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2. Januar 2025
Leitverse 7,28-29: „Sie antwortete aber und sprach zu ihm: Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder. Und er sprach zu ich: Um dieses Wortes willen geh hin, der böse Geist ist von deiner Tochter ausgefahren.“
Das Neujahr 2025 hat begonnen. Und jeder hat Hoffnung und Wünsche für dieses Jahr. Wir können wir unsere Hoffnung erfüllen erfahren? – Dadurch, dass wir mit der Zuversicht der Gebetserhörung zu Gott beten.
Wir sind Gottes Kinder. Darum können wir unseren himmlischen Vater bitten, dass er unsere Gebetsanliegen und Vorhaben segnet.
Heute wollen wir durch das Beispiel einer Frau die Zuversicht der Gebetserhörung bekommen und gute Beter werden.
1. Aber ihr Herz ist fern von mir (1-23)
Die ersten 1. und 2. Verse lauten: „Und es versammelten sich bei ihm die Pharisäer und einige von den Schriftgelehrten, die aus Jerusalem gekommen waren. Und sie sahen einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt: ungewaschenen Händen das Brot essen. Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie nicht die Hände mit einer Handvoll Wasser gewaschen haben, und halten so die Satzungen der Ältesten.“
Die Satzungen der Ältesten, von denen hier die Rede ist, sind „die überlieferten Traditionen der Alten“. Schon im fünften und vierten Jahrhundert vor Christus begannen jüdische Schriftgelehrte damit, die Vorschriften zum genaueren Einhalten der Gebote und Satzungen im Alten Testament auszuarbeiten. Dabei orientierten sie sich an äußerlichen Verhalten und Zeremonien. Gott hat z. B. geboten, am Sabbat nicht zu arbeiten. Die Schriftgelehrten definierten dann, was als Arbeit gelte. Nach ihrer Vorschrift galt es als Arbeit, wenn man am Sabbat mehr als 10 Schritte schnell läuft. Solche Vorschriften wurden im dritten Jahrhundert n. Christus in die „Mischna“ aufgenommen.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten aus Jerusalem waren wahrscheinlich von den Oberen des Judentums beauftragt, die Beweise dafür zu sammeln, Jesus als Irrlehrer anzuklagen. Sie beobachten die Taten und Reden Jesu genau. Als sie sahen, dass Jesu Jünger mit ungewaschenen Händen das Brot aßen, verurteilten dies als Übertretung der Satzungen der Ältesten. Diese Waschung erfolgte aber nicht aus hygienischen Gründen, sondern rein im Sinne der religiösen Zeremonie. Denn die Gelehrten des Judentums meinten, dass man vor Gott unrein werde, wenn man mit ungewaschenen Händen Brot esse. Darum hielten die Juden diese Vorschriften sehr streng ein. Ein Rabbi, der von den Römern eingekerkert worden war, benutzte das Wasser, das ihm als Trinkwasser gegeben wurde, zum Einhalten der Reinigungsvorschriften. Als Folge kam er vor Durst beinahe um.
Es gab noch viele jüdische Vorschriften wie z. B. Trinkgefäße, Krüge, Kessel, Bänke waschen usw. Gemäß diesen Vorschriften wäre ein Geschirr z.B. unrein, wenn ein Heide oder eine Frau, die ein Baby entbunden hatte, es berührt hatte.
Jesu Jünger waren wie lebhafte Gymnasiasten der 5. oder 6. Klasse. Wenn sie etwas Leckeres fanden, nahmen sie es sofort in die Hände und steckten es in den Mund.
Als die Pharisäer und Schriftgelehrten feststellten, dass Jesu Jünger die Satzungen der Ältesten nicht einhielten, sagten sie zu Jesus: „Warum leben deine Jünger nicht nach den Satzungen der Ältesten, sondern essen das Brot mit unreinen Händen?“ Sie drohten damit, Jesus als Irrlehrer und seine Gruppe als Sekte anzuklagen. Mit ihrer Bedrohung versuchten sie, dass Jesus aus Angst vor ihnen den Mut zu verlieren, Gottes Wort aktiv zu verkünden. Sie waren wie Wölfe, die greifend vor den Schafen standen. Jesu Jünger waren wahrscheinlich in Angst und Zweifel geraten, ob sie die richtige Glaubenslehre verlassen hätten.
Wie verhielt sich Jesus in dieser Situation?
Jesus tadelte sie als Erstes wegen ihrer Heuchelei.
Der Vers 6 gibt uns sein Tadel wieder: „Er aber sprach zu ihnen: Wie fein hat von euch Heuchlern Jesus geweissagt, wie geschrieben steht: <Dies Volk ehrt mich mit den Lippen; aber ihr Herz ist fern von mir.>“
Jesus nannte die Falschheit der Pharisäer genau: Ihre Heuchelei. Äußerlich sahen sie fromm zu sein, aber in ihrem Herzen waren sie egoistisch und sündig. Sie wurden unter der Macht des Teufels. Darum donnerte Jesus die Macht des Teufels, der ihre Herzen und Gedanken beherrschte.
