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30.9.2026
Leitverse
5-6: „Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat.“
18-20: Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“
Die meisten Fernsehnachrichten sind wenig erfreulich. Oft hören wir von Terror, Krieg und Unterdrückung. Solche Nachrichten hinterlassen bei uns ein Gefühl der Beunruhigung und des Pessimismus.
Dennoch haben wir allen Grund, voller Zuversicht einer herrlichen Zukunft entgegenzublicken, denn wir werden auferstehen und in Herrlichkeit leben.
Woher wissen wir das? Durch die Auferstehung Christi! Er ist der Erstling der Auferstehung, und wir werden Ihm folgen. Betrachten wir voller Freude den Bericht über die Auferstehung Christi in diesem Kapitel.
Seine Auferstehung vermittelt uns zwei wesentliche Botschaften. Ich möchte Ihnen diese Botschaft erläutern.
Jesus Christus wurde am Freitag gegen 9 Uhr morgens ans Kreuz genagelt (Markus 15,25) und starb gegen 15 Uhr. Vom Samstag an hielten römische Soldaten Wache an seinem Grab, um zu verhindern, dass jemand seinen Leichnam stahl und falsche Gerüchte über seine Auferstehung verbreitete.
Der Sabbat – also der Samstag – ist vorüber, und die Sonne geht am ersten Tag der Woche auf; es ist Sonntagmorgen. Maria Magdala und die andere Maria – genauer gesagt die Mutter von Jakobus und Josef (siehe 27,56) – kommen zum Grab (siehe Lukas 23,56 und 24,1). Dem Markusevangelium zufolge ist auch Salome, die Mutter von Jakobus und Johannes, anwesend (Markus 16,1). Sie haben die Absicht, den Leichnam Jesu mit Öl zu salben, um ihn so lange wie möglich zu bewahren.
In allen Evangelien steht Maria von Magdala an der Spitze der Liste der Augenzeugen des auferstandenen Christus (Mt 28,1; Mk 16,1; Lk 24,10; Joh 20,1.11). Das ist jedoch kaum überraschend. Wir erinnern uns an die Geschichte des Mannes aus Gerasa; böse Geister trieben ihn zu Wutanfällen und Selbstverletzungen. Auch Maria litt schwer unter bösen Geistern, doch Jesus befreite sie. Sie war überglücklich. Aus Dankbarkeit folgte sie Jesus nach und sorgte gemeinsam mit anderen Frauen für die Verpflegung Jesu und seiner Jünger.
Doch zu ihrem Entsetzen wurde Jesus gekreuzigt, erlitt einen qualvollen Tod und wurde begraben. Was konnte sie nun noch für ihn tun? Sie konnte lediglich seinen Leichnam mit Öl salben, damit sein Leichnam so lange wie möglich in einem lebensechten Zustand bewahrt bliebe.
Als sie am frühen Ostersonntag gemeinsam mit der anderen Maria am Grab Jesu eintraf, erlebte sie etwas Unerwartetes: Ein gewaltiges Erdbeben ereignete sich. Der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, wälzte den Stein, der den Eingang des Grabes verschloss, beiseite und setzte sich darauf. Sein Aussehen glich einem Blitz, und seine Gewänder waren schneeweiß. Die Wachen gerieten in große Angst und waren wie tot.
Der Engel sprach zu Maria und den anderen Frauen: „Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus sucht, der gekreuzigt wurde. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, genau wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stelle, an der er lag; geht dann schnell und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist. Und seht, er geht euch nach Galiläa voraus; dort werdet ihr ihn sehen. Seht, ich habe es euch gesagt“ (5–7).
Die Wachen gehen zu den Hohepriestern und berichten, was geschehen ist. Die Hohepriester geben ihnen Geld und weisen sie an, das Gerücht zu verbreiten, die Jünger Jesu seien in der Nacht gekommen und hätten seinen Leichnam gestohlen. Mit anderen Worten: Sie sollen die Wahrheit vertuschen. Doch es gibt ein lateinisches Sprichwort: „Groß ist die Wahrheit; sie wird siegen.“ Das Evangelium ist die Wahrheit. Es siegt.
Ich möchte nun zwei wesentliche Punkte zum Bericht über die Auferstehung Christi erläutern:
Der erste wesentliche Punkt ist, dass die Auferstehung Christi die allerbeste Nachricht für uns ist.
Was Maria Magdala und die andere Maria erlebten, ist so erstaunlich, dass sie von seiner Auferstehung völlig überrascht und überwältigt sind. Folglich können sie sich zunächst nicht dazu durchringen, es zu glauben. Doch das leere Grab und die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus drängen sie zum Glauben, denn der Engel sagt zu ihnen: „Er ist nicht hier; er ist auferstanden!“
Unser gesamter Glaube hängt von der Auferstehung Jesu Christi ab. Wir sind dazu berufen, diese Botschaft zu glauben.
Die Auferstehung Jesu ist zweifellos das unglaublichste aller Wunder Jesu. Vielen Menschen fällt es schwer, an die Auferstehung zu glauben. Sie empfinden den Gedanken an die Auferstehung schlicht als zu schön, um wahr zu sein. Sie sind unschlüssig, ob sie daran glauben sollen oder nicht.
