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15. Februar 2025
Leitverse 2b-3: “Und er wurde vor ihnen verklärt; und seine Kleider wurden hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann.”
Das neunte Kapitel ist das letzte Kapitel, in dem Jesus in Galiläa seine Jünger lehrt. Nach diesem Kapitel wird sich Jesus auf den Weg nach Jerusalem machen. Dies sind die letzten Lehren für seine Jünger, bevor er zu seinem Tod nach Jerusalem geht.
Bevor Jesus nach Jerusalem zieht, steigt er mit seinen drei Jüngern auf einem hohen Berg und zeigt ihnen seine herrliche Auferstehungsgestalt, um ihren Glauben an seine Auferstehung zu stärken und auf seine Leiden und Auferstehung vorzubereiten.
Wir wollen durch diesen Bericht das herrliche Bild Jesu kennenlernen und unsere eigene Auferstehung wahrnehmen. Dadurch können wir die Schwierigkeiten in dieser Welt gut überwinden und eine fröhliche Pilgerreise zum Himmelreich machen. So können wir Sieger des Glaubens sein und Jesus Christus verherrlichen.
Der Vers 2a lautet: “Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus, Jakobus und Johannes und führte sie auf einen hohen Berg, nur sie allein.”
Die Zeitangabe “nach sechs Tagen” bedeutet von dem Tag an, an dem Jesus auf das Bekenntnis des Petrus „Du bist der Christus“ hin seinen bevorstehenden Kreuzestod und seine Auferstehung angekündigt hat, gerechnet.
Das Markusevangelium gibt uns nicht an, wozu Jesus auf den Berg steigt; aber im Lukasevangelium 9,28 wird berichtet, dass Jesus auf den Berg stieg, um zu beten. Er will sich durch das Gebet auf seinen Tod und seine Auferstehung vorbereiten. Dabei nimmt er seine drei Jünger: Petrus, Jakobus und Johannes mit. Diese drei Jünger sollen von Jesus das Beten lernen. Vor allem sollen sie an seinen Opfertod und seine herrliche Auferstehung fest glauben. Sie sollen dann nach der Auferstehung Jesu als Säule der Christengemeinde die Frohe Nachricht von Jesu Opfertod und seiner Auferstehung verkündigen.
Vor allem soll Petrus als Spitzenjünger Jesu Leiden und seine Auferstehung für unsere Sünde und unsere Auferstehung klar predigen. Er soll als Leiter der Christengemeinde trotz der Verfolgung Jesu Auferstehung mutig predigen, wie später Apg. 4 uns berichtet. Schließlich wird er in Rom als Märtyrer sterben.
Jakobus soll wegen seines Auferstehungsglaubens keine Angst vor dem leiblichen Tod haben, denn er wird nach der Auferstehung Jesu als der erste Märtyrer unter den Aposteln (Apg. 12,1-2).
Johannes soll als Zeuge der Auferstehung lange Jahre wirken und später während seiner Verbannungszeit auf der Insel Patmos in seinem Bericht von der Offenbarung Christi die Auferstehungswelt beschreiben.
Es ist sicherlich kein Zufall, dass Jesus hier nicht alle zwölf seiner Jünger auf den Berg mitnimmt, sondern nur drei. Denn das ist eine Parallele zu dem Ereignis, dass Mose bei seinem Bergsteigen am Berg Sinai drei Personen - Aaron, Nadab und Abihu – mitgenommen hatte (Exodus 24:1,9). Damals bedeckte die Herrlichkeit des Herrn den Berg Sinai sechs Tage lang, und am siebten Tag rief Gott nach Mose (Exodus 24:15-16).
Dieser Bergstieg Jesu mit seinen drei Jüngern zeigt uns, dass Jesus drei Spitzenjüngern dazu helfen beabsichtigt hat, die herrliche Gestalt Jesu und die himmlische Welt zu zeigen und ihren Glauben an Jesus und das Himmelreich zu stärken.
