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15.4.2025
Leitverse 34+39:
34: „Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
39: „Der Hauptmann aber, der dabei stand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“
Während des Koreakrieges bombardierten die Amerikaner Nordkorea. In einer nordkoreanischen Stadt war davon die Rede, dass die Amerikaner kein Haus, auf dessen Dach ein Kreuz stand, bombardieren würden. Darum richteten sie alle auf den Dächern ihrer Häuser große Kreuz auf, damit die Bomberpiloten die Kreuze deutlich sehen könnten.
Warum haben die Christen das Kreuz zum Kennzeichen ihres Glaubens gemacht? Weil Jesu Tod am Kreuz ihre Erlösung von der Todesmacht bedeutet.
Darum möchte ich aufgrund des Todesberichts Christi die Bedeutung seines Todes für uns erklären.
Gott möge vielen Menschen die Gnade der Erlösung von der Todesmacht schenken.
1. Jesu Kreuzigung (15-32)
Pilatus hatte Jesus gegen seine Überzeugung von der Unschuld Jesu zum Kreuzestod verurteilt und ihn den Soldaten zur Kreuzigung übergeben (15).
Die Soldaten brachten Jesus in den Hof des Statthalterpalastes, das sogenannte Prätorium, und riefen die ganze Truppe zusammen.
Das Prätorium war der Amtssitz des Statthalters, und dort gab es eine Kaserne für die Garde des Statthalters. Die Soldaten trieben ein Königsspiel mit ihm. Sie verkleideten ihn zunächst mit einem roten Purpurmantel. Der Mantel galt zu jener Zeit als Zeichen eines Königs oder Feldherrn. Dann flochten sie eine Dornenkrone und setzten sie Jesus auf. Sie huldigten ihm und grüßten ihn: „Gegrüßt seist du, der Juden König!“
Danach schlugen sie ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spien ihn an. Welch eine Erniedrigung für Jesus, den Sohn Gottes!
Nachdem sie so ihren Spott mit Jesus getrieben hatten, zogen sie ihm den roten Mantel aus und legten ihm seine eigenen Kleider wieder an. Nach diesem Spiel führten die Soldaten Jesus aus der Stadt hinaus, um ihn zu kreuzigen.
Jesus trug das Kreuz selber. Aber weil er wegen der Misshandlungen ganz erschöpft war, konnte er das Kreuz nicht mehr tragen. Da zwangen die Soldaten Simon aus Kyrene, den Vater von Alexander und Rufus, welcher gerade vom Feld kam, das Kreuz weiterzutragen.
Wahrscheinlich war Simon aus Kyrene neugierig und wollte nur den Kreuzzug Jesu zuschauen. Jesus schleppte sein Kreuz und wollte den Soldaten folgen. Aber unter dem Gewicht des Kreuzes brach er vor Simon zusammen.
Man sagt: „Es waren im Station 40.000 Zuschauer, und der Ball, den ein Spieler kickte, traf ausgerechnet mich!“
Genau das passierte Simon aus Kyrene; die Soldaten zwangen ihn, das Kreuz Jesu nachzutragen. In dem Moment musste Simon sich sehr geärgert haben gegenüber den römischen Soldaten und auch gegenüber dem Verurteilen, dessen Kreuz er tragen musste. Er musste gegen seinen Willen das Kreuz Jesu bis Golgatha tragen. Auf Golgatha angekommen blieb er dort und schaute zu, wie Jesus gekreuzigt wurde und wie er sich am Kreuz verhielt.
Markus kommentierte an dieser Stelle, dass Simon der Vater des Alexander und des Rufus war (21). Das weist darauf hin, dass seine beiden Söhne bei den ersten Christen gut bekannt waren. Es gilt als sicher, dass Simon aus Kyrene durch diesen unglücklichen Vorfall zum Glauben gekommen ist. Danach führte er wohl auch seine ganze Familie zum Glauben an Jesus Christus. Seine Frau wurde eine hingebungsvolle Christin, sodass Apostel Paulus in seinem Brief an die Römer 16,13 schrieb, dass sie für ihn wie eine Mutter gewesen sei.
Jeder Mensch kann, wenn er Jesu Tod am Kreuz mit offenem Herzen kennenlernt, zum Glauben an ihn kommen.