Dennoch ist die Auferstehung Jesu ein tatsächliches historisches Ereignis. Und seine Auferstehung beweist, dass Jesus wahrhaftig der Sohn Gottes ist. Zudem ergibt sie Sinn, wenn man bedenkt, dass der allmächtige, liebende Gott seinen geliebten Sohn nicht für immer der Macht des Todes überlassen konnte. Tatsächlich befreite Gott Jesus aus der Macht des Todes und rief ihn ins Leben zurück.
Die Bibel bezeichnet Jesus als den Erstling der Auferstehung (1. Korinther 15,20). Das bedeutet, dass Jesus uns durch seine Auferstehung die Tür zum Himmelreich weit geöffnet hat. Wäre Jesus allein von den Toten auferstanden, ohne dass uns dies ebenfalls zuteilwürde, wäre seine Auferstehung für uns nur eine halbe frohe Botschaft gewesen. Manche könnten dann sagen: „Lasst uns essen und trinken, denn morgen sterben wir!“ (1. Korinther 15,32).
Doch die Auferstehung Jesu ist eine frohe Botschaft für uns alle; denn jeder, der an Jesus Christus glaubt, wird ebenfalls auferstehen und in das Himmelreich eingehen. Dort gibt es weder Schmerz noch Leid noch Tod. Dort werden wir Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht sehen und Gemeinschaft mit ihm haben. Dort werden wir eine gesegnete Gemeinschaft mit all den Gläubigen genießen, die uns vorangegangen sind – wie etwa Abraham, Sara, Isaak, Rebekka, David, Luther, Bonhoeffer, Choo Ki-Cheol, Son Yang-Won und so weiter.
Offenbarung 21,2–4 beschreibt die Glückseligkeit der Auferstandenen: „Ich sah die Stadt Gottes, das neue Jerusalem, wie sie von Gott aus dem Himmel herabkam – festlich geschmückt wie eine Braut an ihrem Hochzeitstag. Ich hörte eine mächtige Stimme vom Thron her rufen: ‚Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. Ja, von nun an wird Gott selbst als ihr Herr in ihrer Mitte sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das, was einst war, ist für immer vorbei.‘“
Die Welt der Auferstehung liegt weit jenseits unseres Vorstellungsvermögens. Kein Mensch kann die Glückseligkeit der Auferstehungswelt wahrhaftig in menschlicher Sprache beschreiben. Dennoch möchte ich euch die Welt der Auferstandenen vorstellen, wie Sundar Singh sie beschrieben hat. Sundar Singh [1] war ein indischer Christ. Das von ihm verfasste Lied ist wohlbekannt:
Ich bin entschieden zu folgen Jesus (3x)
Niemals zurück, niemals zurück.
„(Ein Engel erzählte Sudar Singh von der Erfahrung eines Christen, der starb, auferstand und ins Himmelreich kam.) Der Christ sah, der Himmel war vor ihm aufgetan und eine Schar von Engeln und Heiligen kam ihm entgegen; und an der Tür wartete der Heiland mit ausgestreckter Hand, um ihn zu empfangen. Als der Christ all das sah, rief er einen solchen Freudenruf aus: <Was für eine frohe Stunde ist das für mich!> Alle, die an seinem Sterbebett standen, erschraken.
…
Dann machte sich der Christ mit den Engeln nach dem Himmel auf. Sie hatten sich erst ein kleines Stück fortbewegt, als ihnen eine andere Engelschar begegnete und ihnen „Willkommen“ zurief. Auch viele Freunde und Angehörige, die vor ihm gestorben waren, traten auf ihn zu; und als er sie sah, wurde seine Freude noch größer. AIs er und die Engelschar das Himmelstor erreichten, stellten sich die Engel und Heiligen schweigend zu beiden Seiten auf. Er trat ein, und im Eingang kam Christus ihm entgegen. Sogleich fiel er Ihm zu Füßen und wollte Ihn anbeten, aber der Herr hob ihn empor, umarmte ihn und sprach: ‚Ei, du frommer und getreuer Knecht, gehe ein zur Freude deines Herrn.‘ Hierbei wurde die Freude des Christen unbeschreiblich. Von seinen Augen flossen Freudentränen; der Herr wischte sie in großer Liebe ab und sprach zu den Engeln: ‚Führt ihn hin zu jener herrlichsten Wohnung, die von Anfang an für ihn bereitet worden ist.‘
…
Als der Christ schließlich sein Gesicht nach seiner Wohnung wandte, erstaunte er: denn wo immer er hinblickte, da konnte er den Herrn sehen. Denn Christus ist an jedem Ort gegenwärtig, und die Heiligen und Engel sehen Ihn überall.
Der Christ war darüber entzückt, dass er auf jeder Seite außer dem Herrn auch noch seine Umgebungen sah, die ihn mit Freude erfüllten: Jene, die nach dem Range die untersten sind, begegnen denen, die höher stehen, ohne Neid; und jene, die höhere Stellungen innehaben, haben große Freude darüber, ihren Brüdern auf den niederen Stufen zu dienen; denn dies ist Gottes Reich der Liebe.