So berichten uns die 2b und 3. Verse: „Und er wurde vor ihnen verklärt, und seine Kleider wurden hell und sehr weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann.“
Gemäß dem Bericht des Lukasevangeliums wurde Jesus während seines Gebets verklärt (LK. 9,28).
Matthäusevangelium 17,2 berichtet uns von seiner verklärten Gestalt wie folgt: „Er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“
Dass seine Kleider weiß waren – dies bedeutet Sündlosigkeit und Heiligkeit Jesu. Dass sein Angesicht leuchtete wie die Sonne – das bedeutet, dass er die göttliche Gestalt hat. Im Himmelreich braucht man keine Sonne und auch keinen Mond, weil Gottes Angesicht bzw. Jesu Angesicht wie die Sonne leuchtet. Deswegen steht Gottes Wort in Phil. 2,6.7:
„Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an.“
Die Jünger hatten bisher Jesus in seiner Menschengestalt kennengelernt. Er war niedrig, arm und dennoch freundlich. Wenn wir nur an diesen Jesus glauben, würde uns etwas Wichtiges fehlen. Wir haben in vielen Märchengeschichten Ähnliches von armen, niedrigen und freundlichen Prinzen gelesen. Solche Geschichten sind schön. Aber diese Personen können uns nicht helfen.
Aber Jesus zeigte seinen drei Jüngern seine himmlische Gestalt. Diese Gestalt ist seine eigentliche Gestalt, denn er ist Gottes Sohn. Schon vor der Schöpfung war er in dieser Gestalt da gewesen. Aber er entäußerte sich und kam in Menschengestalt in die Welt, um ein Freud der Menschen zu sein und alle Sünden der Menschen auf sich zu nehmen und am Kreuz als Sühneopfer für sie zu sterben. Er wird aber nach seinem Tod auferstehen und seine originale Gestalt wieder anziehen. Am Ende dieser Welt wird er in dieser Gestalt wiederkommen, um alle Kinder Gottes zu sammeln und sie in sein Himmelreich zu führen. Allen Kindern Gottes wird er dieselbe Gestalt geben.
Jesus zeigte seinen drei Spitzenjüngern schon vor seinem Tod eine Vorschau auf seine himmlische Herrlichkeit. So sollten sie Jesus als Gottes Sohn fest glauben und die Zuversicht auf das Himmelreich haben können. Sie sollten an den herrlichen Jesus Christus glauben und auch die Zuversicht auf ihre eigene Auferstehung haben. Jesu Jünger sollen in ihrem Herzen nicht nur das demütige, freundliche Bild Jesu tragen, sondern auch das herrliche Bild Jesu. Wenn sie das herrliche Bild Jesu tragen, können sie stets voller Hoffnung und voller Freude sein. Sie können dann in der Welt alle Schwierigkeiten oder Anfechtungen überwinden und siegreich sein. Das ist die Zuversicht aller Christen. Wir leben zwar auf dieser Erde. Aber unsere Heimat ist das Himmelreich, wo Jesus Christus regiert.
In der Welt geschieht oft Ungerechtigkeit und Sünde. Deswegen erleben wir in dieser Welt viele hässliche und grausame Dinge. Darum tragen viele Menschen in ihrem Herzen hässliche Bilder der Welt und quälen sich. Sie wollen sich von diesen Quälen befreien. Aber sie schaffen das nicht.
Wir können uns nur dadurch von den hässlichen Bildern befreien, dass wir in unserem Herzen das herrliche Bild Jesu Christi tragen, der für die Sünden aller Menschen am Kreuz gestorben, danach von den Toten auferstanden ist und im Himmelreich in der herrlichen Gestalt als König und Herr regiert.
