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24.12.2024
Leitvers 6,34: „Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt.“
41: „Und er nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle.“
Heute denken viele Leute, dass das Glaubensleben freudlos sei und altmodisch. Das ist ein Missverständnis. Ich kann allen versprechen, dass man, wenn man an Jesus Christus richtig glaubt, viel Freude und lebendige Hoffnung bekommen und glücklich leben kann.
Denn Jesus Christus ist allmächtig und liebt uns sehr. Denn er hat sogar sein Leben für uns geopfert. Darum wird er sich in unserem Alltag um uns sorgfältig kümmern.
Die Geschichte von der Speisung der Fünftausend ist ein Beispiel für seine Liebe und Fürsorge.
Darum wollen wir durch diese Geschichte Jesu Liebe und seine Fürsorge kennenlernen.
1. Jesus kümmerte sich um seine Apostel (30-32)
Verse 30-32 berichten die Rückkehr der Apostel von ihrer Verkündigungsreise:
„Und die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug um Essen. Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein.“
Die zwölf Apostel waren gerade von ihrer Evangelisationsreise zurückgekommen. Jesus hatte sie zur Verkündigung des Evangeliums und zur Heilung ausgesandt. Dabei gab er ihnen die Anweisung, kein Brot, keine Geldtasche und kein Brot mitzunehmen. Sie hatten sich wahrscheinlich so gefühlt, als wären sie ein Himmelfahrtskommando, das nur mit bloßen Händen viele Menschen aus der Festung der Feinde befreien sollte. Als sie Jesu Anweisung durch den Glauben gehorchten, erfuhren sie die Kraft Gottes: Sie konnten viele Menschen von den bösen Geistern befreien und zahlreiche Kranke heilen. Sie konnten nicht wenige Menschen zur Buße und zum Glauben an Jesus Christus führen.
Sie kamen nun als Sieger zurück und berichteten Jesus alles, was sie getan und gelehrt hatten. Jesus hörte ihren Bericht mit Teilnahme zu und gab ihnen dann Lob. Er sagte dann zu ihnen: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“
Jesus wusste, dass seine Jünger weder ausruhen noch etwas richtig essen konnten, weil ständig viele Leute kamen und gingen. Darum schlug er ihnen, an eine einsame Stätte zu fahren. So fuhren die Apostel mit Jesus mit einem Boot an einsame Stätte jenseits des Galiläischen Meeres für sich allein. Die Apostel mussten über ihre seltsame Erholungsfahrt sehr gefreut haben. Ich meine, sie haben bei der Fahrt viele Wanderlieder gesungen wie z. B.:
„Aus der grauen Städte Mauern ziehn wir durch Wald und Feld,
wer bleibt, der mag versauern, wie fahren in die Welt.
Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt.
Halli, hallo, wir fahren, wir fahren in die Welt.“
Aber der Vers 33 berichtet uns so: „Und man sah sie wegfahren, und viele merkten es und liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor.“
Wie verhielt sich Jesus gegenüber dieser Menge, die gar nicht auf die müde, hungrige Jünger achtete?
Der Vers 34 erzählte uns die Reaktion Jesu: „Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten hatten. Und er fing eine lange Predigt an.“
Es ist eine große Überraschung, dass Jesus trotz ihrer Unverschämtheit sie weder als lästig noch als unverschämt betrachtete. Vielmehr erkannte er ihre Bedürfnisse und empfing sie herzlich.
Prophet Jesaja 9,5 hat den Christus „Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater und Friede-Fürst“ genannt. Er ist unser liebevoller Ewig-Vater. Er ist wie ein liebevoller Vater, der seine Kinder mit großer Freude jederzeit herzlich annimmt. Er nimmt uns jederzeit herzlich an, wenn wir zu ihm kommen oder wenn wir ihn unsere Bedürfnisse sagen.
Jesus ist unser guter Hirte. Er sah im Verhalten der Menschenmenge keine Unverschämtheit, sondern vielmehr ihren Seelendurst. Er erkannte sofort, dass die Menge wie Schafe waren, die gegenüber den Wölfen wehrlos sind. Sie können selbst nicht den richtigen Weg zum lebendigen Wasser finden, sondern verirren sich, verschmachten vor Hunger und Durst und gehen verloren.
Womit half Jesus ihnen?
Der letzte Satz des Verses 34 lautet: „und er fing eine lange Predigt an.“
Jesus kannte natürlich all ihre Bedürfnisse. Er wusste, dass sie Heilung, Brot, soziale Gerechtigkeit usw. brauchten.
Er erkannte aber, dass sie vor allem Gottes Wort brauchten. Er selbst war müde und hungrig. Aber er nahm diese Menschenmenge herzlich an und lehrte sie Gottes Wort sehr lange.