Darum sagte Jesus: Wie fein hat von euch Heuchlern Jesaja geweissagt, wie geschrieben steht: <Dies Volk ehrt mich mit den Lippen; aber ihr Herz ist fern von mir.>“ (6).
Äußerlich betrachtet waren die Pharisäer fromm und traditionell rechtgläubig. Aber ihr Herz war fern von Gott. Das bedeutet, dass sie im Herzen nicht an Gott und seine Liebe glaubten.
Darum hatten sie Gott gegenüber kaum dankbares Herz. Sie hatten kaum Wunsch, Gott zu verherrlichen und ungläubige Menschen zu Gott zu führen. Vielmehr verurteilten andere Menschen eigenwillig als gottlos und wollten ihren eigenen Namen verherrlichen. Wegen ihrer Eigensüchtigkeit konnten sie sich über das gnädige, mächtige Wirken Jesu nicht freuen.
Die falsche Lehre der Pharisäer zeigt uns, dass das Einhalten der religiösen Vorschriften und Zeremonien Menschen nicht von der Sünde befreien kann. Wir können nur durch den Glauben an Jesu Opfertod und seine Auferstehung die Sündenvergebung und das ewige Leben empfangen. Wenn wir nach unserer Buße an Jesus als Gottes Sohn und an seinen Opfertod und seine Auferstehung glauben, empfangen wir die Sündenvergebung und das ewige Leben gratis. Das ist frohe Botschaft Gottes für alle Menschen. Wenn wir dies Evangelium annehmen, haben wir das ewige Leben und den heiligen Geist. Und der heilige Geist bezeugt uns, dass wir Gottes Kinder sind. Darum werden wir Gott sehr dankbar, sodass wir vom Herzen aus Gott lieben und ihm gehorchen können.
Jesus nennt in den Versen 7-9 die Falschheit von dem Pharisäertum.
Jesus tadelte sie als Zweites, weil sie Gottes Gebot verlasst und menschliche Satzungen aufrichtet:
„Vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts sind als Menschengebote. Ihr verlasst Gottes Gebot und haltet der Menschen Satzungen. Wie fein hebt ihr Gottes Gebot auf, damit ihr eure Satzungen aufrichtet!“
Weil die Pharisäer Gottes Gebot durch menschliche Vorschriften ersetzt, tadelte Jesus sie hart. Ursprünglich hatten die Schriftgelehrten gute Absichten, im praktischen Leben der Leute Gottes Gebote einzuhalten. Aber sie betonten ihre Vorschriften mehr als Gottes Gebote. Sodass Gottes Wunsch ignoriert wurde und die Vorschriften wurden große Belastung für die Menschen. Und sie lehrten diese Vorschriften eifrig und verurteilten andere, die ihre Vorschriften nicht richtig einhielten, als Verdammte.
Lehrsätze oder Vorschriften könnten anfänglich aus gutem Motiv bekommen zu haben. Aber wenn Menschen die Kernbotschaft Gottes ignorieren und Vorschriften betonen, werden die Herzen der Menschen vom Herzen Gottes entfernt. Gottes Wort offenbart Gottes Herz und seine Liebe zu den Menschen. Gottes Wort z. B. in Joh. 3,16 lautet:
„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Die Vorschriften des Judentums wurden später ein Grund, weshalb das Christentum sich von Judentum trennte.
In den Versen 14-15 gab Jesus dem Volk ein geistliches Rätsel. Er sagte zu ihnen: „Hört mir alle zu und begreift’s! Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn unrein machen könnte; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist’s, was den Menschen unrein macht.“
Haben wir verstanden, was Jesus mit diesem Rätsel meinte?
Jesu Jünger konnten nicht sofort verstehen, was Jesus damit meinte.
Darum erklärte Jesus in den Versen 18-23 sein Rätsel: „Seid ihr denn auch so unverständig? Merkt ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht unrein machen kann? Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch, und kommt heraus in die Grube.“
Damit erklärte Jesus, dass alle Speisen, die wir essen, uns nicht unrein machen, d. h. uns sündig machen. Aber aus dem Herzen der Menschen kommen heraus böse Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Mißgunst, Lästerung, Hochmut, Unvernunft usw. und diese machen Menschen sündig vor Gott.
Als können wir die Lehre Jesu hier wie folgt zusammenfassen: „Speisen machen uns nicht sündig, sondern sündige Gedanken im Herzen.“
Alle Speisen, wie z. B. Schweinefleisch, Froschfleisch usw. sind rein, wenn sie gesundheitlich für uns gut sind, für uns gut. Und alle Sünden beginnen im Herzen der Menschen. Und die wahre Waschung muss in unserem Herzen geschehen. Keine religiöse Zeremonie, egal wie sie heißen mag, kann unsere Herzen von der Sünde reinwaschen.