Als Apostel Petrus das herrliche Bild Jesu noch nicht in sein Herz aufnahm, war er sehr ängstlich. Darum verleugnete er in der Nacht der Festnahme Jesu angesichts seiner Todesgefahr Jesus dreimal. Als er aber später an die Auferstehung Jesus glaubte und in seinem Herzen das herrliche Bild Jesu trug, wurde er mutig und voller Hoffnung. Er schrieb an die wegen der Verfolgung zerstreuten Christen:
„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch“ (1. Petrus 1,3.4).
Und er sagte in seinem zweiten Brief 1,16-18:
„Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: <Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.> Und diese Stimme haben wir selber gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berg.“
Apostel Johannes war eigentlich ein jähzorniger Mensch gewesen, als er noch nicht das herrliche Bild Jesu Christi in sein Herz aufgenommen hatte. Einmal wollte er ein samaritanisches Dorf durch Feuer vom Himmel verzehren lassen, weil dessen Bewohner Jesus und seine Jünger nicht aufnahmen. Als er aber später an die Auferstehung Jesu glaubte und in seinem Herzen das herrliche Bild Jesu trug, wurde er frei von seiner Jähzornigkeit und wurde ein Apostel der Liebe. Obwohl er verfolgt wurde und auf die Insel Patmos verbannt wurde, war er voller Hoffnung und schrieb über die Auferstehungswelt.
Der Vers 4 berichtet uns: „Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie redeten mit Jesus.“
Lukas berichtet uns an dieser Stelle: „Sie erschienen verklärt und redeten von seinem Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte“ (Lukas 9,31).
Das Wort „Ende“ bedeutet hier sowohl „Ende“ als auch „vollenden“. Diese Prophetie besagt also, dass Jesus leiblich sterben und seine Aufgabe vollenden werde.
Gott hatte durch Mose seine Gesetze bekanntgegeben. Die Menschen aber übertraten sie und dafür bestraft werden. Gott sandte daher seine Propheten wie z. B. Elia und forderte sie zur Buße auf. Aber sie taten keine Buße. Darum sandte Gott seinen Sohn Jesus Christus als Sühneopfer für ihre Sünde. Als Jesus betete, sandte Gott Mose und Elia und ermutigte Jesus dazu, den Kreuzweg zu gehen und danach von den Toten aufzuerstehen. Dadurch sollte Jesus das Erlösungswerk Gottes vollenden.
Die beiden Propheten hatten auf der Erde ein Leben des Leidens erlebt, um Gottes Willen zu erfüllen. Mose litt 40 Jahre lang wegen des rebellischen Volkes sehr und wurde auch beinahe zu Tode gesteinigt. Elia litt sehr unter Verfolgung des Königs Ahabs und fühlte sich einsam, weil er allein gegen die Sünde des Königshauses und des Volkes kämpfen musste. Wenn wir nur ihr irdisches Leben betrachten, würden wir großes Mitleid mit ihrem leidvollen Leben empfinden. Denn sie hatten während ihres irdischen Lebens kaum gute Zeiten gehabt. Aber dieser Bibeltext zeigt uns, dass die beiden nach ihrem physischen Tod im Himmelreich in Herrlichkeit leben. Und ihre irdische Leidenszeit war im Vergleich mit ihrer himmlischen herrlichen Zeit nur ein Augenblick.
Deswegen hat Apostel Paulus zu uns gesagt:
„Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Römer 8,18).
Wie verhielt sich Petrus, als er die Herrlichkeit Jesu sah?
Die Verse 5-6 berichten uns seine Reaktion: „Und Petrus fing an und sprach zu Jesus: <Rabbi, hier ist für uns gut sein. Wir wollen drei Hütten bauen, die eine, Mose eine und Elia eine.>
Er wusste aber nicht, was er redete; denn sie waren ganz verstört.“
Er war ganz verstört und wusste nicht, was er sagen sollte. Aber er sprach aus, was er sich in seinem tiefsten Herzen wünschte. Petrus wollte nicht zurück in die Welt gehen, wo es volle Probleme und Schwierigkeiten gibt, sondern dort mit Jesus für immer in der Herrlichkeit bleiben. Er wollte ohne Kreuz in der Herrlichkeit leben. Er wollte ohne Leiden zur Herrlichkeit gelangen.
