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01.12.2025
Leitvers Matthäus 1,1: „Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes David, des Sohnes Abrahams.“
Sowohl Matthäus als auch Lukas stellten den Stammbaum Jesu Christi dar, um seine Herkunft aufzuzeigen und die Hintergründe seiner Geburt zu erklären. Betrachten wir Jesu Stammbaum genauer.
Der Stammbaum Christi bei Matthäus weicht geringfügig von der bei Lukas ab. Bis David sind die beiden Stammbäume identisch, ab David bis Josef weichen sie jedoch voneinander ab.
Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen:
– Matthäus schildert Josefs rechtmäßige, also königliche, Abstammungslinie; Lukas hingegen die biologische.
– Matthäus führt Josefs Abstammung auf, Lukas die von Maria. (Der Talmud nennt Eli als Marias Vater.)
[1] Eusebius von Caesarea z.B. gibt in seiner Kirchengeschichte die erste Möglichkeit der Erklärung nach Afrikanus wieder:
„Die Aufzählung der Namen in den Stammtafeln war in Israel entweder physisch oder gesetzlich; physisch war sie, wenn der leibliche Sohn folgte, gesetzlich, wenn ein Fremder an Kindes Statt angenommen wurde auf den Namen des ohne Kinder gestorbenen Bruders. Da nämlich die Hoffnung auf die Auferstehung noch nicht klar war, so suchte man einen Ersatz für die künftige, verheißene Auferstehung in der sterblichen Auferstehung (d.h. in den Erzeugungen), damit der Name des Hingeschiedenen nicht ausgetilgt würde. Da nun von den in unseren Geschlechtsregistern genannten Personen die einen als leibliche Kinder den Vätern folgten, während die anderen nach Männern benannt wurden, von denen sie nicht erzeugt worden waren, so sind die aufgezählten Männer zum Teil Väter der Natur nach, zum Teil Väter der Form nach. Weil nun die Evangelien im einen Fall die natürliche Zeugung berücksichtigten, im anderen Fall eine gesetzliche Gewohnheit, so irrt sich keines der beiden. Die von Salomon und die von Nathan abstammenden Geschlechter wurden durch die Neubelebungen der Kinderlosen bzw. die zweiten Ehen sowie durch die natürliche Zeugung so sehr miteinander verkettet, dass man mit Recht behaupten kann, die gleichen Personen stammen zugleich von verschiedener Seite ab, die es in Wirklichkeit sind. Die beiden Berichte sind also vollständig richtig; wenn auch unter verschiedenen Verschlingungen, führen sie doch wahrheitsgemäß zu Joseph.“
[2] Thomas Kinker bietet eine zweite mögliche Erklärung dafür an, warum das Neue Testament zwei unterschiedliche Genealogien Jesu enthält:
„Diese sind in vielen Gliedern unterschiedlich, da sie nicht eine, sondern zwei Abstammungslinien Jesu angeben: Die eine ist die Linie Josefs-die offizielle Königslinie mit den Königen Judas, die andere ist die Abstammungslinie Marias-eine Seitenlinie des jüdischen Könighauses.
Der Schlüssel für unser obiges Problem, warum Jesus trotz Jeremias Prophetie in [3] Jer. 22,30 den Thron Davids innehaben konnte, ist bei David zu suchen: Hier findet sich in Mt. 1,6 Salomo (der Nachfolger Davids) als Sohn Davids, in Lk. 3,31 dagegen wird die Linie über Nathan weitergeführt. D.h., Jesus ist gleich auf zweifache Weise ein Nachkomme Davids: rechtlich über Josef und Salomo (aber eben nicht leiblich!), leiblich dagegen über Maria und Nathan. Nathan und Salomo haben übrigens die gleiche Mutter, Batseba (1. Chr. 3,5). Somit ist Jojachin wirklich kein direkter Vorfahren Jesu; kein leiblicher Nachkomme Jojachins kam mehr auf den Thron Davids, genau wie Jeremia es vorausgesagt hatte.“
Noch eine Bemerkung von Kinker: „Die beiden Stammbäume gehen bei Scheatiel zusammen. Dies kann möglicherweise durch die sogenannte Schwagerehe geschehen sein: Wenn ein Mann kinderlos starb, sollte sein Bruder dessen Witwe heiraten, und der erste Sohn galt als Sohn des Verstorbenen.“
Also: Die beiden Stammbäume Jesu sind richtig.
Was will uns aber Matthäus bzw. Lukas mittels des Stammbaums Christi lehren? Der Stammbaum Jesu nach Matthäus bzw. Lukas lehrt uns etwas Wichtiges über Christus:
Lukas betont, dass die Herkunft Jesu Christi ursprünglich auf Gott, den Schöpfer, zurückzuführen sei. Gott erschuf den ersten Menschen, Adam, und von diesem Adam stammen sowohl Jesus Christus als auch alle Menschen ab. Damit betont Lukas, dass Gott Jesus Christus als Erlöser aller Menschen gesandt hat.