Aber wir haben einen wirksamen Weg zur Sündenwaschung. Wenn wir für unsere Sünde Buße tun und an den Opfertod Jesu Christi und seine Auferstehung glauben, tilgt Gott all unsere Sünde und macht uns zu seinen Kindern. So haben wir den Heiligen Geist und das ewige Leben. Und Jesus kommt durch den Heiligen Geist in unsere Herzen und führt uns bis zum Himmelreich. Deswegen heißt Gottes Wort Joh. 3,16:
Denn also hat Gott uns geliebt, dass er uns seinen eingeboren Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
2. Die Gebetserhörung einer syrophönizischen Frau (24-31)
Bisher hat Jesus hauptsächlich in Galiläa gewirkt (1,2 – 7,24). Nun wirkt er im heidnischen Gebiet nördlich von Galiläa (7,24 – 9,50), danach in Peräa (Kap. 10 und schließlich in Jerusalem (11-16).
Im heidnischen Gebiet nördlich von Galiläa widmete er sich dem Gebet und der Jüngererziehung, um sich auf seinen Kreuzestod und seine Auferstehung vorzubereiten.
Jesus ging von Galiläa in das Gebiet von Tyrus, ging in ein Haus und wollte es niemanden wissen lassen. Tyrus war eine der syrophönizischen Hafen Städte am Mittelmeer und lag ca. 65 km nordwestlich von Kapernaum. Die phönizischen Länder erstreckten sich entlang der Mittelmeerküste, sodass die Galiläer die Küste nur über phönizisches Land erreichen konnten. Politisch gehörte dieses Gebiet zu Syrien, sodass man es „Syrophönizien“ nannte.
Jesus wollte nicht in einer endlosen Auseindersetzung mit den Pharisäern bleiben. Vielmehr wollte er sich Zeit dafür nehmen, durch das Gebet sein messianisches Werk vor Gott zu prüfen und seine Jünger als seine Nachfolger zu erziehen.
Jesus konnte jedoch nicht verborgen bleiben, weil eine Frau von ihm hörte und ihn mit besonderem Eifer suchte. Als sie ihn fand, fiel sie ihm zu Füßen und bat ihn, ihre Tochter von dem Bösen Geist zu befreien.
Was antwortete Jesus ihr?
Er sagte zu ihr: „Lasst zuvor die Kinder satt werden; es ist nicht recht, dass man den Kindern das Brot wegnehme und werfe es vor die Hunde“ (27). Die Frau könnte durch die scheinbar ablehnende, beleidigene Antwort Jesu verletzt werden, denn Jesus verglich sie – eine Heidin – mit der Hunde, und die Israeliten mit den Kindern. Aber diese Frau wurde trotzdem nicht verletzt. Vielmehr war sie demütig und klug. Sie stimmte zu, dass sie eigentlich unwürdig war, die Hilfe Jesu zu beanspruchen. Sie glaubte fest daran, dass Jesus gnädig ist. Sie bat ihn mit Humor weiter um Hilfe: „Ja, Herr; aber doch fressen die Hunde unter dem Tisch von den Brosamen der Kinder.“
Wir können ihre Reaktion als ihr Gebet zu Jesus betrachten und von ihr die Weisheit des Gebets erfahren. Wir sollen trotz unserer Unwürdigkeit und anscheinend Ablehnung demütig und doch beharrlich Gott um seine Hilfe bitten, und Gott wird unser Gebet gewiss erfüllen. So können wir in diesem Jahr die positiven Antworten unseres Gebets gewiss erfahren.
Jesus wurde durch ihre Demut und ihren Glauben an Jesus bewegt. Darum antwortete er ihr: „Um dieses Wortes willen geh hin, der böse Geist ist von deiner Tochter ausgefahren“ (29).
Und die Frau ging hin in ihr Haus und fand das Kind auf dem Bett liegen, und der böse Geist war ausgefahren. Jesus enttäuschte ihren Glauben nicht.
Manchmal scheint es so, dass Gott unser Gebet gar nicht erhört. Wir sollen trotz solch einer Situation an die Liebe und Gebetserhörung Gottes nicht zweifeln. Vielmehr sollen wir fest an seine Liebe und Gebetserhörung glauben und weiter beten. Er wird unser Gebet gewiss erfüllen. Deswegen hat Jesus gesagt: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan!“
Auch Apostel Paulus hat gesagt: „Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Röm. 8,28).
Lasst uns fest an Jesu Liebe und an seine Allmacht fest glauben und mit Zuversicht zu Gott beten. Gott wird uns das Gebet gewiss erhören. So können wir in diesem Jahr die Liebe und Gebetserhörung reichlich erfahren. Amen!
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