung und ewiges Leben dank seines Opfertodes empfangen? Sollen wir ihm nicht danken?
Drittens bedeutet sein Ruf, dass sich Jesus inmitten seines Todeskampfes an das Wort Gottes aus Psalm 22 erinnerte und auf dessen Grundlage weiterbetete.
Psalm 22 ist als der „Leidenspsalm Jesu“ bekannt. In diesem Psalm klagt der Gerechte zunächst über sein unerträgliches Leid, beschließt sein Gebet jedoch mit dem Lobpreis seines Triumphs (beginnend bei Vers 24).
Am Kreuz erinnerte sich Jesus an diesen Psalm und sprach dessen Anfangsvers aus. Damit brachte er sowohl seine unmittelbare Not als auch seine Zuversicht auf den Sieg zum Ausdruck – in dem vollen Bewusstsein, dass er von den Toten auferstehen werde. Deshalb bezeichnen wir den Ruf Jesu – „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – als den „Siegesruf Jesu“.
Bisweilen geraten wir in Schwierigkeiten oder große Not. Wir sehen uns womöglich sogar dem Tod gegenüber – sei es durch einen Unfall, eine Krankheit oder andere Ursachen. Natürlich rufen wir in solchen Augenblicken zu Gott und klagen Ihm sowie unseren Mitmenschen unser Leid. Doch wir müssen uns bewusst machen, dass wir trotz solcher Situationen wahre Sieger in Jesus Christus sind; denn wir werden von den Toten auferstehen und in das Himmelreich eingehen. Gibt es einen größeren Sieg als diesen?
Selbst wenn wir niedergeschlagen sind, sollen wir daher über unseren großen Sieg in Christus nachdenken und uns freuen. Gott hat uns zu wahren Siegern gemacht. Mit Paulus können wir sagen: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? … Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15,55.57).
Fühlt sich jemand aufgrund einer schwierigen Situation niedergeschlagen? Dann denke an den Sieg in Jesus Christus und stimm in die Worte des Paulus ein: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Dank sei Gott, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“
2. Die Grablegung Jesu (57–66)
Am Abend kam ein reicher Mann namens Josef zu Pilatus und bat um die Erlaubnis, den Leichnam Jesu vom Kreuz abzunehmen und zu bestatten. Auch er war ein Jünger Jesu. Er legte den Leichnam Jesu in sein eigenes neues Grab, das in den Felsen gehauen worden war. Nach der Bestattung wälzte er einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging weg. Maria aus Magdala und die andere Maria aber blieben dort und saßen dem Grab gegenüber.
Am Tag nach der Kreuzigung baten die Hohepriester und Pharisäer Pilatus, römische Soldaten das Grab Jesu bewachen zu lassen, um zu verhindern, dass Jesu Jünger seinen Leichnam stahlen und das falsche Gerücht verbreiteten, Jesus sei von den Toten auferstanden. Pilatus entsprach ihrer Bitte. Daraufhin begab sich die Wache zum Grab und versiegelte den Grabstein.
„Eli, Eli, lama asabtani?“
Lassen Sie uns nun noch einmal über die Bedeutung des Todes Jesu nachdenken.
Sein Schrei zeigt, dass Er uns gut versteht und uns trösten kann, weil Er am Kreuz als gewöhnlicher Mensch gelitten hat. Dass Jesus als gewöhnlicher Mensch am Kreuz gelitten hat, bedeutet, dass Er uns gut versteht, wenn wir uns in schmerzhaften Situationen befinden. Deshalb sollen wir uns an Jesus wenden. Weil Jesus selbst als gewöhnlicher Mensch schmerzvolle Not erlebt hat, fühlt Er mit all unseren Problemen, unserer Traurigkeit und unserer Angst mit. In den aussichtslosen Situationen, denen du und ich gegenüberstehen, kann Jesus uns trösten; da Er selbst als schwacher Mensch hilflos am Kreuz gelitten hat, versteht Er unsere eigene Schwäche und Hilflosigkeit vollkommen. Jesus ist unser wahrer Trost.
Jesus litt am Kreuz, um für deine und meine Sünden zu sühnen.
Aufgrund unserer Sünde hätten wir es verdient, von Gott verlassen zu werden. Doch Jesus trug die Strafe Gottes für unsere Sünde, obwohl diese Strafe unerträglich war – selbst für Ihn. Deshalb rief Er: „Eli, Eli, lama asabtani?“ Am Kreuz nahm Er die Strafe Gottes für unsere Sünde auf sich und starb.
Sollen wir nicht anerkennen, dass wir dank Seines Opfertodes Vergebung und ewiges Leben empfangen haben? Sollen wir Ihm nicht danken?
Mitten im Todeskampf erinnerte sich Jesus an das Wort Gottes aus Psalm 22 und betete dessen ersten Vers.
Mit dem Ruf „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ erkannte Jesus seine verzweifelte Lage an und bekräftigte zugleich seine Zuversicht auf den Sieg. Somit war es sein Siegesruf.
Wenn wir uns in Schwierigkeiten oder in Notzeiten befinden, sollen wir nicht nur an unsere augenblickliche Lage denken, sondern auch an unseren Sieg in Jesus Christus. Trotz unserer Bedrängnis sind wir wahre Sieger in Jesus Christus, denn Gott hat uns in Ihm zu wahren Siegern gemacht. Lasst uns daher frohlocken und sagen: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? … Aber Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1. Korinther 15,55.57).
Möge Gott euch zu solchen Siegern machen. Amen!
[1] Diese römischen Soldaten waren (höchstwahrscheinlich) aus Syrien. Darum konnten sie Aramäisch, die Muttersprache Jesu, gut verstehen, weil Aramäisch ein Dialekt vom Syrisch war.
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