Auf Golgatha angekommen gaben die Soldaten Jesus ein Getränk aus Myrrhe und Wein als Betäubungsmittel, um seine Schmerzen bei der Kreuzigung zu mindern. Aber er nahm’s nicht. Myrrhe hat eine desinfizierende, blutstillende und krampflösende Wirkung und findet bis heute Verwendung in der Medizin. Der griechische Historiker Herodot (484–425 vor Christus) erklärt, dass man den verwundeten Soldaten im persischen Krieg Wein mit Myrrhe gereicht habe, weil das den Schmerz lindere.
Nachdem Bericht des Matthäusevangeliums wurde Jesus Wein und Galle angeboten (Mt. 27,34). Galle bedeutet hier „etwas Bitteres“, denn Myrrhenharz schmeckt sehr bitter[1].
Nachdem die Soldaten Jesus das Getränk aus Wein und Myrrhe angeboten hatten, und Jesus jedoch das nicht getrunken hatte, kreuzigten sie ihn. Und es war die dritte Stunde, also heute 9 Uhr. Und die Soldaten teilten seine Kleider und warfen das Los, wer was bekommen sollte.
Die Kreuzigung war eine grausame, entsetzliche Todesstrafe. Man wandte diese Hinrichtungsmethode nur bei Sklaven oder ganz schlimmen Verbrechern an.
Die Soldaten legten Jesu Hände und Füße auf das Kreuz, setzten Nägel darauf an und hämmerten sie durch die Hand- und Fußwurzeln, um ihn ans Kreuz zu befestigen (LK. 24,40).
Als ich 5 oder 6 Jahre alt war, hatte ein Dorfarzt ohne Betäubung eine Stelle an meinem linken Gesäß mit einem Arztmesser operiert, um eine eiternde Stelle zu entfernen. Das tat mir sehr weh. Die Hände oder die Füße sind viel empfindlicher als das Gesäß.
Jesus musste bei jedem Einschlagen der Nägel entsetzliche Schmerzen und einen Schock bekommen haben. Als die Soldaten das Kreuz mit Jesus aufgerichtet hatten, versuchte er, auf seinen durchnagelten Füßen zu stehen. Wegen der unerträglichen Schmerzen musste er jedoch bald seine Füße anheben und sein Gewicht auf die Hände verlagern. Da wiederum verursachte eine schreckliche Qual an seinen beiden Handwurzeln. Er musste seine Körper also abwechselnd heben und senken. Wegen der Hängelage geriet er zudem in Atemnot. Er verlor wegen der Wunden Blut und bekam schrecklichen Durst (Joh. 20,28) und Kopfschmerzen. Dieser entsetzliche Todeskampf am Kreuz dauerte sechs Stunden.
Die Soldaten interessierten sich überhaupt nicht an der Todesqual Jesu. Sie verhielten sich, als ob sie nur eine Fliege töten.
Und es wurde ein Schild über dem Haupt Jesu gebracht, welche Schuld man ihm gab: „Der König der Juden“.
Es war damals üblich, dass man eine Aufschrift über dem Kopf des Gekreuzigten anbrachte. Die Aufschrift sollte das Verbrechen des Gekreuzigten bekanntgeben und die Bürger vor ähnlichen Verbrechen warnen.
Aber Pilatus, der römische Statthalter, hatte diese Aufschrift absichtlich da bringen lassen, um die jüdischen Oberer ärgerlich zu machen. Denn er musste wegen des politischen Drucks der jüdischen Oberer trotz seines Wissens von der Unschuld Jesu ihn zur Hinrichtung verurteilt. Mit dieser Aufschrift wollte er den Juden sagen, dass sie Jesus, ihren König, zum Tode verurteilt hatten.
Das Johannesevangelium berichtet, dass Pilatus diese Aufschrift in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache schreiben lassen, damit alle, die vorbeigingen, lesen konnten (Joh. 19,19-20). Die Juden und alle verstanden unter diesem Ausdruck, dass Jesus der verheißene Messias ist. Gott gebrauchte auch diese Aufschrift durch den trotzigen Pilatus dazu, Jesus als König der Juden also den Messias bekanntzugeben. Unser Gott gebraucht jede Begebenheit zur Erfüllung seines Willens und der Bekanntmachung des Evangeliums, weil er allen Menschen den Weg der Rettung bekanntgeben will. Unser Gott ist der Souveräne.