In jedem Teil des Himmels gibt es prächtige Gärten; diese Gärten bringen immer jede Art von lieblichen und sehr süßen Früchten und auch alle möglichen süß duftenden Blumen hervor, die nie verwelken. Dort preisen Geschöpfe jeder Art unaufhörlich Gott.
Vögel von wunderbarer Färbung lassen ihre lieblichen Lobgesänge hören. Und wer den süßen Gesang der Engel und Heiligen zuhört, der wird von einem wunderbaren Gefühl der Glückseligkeit gepackt. Wo immer man hinblicken mag, sieht man nichts als Bilder schrankenloser Freude. Das ist das Paradies, das Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben; dort gibt es keinen Schatten des Todes noch Irrtum noch Sünde noch Leiden, sondern immerwährenden Frieden und Freude.“
Wir sollen die Nachricht von der Auferstehung Christi mit großer Freude annehmen.
Die zweite Kernbotschaft des Berichts über die Auferstehung Christi lautet, dass wir diese gute Nachricht mit anderen teilen sollen.
Oft hören wir Nachrichten wie diese: „Wenn der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund gewinnt, jubeln dessen Fans, während die Anhänger von Borussia Dortmund niedergeschlagen sind.“ Die meisten Nachrichten in dieser Welt sind also für die eine Gruppe von Menschen eine gute Nachricht, für die andere jedoch nicht.
Die Auferstehung Jesu hingegen ist eine gute Nachricht für alle. Tatsächlich ist sie die großartigste Nachricht in der gesamten Geschichte der Menschheit.
Maria von Magdala und die andere Maria eilen herbei, um diese frohe Botschaft anderen mitzuteilen (8). Plötzlich steht Jesus vor ihnen und sagt: „Seid gegrüßt!“
Die Frauen werfen sich vor ihm nieder und umfassen seine Füße.
Jesus sagt zu ihnen: „Habt keine Angst! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen! Dort werden sie mich sehen!“ (10).
Als die elf Jünger auf dem Berg in Galiläa eintreffen, begegnen sie dem auferstandenen Jesus. Als sie ihn sehen, werfen sie sich vor ihm nieder. Doch einige zweifeln noch immer daran, ob es wirklich Jesus ist.
Da sagt Jesus zu ihnen:
„Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und macht zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (19-20).
Die Auferstehung Christi und unsere eigene zukünftige Auferstehung – das ist unglaublich und doch wahr. Es ist eine wunderbare Botschaft. Selbst wenn wir vor vielfältigen Problemen stehen, lässt uns die Botschaft von der Auferstehung all unsere Sorgen vergessen, denn eine herrliche Zukunft erwartet uns. Wir sind dazu berufen, diese Botschaft zu verbreiten. Wir sollten sie mit so vielen Menschen wie möglich teilen – mit Menschen in Bochum und Deutschland ebenso wie in fernen Ländern wie China oder Indien.
Dabei sollen wir Jünger erziehen, damit diese Frohe Botschaft auf dauerhafte und glaubwürdige Weise weitergegeben werden kann. Denn Jesus sagte zu uns: „Macht zu Jüngern alle Völker: Tauft sie ... und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (19–20).
Jesus beauftragt uns nicht nur damit, diejenigen zu taufen, die zum Glauben an Jesus Christus kommen, sondern auch, sie alles zu lehren, was Jesus gesagt hat. Wir sollen nicht bloß biblisches Wissen im Kopf ansammeln, sondern Jesu Worte auch in die Tat umsetzen. Wenn wir Jesu Lehren lediglich als intellektuelles Wissen aufnehmen, gleichen wir einem Menschen mit einem riesigen Kopf, aber sehr dünnen, kurzen Armen und Beinen.
Wir sollen als Gläubige wachsen, die Gottes Wort gehorsam sind. Wir brauchen sowohl ein fundiertes Verständnis der Lehre Christi als auch eine gottgefällige Lebensweise. Auf diese Weise können wir glaubwürdig Zeugnis für Christus ablegen. Zudem sollen wir andere zum Glauben führen und sie wirksam als Jünger Jesu fördern.
Wir sollen auch für die Weltmission beten und uns für sie einsetzen, denn Jesus Christus liebt alle Menschen in allen Nationen der Welt und sagte: „Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern!“
Lasst uns daher für die Missionsarbeit in Deutschland, Afrika, Asien, Amerika und anderswo beten und unseren eigenen kleinen Beitrag zur Weltmission leisten. Möge Gott unseren kleinen Beitrag zur Weltmission segnen und sein wunderbares Werk zur Vollendung bringen. Amen!
[1] http://cordisanima.blogspot.de/2014/05/sadhu-sundar-singh-gesichte-aus-der.html, Sadhu Sundar Singh: „Gesammelte Schriften von Sadhu Sundar Singh“, 6. Kap. von „Gesichte aus der jenseitigen Welt“, SGFL, Basel,
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