Matthäus betont dagegen, dass Jesus Christus der Sohn Abrahams und der Sohn Davids ist. Matthäus sagt in Vers 1: „Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“ Damit betont Matthäus, dass Jesus Christus der verheißene Christus ist, den Gott an Abraham und David versprochen hatte. Gott hatte Abraham versprochen: „In dir sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden“ (Genesis 12,3). Gott wollte durch den Christus, einen Nachkommen Abrahams, alle Völker segnen. Gemäß den Berichten der Genesis (Kap 1-11) besteht Gottes Segen in Jesus Christus aber nicht nur in kleineren Dingen wie z.B. leiblichem Wohlergehen. Die Menschen hatten durch den Sündenfall Adams, das ewige Leben, das Paradies und die Gemeinschaft mit Gott verloren und in die Sünden- und Todesmacht geraten. Darum wollte Gott den Menschen die Erlösung von der Sünden- und der Todesmacht, das ewige Leben, das Himmelreich und die Gemeinschaft mit Gott als Segen schenken. Jesus Christus ist der Erlöser und er ist der wahre Segen für alle Menschen. Alle Menschen können durch den Glauben an Jesus Christus die Erlösung und den wahren Segen erfahren.
Der König David hatte ein großes Königreich aufgebaut und für sich auch einen Palast gebaut. Er hatte aber ein schlechtes Gefühl, weil es für Gott nur ein schlichtes Zelt als Stiftshütte gab. Darum wollte er Gott einen prächtigen Tempel, also einen Gottespalast, bauen. Der Prophet Nathan richtete aber Gottes Wort aus: „Gott, der Herr, verkündigt dir, dass der Herr dir ein Haus bauen will. Wenn nun deine Zeit um ist und du dich zu deinen Vätern schlafen legst, will ich dir einen Nachkommen erwecken, der von deinem Leibe kommen wird; dem will ich sein Königtum bestätigen. Der soll meinem Namen ein Haus bauen, und ich will seinen Königsthron bestätigen ewiglich“ (2. Samuel 7,11b-13). König David hatte schon ein großes, mächtiges Königreich aufgebaut. Gott aber versprach ihm, seinem Nachkommen das Königreich bis zur Ewigkeit zu schenken. Mit dem Nachkommen Davids ist Christus gemeint. Das Königreich, das Gott dem Christus schenkt, besteht bis zur Ewigkeit. Niemand kann dem Christus sein Königreich zerstören. Selbst der Tod kann dem Christus sein Königreich nicht nehmen. Jesus Christus ist der Mensch gewordene Gott, somit der wahre König für uns. Er schenkt uns das Reich Gottes.
Matthäus hat die Zeit von Abraham bis Christus in drei Zeitalter eingeteilt: von Abraham bis zu David, von David bis zur babylonischen Gefangenschaft und von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus. Die Entwicklung der geistlichen Situation während der drei Zeitalter weist auf den Charakter Christi hin.
Gott hatte Abraham verheißen: „in dir“, d.h. in dem Christus, werden alle Völker gesegnet. Die Vorfahren Jesu Christi lebten als mit der Hoffnung auf die Erfüllung dieser Verheißung. Sie lebten als fromme Gläubige. Gott machte seine Verheißung wahr: Er machte aus einem Menschen, Abraham, ein Volk Israel und gab ihnen einen hervorragend guten König, David. David war ein guter König, und sein Königreich war glorreich. Er konnte jedoch dem Volk kein Paradies geben. Er war doch nur ein Mensch, und es gab Skandale und Tragödien; es gab beispielsweise einen unverschämten Ehebruch Davids und eine traurige Rebellion Absaloms, seines eigenen Sohns. Nach David waren fast alle Thronfolger Davids böse; und ihre Sünde und Bosheit nahmen immer nur noch zu. Schließlich endete das Königreich mit der Zerstörung Jerusalems durch Babylon und mit der babylonischen Gefangenschaft der Israeliten. Die meisten Vorfahren Jesu Christi waren solche sündige, böse Könige gewesen. Sie mussten seit der babylonischen Gefangenschaft als Kriegsgefangene leiden und dann als namenlose Privatmenschen untergehen.
Die Geschichte der Vorfahren Jesu Christi zeigt, dass die Sünde die wahre Ursache des menschlichen Unglücks ist, und kein weltlicher Messias kann das Unglück der Menschen richtig lösen. Aber Menschen müssen, wenn sie wirklich glückselig sein wollen, unbedingt von der Sünde und dem Tod erlöst werden und das durch den Sündenfall Adams verlorene Paradies wiederhaben. Gott liebte uns Menschen und sandte Jesus Christus in die Welt, damit wir von der Sünde und dem Tod erlöst werden und das ewige Leben und das Reich Gottes haben.
