|
|
25. Oktober 2026
Leitwort 3,16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“
Wir haben die Bibel – ein dickes Buch. Sie enthält Berichte über verschiedene Begebenheiten und Worte Jesu. Während meiner Studienzeit in Dortmund fragte ich einmal einen Kommilitonen:
„Was ist das Wichtigste in der Bibel?“
Er antwortete: „Die Zehn Gebote!“
Das zentrale Thema der Bibel ist das Evangelium von der Liebe Gottes. Das dritte Kapitel des Johannesevangeliums zeigt uns das Evangelium der Liebe Gottes zusammenfassend.
Wenn wir diesen Kernpunkt der Bibel annehmen, finden wir großes Glück und können ein freudiges Leben führen.
Um dieses Hauptthema der göttlichen Lehre einzuführen, berichtet Johannes zunächst von einem Nikodemus‘ Besuch bei Jesus. Nikodemus war ein Mitglied des Hohen Rates, vergleichbar mit einem Bundestagsabgeordneten. Dieser angesehene Mann besucht Jesus im Schutz der Nacht.
Er eröffnet das Gespräch mit den Worten: „Rabbi, wir wissen, dass du ein von Gott gesandter Lehrer bist; denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, Gott ist mit ihm.“ (2)
Jesus antwortet: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem (oder: von oben her) geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen!“ (3)
Jesus sagte zu ihm, dass ohne eine Wiedergeburt niemand in das Reich Gottes kommen kann.
Nikodemus fragt, ob er zunächst in den Schoß seiner Mutter zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden müsse.
Jesus antwortet ihm: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen!“ (5).
Jesus erklärt, dass man in das Reich Gottes nur eintreten kann, wenn man von neuem geboren wird – aus Wasser und Geist.
Jesus stellt klar, dass es sich bei dieser neuen Geburt nicht um eine physische, sondern um eine geistliche Geburt handelt. Durch den Glauben an Jesus Christus kann man Vergebung der Sünden sowie den Geist Gottes empfangen und wird ein Kind Gottes. Wer ein Kind Gottes ist, kommt in das Reich Gottes.
Johannes 1,12 beschreibt diese Geburt wie folgt: „Allen aber, die Jesus aufnahmen, gab er Macht, Gottes Kinder zu werden – denen, die an seinen Namen glauben.“
Diese geistliche Geburt ist unabhängig von menschlichem Bemühen oder Verstand. Sie ist ein Werk Gottes durch den Heiligen Geist. Dabei handelt der Geist Gottes unabhängig vom menschlichen Willen oder Tun. Das Wirken des Geistes ist mit dem Wind vergleichbar: Wir können den Wind zwar nicht sehen, aber wir können seine Auswirkungen spüren.
Nikodemus kann die geistliche Geburt noch nicht verstehen. Deshalb fragt er: „Wie kann das geschehen?“
Wenn Nikodemus Jesu Lehre über die Wiedergeburt verstehen will, muss er sein Herz öffnen und an Jesus als den Sohn Gottes glauben. Er soll mit Hilfe des Heiligen Geistes sein Herz öffnen und Jesu Wort glauben. Dadurch kann er ein Kind Gottes werden.
Diese Wiedergeburt ist keine menschliche Leistung. Der Geist Gottes wirkt nach Gottes Willen – ähnlich wie der Wind weht, wohin er will.
Wir sollen unsere Herzen offenhalten, damit der Heilige Geist uns befähigt, an Jesus zu glauben und das ewige Leben zu empfangen.
Jesus sagt: „Niemand ist jemals in den Himmel hinaufgestiegen, außer dem, der aus dem Himmel herabgekommen ist – der Menschensohn.“
Also, Jesus war Gott. Aber er kam in menschlicher Gestalt in diese Welt. Er offenbart uns Gott, starb als Opferlamm für die Sünden der Menschheit und ist von den Toten auferstehen.
Unser Gott ist heilig und gerecht; er kann unsere Sünde nicht einfach als harmlos ignorieren. Es musste etwas geschehen, damit Gottes Zorn über unsere Sünde abgewendet werden konnte. Jesus Christus starb am Kreuz als Opferlamm für unsere Sünde. Dadurch hat er Gottes Zorn über unsere Sünde besänftigt.
Wir können nun Vergebung und den Heiligen Geist empfangen, wenn wir unsere Schuld bereuen und an Jesu Opfertod sowie seine Auferstehung glauben.
Ich möchte die Bekehrungsgeschichte von Charles Spurgeon teilen – einem einflussreichen Erweckungsprediger, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in England wirkte. Es war der 6. Januar 1850; Spurgeon war noch nicht 16 Jahre alt. Wir können seinen eigenen Bericht über dieses Ereignis nachlesen:
<An einem Sonntagmorgen … besuchte ich in der Nähe eine Kirche, um Gottesdienst zu besuchen. ... In der Kirche waren etwa 12 bis 15 Leute. …
Der Prediger begann mit seiner Predigt etwa so: „Meine Freunde, dieser Bibeltext ist wirklich sehr einfach. Der Bibeltext sagt: „Schaut auf ihn!“ Das Schauen braucht keine Mühe. Dazu braucht ihr weder eure Füße aufheben noch eure Finger, sondern nur schaut! Um zu schauen braucht ihr keine Universität zu besuchen, um das Schauen zu lernen. …
Aber der Bibeltext sagt: „Schaut auf mich!“ Viele von euch schaut auf euch selbst. Aber das hilft euch nicht. Ihr könnt dadurch keinen Frieden finden. Einige schauen auf Gott, den Vater. Aber nein. Schaut auf Jesus.