Was war Gottes Antwort auf seinen Vorschlag?
Die Verse 7 und 8 berichten uns: „Und es kam eine Wolke, die überschattete sie. Und eine Stimme geschah als der Wolke: <Das ist mein lieber Sohn; den sollt ihr hören> Und auf einmal, als sie um sich blickten, sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein.“
Gott gab ihnen die Antwort: Jesus ist Gottes Sohn. Sie sollen auf die Worte Jesu hören. Sie sollen auf Jesus als Gottes Sohn vertrauen und seinem Wort folgen. Jesus hatte ihnen gesagt, dass er durch Leiden, Tod und Auferstehung zur Herrlichkeit Gottes erlangen wird. Jesus hatte auch gesagt, dass auch seine Jünger durch den Kreuzweg zur Herrlichkeit der Auferstehung erlangen sollen. Also sollten sie durch den Glauben an die Auferstehung die Schwierigkeiten und Leiden in dieser Welt frohen Mutes ertragen und siegen sollen.
Jesus Christus ermutigt uns durch den Auferstehungsglauben alle Schwierigkeiten mit frohen Mutes ertragen und siegen sollen.
Ich kann die Stunde des Heimgangs von Esther, meiner Frau, nicht vergessen. Wegen der Krebskrankheit hatte sie große Schmerzen.
Im Krankenhaus verschlechterte sich Esthers Zustand allmählich. Am Montagmorgen, dem 9. Dezember 2019, schlug mir der Arzt vor, Esther Morphium zu injizieren, um ihre Schmerzen zu lindern, aber ich sagte, ich würde zuerst auf die Meinung unserer beiden Söhne hören, wenn sie am Abend kämen, und ihm Antwort zu geben. So erhielt Esther am 9.12. die Morphinlösung nicht, sondern erst am Morgen des 10. Dezember. Um Mitternacht von Montag (9. Dezember) zu Dienstag (10. Dezember) kämpfte Esther einen heftigen geistlichen und leiblichen Kampf und gewann den Kampf. Unter großen Schmerzen fragte Esther Gott dreimal: „Warum muss ich das erleiden?“ Danach rief sie „Papa, Papa, Papa!" „Papa“ war Esthers Anrede für „Gott“. Danach sagte sie dreimal: „Vergib mir!“ Ich denke, dass sie Gott um Vergebung bat, weil sie sich gegenüber Gott über ihre Krankheit beschwert hatte.
Nachdem sie dies gesagt hatte, hatte Esther ein wundersam friedliches Gesicht und schlief bald ein. Dies waren die letzten Worte, die ich von Esther hören konnte; ich war die ganze Zeit über bei ihr in ihrem Krankenzimmer. Von da an schlief Esther friedlich, bis sie am 13.12. um 16 Uhr zu Gott ging.
Weil ich dadurch an die herrliche Auferstehung Esthers in das Himmelreich glauben konnte, konnte ich alle Traurigkeit überwinden und frohen Mutes sein. Darum ließ ich auf dem Grabstein Esthers Joh. 11,25 schreiben:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“
Jesus gebot während des Abstiegs vom Berg drei Jüngern, dass sie niemandem von ihrem Erlebnis auf dem Berg sagen sollten, bis er von den toten aufstünde. Jesus wollte, dass sie, bis er sterben und auferstehen wird, diese Begebenheit nicht weitersagen, damit man seine Auferstehung nicht falsch verstehen und falsche Erwartung haben sollte.
Wir sollen in unserem Herzen das herrliche Bild des auferstandenen Christus und unseres Auferstehungsbildes tragen und stets eine lebendige Hoffnung haben. Amen!
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