Der Vers 27 berichtet uns, dass sie Jesus mit zwei anderen Räuber kreuzigten, einen zu seiner Rechten und einen anderen zu seiner Linken.
Man kreuzigte Jesus absichtlich mit anderen Verbrechern, und zwar ihn in ihre Mitte. Man wollte dadurch Jesus als den schlimmsten Verbrecher darstellen.
So wurde das Schriftwort in Jesaja 53,12b erfüllt: „dafür, dass er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.“
„Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten Jesus, schüttelten den Kopf und riefen: Ach, du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Hilf dir doch selbst und steig herab vom Kreuz! Auch die Hohenpriester und die Schriftgelehrten verhöhnten ihn und sagten zueinander: Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Der Messias, der König von Israel! Er soll doch jetzt vom Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben. Auch die beiden Männer, die mit ihm zusammen gekreuzigt wurden, beschimpften ihn.“ (29-32).
Ihre Verspottung aber erfüllte die Schriftworte in Jesaja 53,35 über den Christus:
„Er war der Allerverachteste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihn verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätte, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“
2. Jesu Tod (33-41)
Der Vers 33 berichtet uns: „Und zur sechsten Stunde, d.h. 12 Uhr mittags, kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, d.h. 15 Uhr.“
Eine düstere Finsternis bedeckte das ganze Land von 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags. Die Finsternis bedeutet hier das Symbol für das Zorngericht Gottes (Jes. 5,30).
Und Jesus rief zu der neunten Uhr laut: „Eli, Eli, lama asabtani?“, das bedeutet übersetzt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (34).
Dies Schreien zeigt uns, dass Jesu Tod nicht nur ein qualvoller Tod war, sondern auch das Verlassen von Gott. Wenn Menschen durch die Sünde Gott verlassen, muss Gott sie bestrafen. Die Strafe für ihre Sünde besteht darin, dass Gott sie verlässt.
Jesus hatte bisher alle Verhöhnung und Schmerzen am Kreuz geduldig ertragen. Er konnte aber die Verlassenheit von Gott nicht ertragen. Das Wesen der Hölle ist das Verlassen-sein von Gott. Wenn Gott einen Menschen verlässt, wird dieser nach dem Tod in die Hölle für die Ewigkeit verdammt. Die Verlassenheit von Gott ist so eine entsetzliche göttliche Strafe. Gott aber musste Jesus eine kurze Zeit verlassen, weil er ihn an unserer Stelle für unserer Sünde bestrafen musste, um uns von dieser Strafe freizusprechen. Deswegen heißt in unserem Glaubensbekenntnis: „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten“.
Der Prophet Jesaja hatte schon lange her über den Opfertod Christi wie folgt gesagt:
„Aber er ist um unsrer Missetat willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jesaja 53,5).
Warum musste Gott an unserer Stelle Jesus für unsere Sünde bestrafen? – Deshalb, weil es gar keine andere Möglichkeit gab, uns von unserer Sünde zu erlösen. Menschen versuchen auf verschiedenste Weise, ihre Sünden loszuwerden. Einige versuchen, ihre Sünden zu vergessen oder ihr Schuldgefühl zu unterdrücken. Andere versuchen, sich herauszureden, indem sie andere Menschen oder ihre Situation für ihre Sünden verantwortlich machen. Wiederum andere versuchen durch Medikamente oder durch psychiatrische Therapien ihr Schuldgefühl zu überwinden. Manche versuchen es auf elegante Weise: sie zählen auf, was sie Gutes für Gott oder andere Menschen getan haben, und versuchen zu glauben, dass Gott ihnen ihre Sünden wegen ihrer guten Taten vergeben würde. Leider sind alle diese Versuche vergeblich und alle Menschen müssen die gerechte Strafe Gottes für ihre Sünde empfangen.
Aber der gnädige Gott hat einen Ausweg von dem Zorngericht vorbereitet: Er warf all unsere Sünden auf Jesus Christus und bestrafte ihn an unserer Stelle.