Warum lehrte er sie Gottes Wort so lange? – Weil nur Gottes Wort Menschen grundlegend helfen kann. Gottes Wort nur kann Menschen eingehend sättigen, heilen, trösten und ihnen das ewige Leben geben kann. Gottes Wort ist die heilende Kraft Gottes für die kranken Seelen. Es ist die befreiende Kraft Gottes für die Menschen unter der Sündenmacht. Es kann Menschen von der Macht des Todes befreien und ihnen das ewige Leben und Gottes Reich schenken. Es kann Menschen von der Gewalt des bösen Geistes befreien und ein seliges Leben schenken. Es kann traurige, unglückliche Menschen trösten und ihnen ein glückliches Leben schenken. Es kann durstigen Menschen Liebe und Freude füllen. Es kann Menschen lebendige Hoffnung und einen lebendigen Sinn des Lebens schenken, sodass sie kräftig leben und wirken. Gottes Wort offenbart Menschen vor allem Gott als ihren liebevollen Vater.
Weil Jesus die Menschenmenge Gottes Wort reichlich lehrte, begann der Tag zu neigen.
Weil Jesus sehr lange predigte und der Tag begann sich zu neigen, wurden seine Jünger ungeduldig. Sie traten zu Jesus und sagten zu ihm: „Es ist öde hier, und der Tag ist fast vorüber; lass sie gehen, damit sie die Höfe und Dörfer ringsum gehen und sich Brot kaufen.“
Die Jünger wollten, dass Jesus seine Predigt beende, damit die Volksmenge weggehen und selbst irgendwo zu essen kaufen sollte. Die Jünger waren gerade von ihrer Missionsreise zurückgekommen. Sie hatten kaum Brot und auch kein Geld. Ihr Vorschlag schien sehr vernünftig zu sein, denn niemand könnte allen der riesengroßen Menschenmenge Brot geben. Die Jünger meinten mit ihrem Vorschlag, dass ein jeder für sich selbst Brot kaufen und essen sollte. Ihr Vorschlag verrät uns ihre tief eingeprägte individualistische Denk- und Lebensweise. Ihr Motto lautet: „Du isst dein Brot; ich esse mein Brot! Du erledigst dein Problem selbstständig, ich mein Problem.“
Was sagte Jesus zu den Jüngern?
Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (37a).
Obwohl Jesus die Situation seiner Jünger gut kannte, sagte er ihnen diese Antwort. Warum gab er ihnen diese Antwort?
Wir können über die Absicht Jesu zweierlei sagen:
Als E r s t e s wollte Jesus seine Jünger lehren, das Hirtenherz für die Menschenmenge zu haben.
Die Jünger waren eigentlich mit dem Boot dorthin gekommen, um für sich allein mit Jesus Ruhe zu haben und etwas zu essen. Aber ihr Plan wurde wegen der unverschämten Menschenmenge durchkreuzt und sie konnten weder Ruhe finden noch etwas essen. Vielmehr mussten sie den ganzen Tag geduldig darauf warten, dass die Predigt Jesu endlich beende und die Menge weggehe. Als die Sonne begann sich zu neigen, konnten sie nicht länger warten. Sie traten zu Jesus und schlugen ihm vor, dass er die Menge wegschicke, damit jeder von der Menge sich selber Brot kaufen und essen sollte.
Aber Jesus antwortete ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Damit wollte Jesus zu ihnen sagen: „Habt Herz für die Menschenmenge!“ Sie sollten Hirtenherz für die hungrigen Menschen haben, wie eine Mutter Herz für ihr Kind hat. Die Jünger sollten unabhängig von ihrer Situation Liebe und Herz für die hungrige Menschenmenge haben.
In Nordkorea herrschte eine lange Hungersnot. Wir hören, dass manche Mütter ihren Kindern etwas zu essen geben, obwohl sie selbst nichts zu essen haben. Deshalb sterben manche Mütter eher als ihre Kinder wegen des Hungers.
Gegenwärtig sind mehr als 25.000 südkoreanische Missionare weltweit im Einsatz[1]. Missionar zu werden bedeutet es für sie unter Armut zu leben und zu leiden. Trotzdem wollen sie ihr Leben für die Rettung der Menschen freudig einsetzen, weil sie Hirtenherz für die Menschen haben, die verloren gehen könnten.
Als Z w e i t e s wollte Jesus sie mit seinem Wort „Gebt ihr ihnen zu essen“ lehren, den Glauben an Jesus zu haben.
Einer Menschenmenge von 5.000 Menschen essen zu geben – das war eine unmögliche Aufgabe für 12 Jünger Jesu. Sie hatten weder genug Brot noch Geld. Jesus hatte selbst bei der Aussendung zur Evangelisation gesagt, kein Brot, keine Geldtasche, kein Geld usw. zu mitzunehmen. Nun sagte er zu ihnen, der zahlreichen Menschenmenge essen zu geben. Warum sagte Jesus seinen Jüngern diese unmögliche Aufgabe?