Als der Laienprediger etwa 10 Minuten geredet hatte, hatte kein Wort mehr zu sprechen. Der Prediger sah dann mich an. … Er fixierte seine Augen auf mich und sagte, als ob er all meine Gedanken kenne:
„Junger Mann, du siehst ganz schlecht aus.“ ... Er sagte weiter: “Und du wirst elend bleiben in deinem Leben bis in den Tod – falls wenn du diesem Bibeltext nicht gehorchst. Aber wenn du nun diesem Bibelwort gehorchst, wirst du gleich errettet.“
… Ich hatte bis dahin darauf gewartet, dass ich fünfzig Dinge tun müsste. Aber ich hörte sein Schreien „Schaut!“ Was für ein bezauberndes Wort ist das für mich! Ich schaute auf Jesus am Kreuz, als wären meine Augen von mir gelöst.
Die dunklen Wolken waren verschwunden, und ich sah das herrliche Sonnenlicht. Ich bin geistlich auferstanden. Ich sang über das kostbare Blut Christi mit dankbarstem Herzen. Der einfache Glaube ist rein Gnade Gottes.“>
Möge Gott dir helfen, mit den Augen des Glaubens auf Jesus am Kreuz zu blicken.
Wir können Johannes 3,16 als den Kerngedanken Gottes über uns Menschen betrachten. Gott liebt uns sehr, und deshalb hat Er Seinen Sohn für unser Heil geopfert – damit alle, die an Ihn glauben, gerettet werden, Kinder Gottes werden und in das Himmelreich eingehen können.
Die Bibel sagt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab“ (Johannes 3,16).
In diesem Vers bezieht sich „die Welt“ auf alle Menschen auf Erden; Gott liebt sowohl Gläubige als auch Ungläubige.
Die Bibel lehrt uns, dass Gott alle liebt – die Bösen ebenso wie die Guten. Darum möchte Er alle Menschen retten und zu Seinen eigenen Kindern machen. Gott will alle Menschen vor der Verdammnis bewahren; Er möchte, dass wir an Seine Liebe glauben und seine Rettung annehmen und ewiges Leben genießen. Er möchte, dass wir in Seiner Liebe voller Freude sind.
Gott liebt jeden – unabhängig von Hautfarbe, Sprache oder Herkunft. Er möchte so viele Menschen wie möglich retten und sie zu Seinen Kindern machen. Aus diesem Grund opferte Gott Seinen eingeborenen Sohn für uns.
Der Begriff „eingeborener Sohn“ verweist auf Gott, der Mensch wurde. Gott opferte Sich Selbst, damit unsere Schuld beglichen werden konnte. Gott sah unser Leiden und wollte uns retten. Doch Sein Tod zu unserer Rettung war mit Schmerz verbunden. Er opferte Seinen Sohn – das heißt: Sich Selbst – für unsere Schuld. In der Person Jesu nahm Gott unsere Strafe auf Sich; Er ertrug das Vergießen von Blut, den Tod und die Hölle. Durch die Vollstreckung des göttlichen Gerichts an Christus wurden wir von Sünde und Hölle befreit.
Kehren wir zu Johannes 3,16 zurück: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab.“
Die Kernbotschaft der gesamten Bibel ist das Evangelium. Das zentrale Thema des Evangeliums ist Gottes Liebe zu uns.
Wenn wir an das Evangelium glauben, werden wir gerettet, zu Kindern Gottes, empfangen ewiges Leben und kommen in das Himmelreich. Warum ist dies der größte Segen für uns?
Liegt es daran, dass wir von der Macht des Todes befreit wurden? Daran, dass wir Kinder Gottes geworden sind und ewiges Leben besitzen? Oder daran, dass wir in das Himmelreich eingehen? Natürlich sind dies alles triftige Gründe für unsere Glückseligkeit. Doch der größte Segen des Evangeliums besteht darin, dass Gott uns sehr liebt und uns stets begleitet, sowohl auf der Erde als auch im Himmelreich.
Gott liebt uns sehr. Er rettet uns, begleitet uns und führt uns in das Himmelreich. Deshalb sagt das 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes:
„2 Und wenn ich prophetisch reden könnte, alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis besäße – und wenn ich einen Glauben hätte, der Berge versetzen könnte –, aber keine Liebe hätte, dann wäre ich nichts. 3 Und wenn ich all meinen Besitz an die Armen verschenkte und meinen Leib verbrennen ließe – aber keine Liebe hätte –, dann nützte es mir gar nichts.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ (1. Korinther 13,2–3.13).
Während wir auf dieser Erde leben, begleitet der liebe Herr Jesus uns schon durch den Heiligen Geist, bis wir ins Himmelreich kommen. So steht Gottes Wort in 1. Mose 28,15:
„Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.“ (1. Mose 28.15).
Wie sieht die himmlische Gemeinschaft mit dem Herrn?
Apostel Johannes beschreibt unsere himmlische Gemeinschaft mit dem Herrn im Himmel in Offenbarung 21,1–4:
„1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel von Gott herabkommen, bereitet wie eine Braut, die für ihren Mann geschmückt ist.
3 Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her, die sprach: ‚Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden Sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.‘ 4 Und Gott wird jede Träne von ihren Augen abwischen; und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“
Möge Gott seinen Geist und seine Liebe in unsere Herzen ausgießen, damit wir die Gemeinschaft mit dem lieben Herrn gut genießen und eine fröhliche Reise bis zum Himmel machen. Amen!
|
|