Es gibt eine bewegliche Geschichte von einem gerechten Richter. Ein Mann hatte eine schlimme Straftat begangen und wird von einem gerechten Richter gerichtet werden. Der Richter war der Vater des Verbrechers. Der gerechte Richter verurteilte erwartungsgemäß den Verbrecher zum Tod. Als die Hinrichtungsstunde nahe kam, kam der Richter zum Sohn und tauschte seine Kleider mit dem Verbrecher und wurde an der Stelle des Verbrechers hingerichtet. So wurde der Verbrecher von der Todesstrafe befreit. Genau das tat Gott für uns. Wir sollten wegen unserer Sünde verdammt und in die ewige Hölle verdammt werden. Aber der gerechte Gott ist in Menschengestalt namens Jesus an unserer Stelle die Todesstrafe Gottes am Kreuz erhalten. So konnten wir von der ewigen Strafe Gottes erlöst werden. Das ist eine unbeschreibliche Gnade Gottes.
Wie schlimm auch unsere Sünde sein mag, Gott vergibt uns, wenn wir unsere Schuld bekennen und an Jesus Christus daran glauben, dass Jesus an unserer Stelle am Kreuz gestorben und am dritten Tag von den Toten auferstanden ist. Das ist eine wunderbare Gnade Gottes. Gott nimmt uns dann als seine Kinder.
Es gibt eine bewegliche Geschichte von koreanischem Pastor Jang-Won Son. Ein Sohn von ihm wurde durch einen jungen Kommunisten ermordet. Dieser Mörder wurde durch die Polizei verhaftet und sollte hingerichtet werden. Da flehte Pastor Son um die Begnadigung des Mörders und nahm ihn dann zu seinem Adoptionssohn an.
Gott hat etwas Ähnliches das für uns getan. Wir sündigten gegen Gott, sodass sein Sohn wegen unserer Sünde getötet werden musste. Aber Gott hat uns zu seinen Kindern gemacht. Das ist eine wunderbare Gnade Gottes.
Der Vers 38 berichtet, dass der Vorhang im Tempel in Jerusalem in zwei Stücke von oben an bis unten zerrissen wurde.
Das Zerrissensein des Tempelvorhangs bedeutet, dass er Zugang zu Gott durch den Opfertod Jesu für alle Menschen geöffnet ist. Früher durfte nur der Hohepriester einmal im Jahr mit dem Blut des Opferlammes stellvertretend in den Raum des Tempels, der das Allerheiligte hieß, mit dem Blut des Opferlammes treten und für die Sündenvergebung des Volkes beten.
Jesus aber starb am Kreuz als Opferlamm Gottes ein für alle Mal für unsere Sünden. Deswegen kann jeder Mensch jederzeit ohne irgendeinen menschlichen Mittler Gott persönlich begegnen und mit ihm sprechen. Darum heißt Jesus „Immanuel“, das heißt „Gott mit uns“ (MT. 1,23). Durch den Opfertod Jesu dürfen wir mit Gott sein.
Der Vers 39 berichtet: Der römische Hauptmann über das Kreuzigungskommando sah, dass Jesus so verschied, und sprach: „Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen.“
Dieser Hauptmann war für die Durchführung der Kreuzigung verantwortlich gewesen. Höchstwahrscheinlich war er auch beim Verhör Jesu durch Pilatus dabei gewesen, sodass er die Beschuldigungen gegen Jesus und sein Verhalten miterlebt hatte. Danach hatte er Jesus nach Golgatha geführt und ihn dort kreuzigen lassen. Er beobachtete dann in Ruhe Jesu Verhalten und seine Worte. Er kam dann zur Überzeugung, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist. Er bekannt nun vor den anderen, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist.
Markus, der Verfasser dieses Buchs, will uns sagen, dass Jesus der Christus und Gottes Sohn ist und dass er für unsere Sünde gestorben ist und von den Toten auferstanden ist. Durch den Glauben an Jesus sollen wir die Sündenvergebung und das ewige Leben empfangen und Gottes Kinder werden. Das ist die Frohe Botschaft für alle Menschen aus allen Nationen.
Ich wünsche mir, dass möglichst viele Menschen zu dieser Zeit Jesus als Gottes Sohn und Christus glauben, der für ihre Sünden am Kreuz starb und danach von den Toten auferstanden ist. Amen!
[1] https://www.frogwords.de/bibel_at_nt/fragen_zum_nt/antwort_mk_15_23/2
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