Jesus Christus ist also ein viel besserer König als David. Heute hoffen die Menschen darauf, dass ein hervorragender Mann, es sei Bundeskanzler oder ein Präsident, die Wirtschaft der Welt belebt und Frieden und Gerechtigkeit bietet. Natürlich sollen wir uns dafür einsetzen, dass die Wirtschaft belebt wird und Friede und Gerechtigkeit herrschen. Trotzdem sollen wir unter keinen Umständen vergessen, dass nur Jesus Christus uns wirklich Frieden und Gerechtigkeit und das wahre Glück schenken kann. Nur Jesus Christus kann uns von der Sünde und dem Tod erlösen und uns den wahren Frieden, das ewige Leben und das Himmelreich schenken. Wir sollen Jesus Christus als dem wahren König und Hirten vertrauen. Wir sollen anderen Menschen Jesus Christus bekanntmachen, damit sie den wahren Frieden und das ewige Leben empfangen können.
Matthäus hat im Stammbaum Jesu einige von den Urgroßmüttern Jesu Christi namentlich erwähnt: Tamar, Rahab, Rut, Batseba und Maria.
Tamar war eine Kanaaniterin und die erste Schwiegertochter Judas. Als ihr Mann starb, verkleidete sie sich als Hure, verführte Juda, ihren Schwiegervater, und gebar einen Sohn durch ihren Schwiegervater. Sie wollte also unbedingt einen Nachkommen haben. Rahab war eine kanaanistische Hure. Als die 12 Spione Israels zur Erkundigung des Landes Kanaan in ihrem Haus blieben, gewährte sie den 12 Spionen den Versteck gegen die königliche Polizei ihres Landes. Sie war also eine Vaterlandsverräterin. Sie erklärte dann den israelitischen Spionen, warum sie trotz der Lebensgefahr versteckt hatte: „Seitdem wir das gehört haben, ist unser Herz verzagt, und es wagt keiner mehr, vor euch zu atmen; denn der Herr, euer Gott, ist Gott oben im Himmel und unten auf Erden. So schwört mir nun bei dem Herrn, weil ich an euch Barmherzigkeit getan habe, dass auch ihr an meines Vaters Haus Barmherzigkeit tut, und gebt mir ein sicheres Zeichen“ (Jos 2,11-12).
Rut war auch keine Jüdin, sondern eine Moabiterin. Sie hatte einen Gastarbeiter aus Israel geheiratet. Aber ihr Mann starb früh, und sie wurde i eine Witwe. Ihre Schwiegermutter wollte Rut in ihrem Land lassen und nach Israel zurückkehren. Rut sagte zu ihrer Schwiegermutter: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott“ (Rut 1,16-17). Rut folgte also ihrer Schwiegermutter und kam nach Israel. Dort heiratete sie Boas, den Urgroßvater Davids.
Batseba war eigentlich die Frau Urias, eines treuen Generals Davids. David beging aber Ehebruch mit Batseba, während Uria auf dem Schlachtfeld auf Leben und Tod zur Verteidigung gegen die Feinde kämpfte. David ließ Uria auch durch eine absichtliche Falle bei der Kriegshandlung durch die Feinde sterben. Danach nahm er sich Uria zur Frau. Der Prophet Nathan tadelte David hart für diese Sünde, und daraufhin tat David Buße. Von dieser Batseba stammen sowohl Salomo als auch Nathan, einer der Urgroßväter Christi nach Lukas.
Die angeführten Urgroßmütter Christi waren entweder Ausländerinnen oder Sünderinnen. Wenn Gott schon solche Ausländerinnen und Sünderinnen als Urgroßeltern Christi annimmt, wie viel mehr wird Gott Sünder und alle Völker der Welt u annehmen, sie retten und segnen?
Zusammenfassend können wir anhand des Stammbaums Christi Folgendes über den Christus sagen:
Jesus Christus liebt alle Menschen und will sie alle retten und segnen. Er liebt beispielsweise auch alle Schwächlinge und Sünder. Er versteht das Unvermögen und Kummer der schwachen Menschen, der Außenseiter. Er kennt vor allem das schwere Leiden der Sünder und will ihnen helfen.
Jesus Christus will Menschen von der Sünde und dem Tod erlösen und ihnen das ewige Leben und das Himmelreich schenken. Er kennt natürlich unsere Bedürfnisse, unseren Hunger, unseren alltäglichen Kummer und hilft uns gerne. Vor allem kennt er unsere Verzweiflung wegen der Tyrannei der Sünde und de Todesmacht.
Er will uns das Reich Gottes und die selige Gemeinschaft mit Gott schenken. Er befreit uns vom Fluch der Sünde und schenkt uns den Heiligen Geist, sodass wir durch den Heiligen Geist die selige geistliche Gemeinschaft mit Gott haben.
[1] Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte I 7,2-5
[2] Thomas Kinker, „Bibel Auslegen...“ S. 537
[3] Der Prophet Jeremia hatte über Jojachin, den vorletzten König Judas (drei Monate im Jahr 597 v. Chr., wenig später war es mit dem Juda zu Ende) prophezeit, dass Jojachin kinderlos bleiben würde und folglich keiner von seinen Nachkommen König sein (Je 22,30). Sein Nachfolger Zedekia (der letzte König von Juda, 598-586 v. Chr.) war nicht sein Sohn, sondern sein Onkel.
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