Jesus wollte ihnen durch dies Wort helfen, dass sie an ihn als Gottes Sohn glauben und durch den Glauben an ihn diese Unmöglichkeit ermöglichen sollten. Jesus hatte ihnen schon mehrere Male als Gottes Sohn gezeigt. Beispielsweise hatte er mit seinem Wort das tobende Meer still gemacht und die verstorbene Tochter des Jairus wieder lebendig gemacht. Seine Jünger sollten sich an solche Taten Jesu erinnern und an Jesus als Gottes Sohn und seine Allmacht glauben. Sie sollten Jesu Gottheit und Allmacht glauben und bekennen, dass Jesus 5.000 Menschen essen geben kann.
Sie sollten an Jesus als Gottes Sohn und an seine Allmacht glauben und mit dem Hirtenherzen Jesus bitten, dieser Menschenmenge zu essen zu geben.
Was antworteten die Jünger auf das Wort Jesu „Gebt ihr ihnen zu essen!“?
Sie antworteten ihm: „Sollen wir denn hingehen und für zweihundert Silbergroschen Brot kaufen und ihnen zu essen geben?“ (37b).
Ein Silbergroschen entsprach damals etwa einem Tagesarbeiterlohn. Angenommen, dass der Tageslohn in Euro umgerechnet 100 Euro betrüge, wären 200 Silbergroschen etwa 20.000 Euro wert. Die Jünger könnten vielleicht 20 Euro oder 100 Euro in ihrer Hosentasche haben, aber nicht 20 Euro!
Die Jünger wollten mit ihrer Antwort etwa sagen: „Es ist unmöglich, diese große Menschenmenge zu speisen, denn dafür wären 20.000 Euro nötig. Aber so vieles Geld haben wir nicht!“
Es schien, dass ihre negative Antwort völlig recht hätte. Die Jünger aber bei ihrer Beurteilung etwas Wichtiges vergessen, nämlich an Jesu Hirtenherz und seine Allmacht zu denken. Sie dachten nur daran, dass sie nicht so viel Geld hatten. Darum dachten sie negativ und pessimistisch.
Die Denkweise eines Menschen ist sehr wichtig, denn Jesus hat gesagt: „Die geschehe, wie du geglaubt hast“ (Mt. 8,3). Das heißt: Wenn wir negativ denken, werden wir Negatives erleben. Aber wenn wir positiv denken, werden wir Positives erleben.
Wie können wir unsere negative Denkweise loswerden und uns eine positive Dankweise zu eigen machen?
Wir können durch die Anweisung Jesu das Geheimnis der positiven Denkweise kennenlernen.
Jesus sagte zu den Jüngern: „Wie viel Brote habt ihr?“ (38)?
Damit meinte Jesus, dass sie nicht daran denken sollen, was sie nicht hatten, sondern daran, was sie haben und mit dem Vorhandenen anfangen sollen. Sie würden dann bestimmt etwas für die Menge finden. Sie sollen dann das Gefundene zu Jesus bringen. Jesus wird dann ihre Gabe segnen und etwas Wunder tun. Das Hirtenherz für die Menge, der Glaube an Jesus und der konkrete Gehorsam können ein Wunder bewirken.
Ich habe zu diesem Weihnachten die Autobiografie unseres Ehepaars als ein kleines Geschenk für unzählbare Menschen der Welt zu Jesus gebracht. Das ist eine winzige Gabe für die Weltbevölkerung. Ich glaube, dass Gott durch dieses winzige Geschenk segnen und ein großes Wunder bewirken wird.
Die Jünger gehorchten Jesu Anweisung; sie gingen hin und suchten nach dem Brot. Und sie fanden fünf Brote und zwei Fische und brachten sie zu Jesus. Diese Gabe war für die große Menschenmenge lächerlich winzig.
Aber Jesus nahm diese Gabe herzlich an und dankte Gott dafür (Vers 41). Er segnete diese geringe Gabe und gab sie den Jüngern, damit sie sie unter der Menschenmenge austeilten. Und alle von der Menschenmenge aßen davon satt, und noch zwölf Körbe von Brocken und Fischen waren übrig. Die Zahl der erwachsenen Männer, die Brot gegessen hatten, waren ca. 5000. Dazu waren auch Frauen und Kinder, die Brot und Fisch gegessen hatten. Das war eine eindrucksvolle Demonstration der Allmacht Jesu und seines Hirtenherzens als Gottes Sohn. Alle vier Evangelien berichten davon.
Die Speisung der 5000 zeigt uns, dass Jesus der menschgewordene Gott ist, und zugleich dass Jesus der gute Hirte für alle Menschen ist. Denn Jesus sagt zu uns: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen. Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe“ (Joh. 10,10b-11). Amen!
[1] Livenet.ch/themen/kirche_und_co/interkulturelles_mission/verfolgte_christen/220293-wo_mission_am_schnellsten_wächst Quelle: idea von 31.07.2012
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