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16. Januar 2026
Leitvers 2: „Und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“
Früher feierte mein Bruder jährlich die Todestage meiner Eltern. In den evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirchen werden nicht die Geburtstage der Heiligen als ihre Gedenktage gefeiert, sondern ihre Todestage. Es gibt aber drei Ausnahmen: Die Geburtstage von Jesus Christus, Maria (1. Januar) und Täufer Johannes (24. Juni) werden gefeiert. Dies zeigt, dass Johannes der Täufer eine besondere heilsgeschichtliche Bedeutung hat, denn er hatte als Vorläufer Christi eine überbrückende Aufgabe zwischen dem Alten Bund und dem Neuen Bund.
Johannes machte Jesus Christus bekannt, indem er sich selbst erniedrigte und Christus erhöhte.
Wir wollen heute die Bußpredigt des Johannes und seine Vorstellung Christi kennen lernen, um unsere Herzen auf Christus vorzubereiten.
1. Tut Buße! (1-6)
Heute sprechen viele Prediger nicht gern von der Buße, weil sie sich fürchten, dass ihre Zuhörer verärgert reagieren würden. Aber Johannes predigte Buße, indem er sagte: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“
Was bedeutet die Buße? Sie bedeutet, dass man falsche Dinge, die sein Herz besetzt haben, für Christus aufräumt. Es gibt verschiedene Dinge, die unsere Herzen besetzen und uns daran verhindern, Jesus Christus in unsere Herzen aufzunehmen:
Als erstes verhindern unsere starken Beschäftigungen uns daran, Jesus Christus herzlich aufzunehmen. Beispielweise können wir Christus nicht herzlich empfangen, wenn wir größere Freude für jemand oder irgendein Ding haben als für Jesus Christus.
Buße zu tun bedeutet, dass wir dies als Verkehrtes erkennen und korrigieren. Wenn wir sie korrigiert haben, haben wir in unserem Herzen Raum für Christus. Und wir können ihn herzlich aufnehmen. Und Jesus Christus kann in uns richtig wirken.
Wir brauchen Mut, die Verkehrtheit zu korrigieren und einen richtigen Herzensraum für den Herrn vorzubereiten. Die Buße ist eine selige Korrektur.
Als zweites verhindert unser Unglaube an Jesus Christus uns daran, ihn zu empfangen. Heute ist der Unglaube in Deutschland und Europa weit verbreitet. Er ist eine Mode geworden. An letzten Weihnachtstagen wollte ich mir irgendeinen Fernsehfilm der Weihnachtsgeschichte anschauen. Aber ich fand ihn nicht. Die Tendenz zum Unglauben ist in Deutschland drastisch zugenommen.
Aber unser Gott lebt. Er hat unter den verachteten, armen Menschen in Afrika mächtig gewirkt, sodass die Hälfte der Afrikaner inzwischen Christen geworden sind. Wenn wir nicht an Christus glauben, haben wir kaum Herz für ihn. Wir sollen unseren Unglauben als ernstes Problem erkennen und dafür Buße tun. Durch unsere Buße entsteht in unserem Herzen ein Platz für Christus, und er kommt in unsere Herze hinein und wirkt gnädig. Darum ist die Buße segensreich.
Als drittes verhindert unsere Sünde uns daran, Christus aufzunehmen.
Wer gesündigt hat, wird ein Sklave der Sünde. Und die Sünde will nicht, dass wir Buße tun. Sie will, dass wir weiterhin ihre Sklaven bleiben. Das ist ungefähr damit vergleichbar, dass ein Drogensüchtiger schlecht von ihrer Abhängigkeit loswird. Die Sünde gibt uns eine kurze Zeit lang ein entzückendes Gefühl. Aber dies dauert nur kurz. Danach kommt das Gefühl der Leere und der Schlechtigkeit. Die Sünde treibt uns dazu, noch mal zu sündigen. Die Sünde ist wie eine harte Droge. Sie ruiniert unser Leben.
Die Buße führt uns aber zur Freiheit. Wir sollen durch Buße in unserem Herzen einen Raum für den Herrn schaffen, damit er in unsere Herzen hineinkommen und uns befreien kann. Wir müssen einige falsche Dinge aus unserem Leben beseitigen. Diese Aufräumarbeit ist eine kurze Zeit lang etwas schmerzhaft, aber langfristig sehr segensreich. Gott möge uns Mut geben, diese Aufräumarbeit zu tun.
Die Reaktion der Menschen zeigt uns, dass die Bußpredigt des Johannes eine richtige Hilfe für sie war. Zahlreiche Menschen aus Jerusalem, ganz Judäa und allen Ländern am Jordan kamen zu Johannes, hörten seine Predigt, ließen sich taufen und bekannten ihre Sünden. Ihre Reaktion zeigt uns, dass Menschen eigentlich gerne Buße tun und von der Sündenmacht frei werden möchten. Wir sollen von der Sünde frei werden und den göttlichen Segen erfahren. Ohne Sünde wäre Christus nicht gekommen. Jesus Christus predigte Buße und Glauben an ihn. Auch wir sollen klar Buße und Glauben an Christus predigen, damit Menschen die Vergebung und den göttlichen Segen erfahren können.
2. Bringt rechtschaffene Frucht der Buße! (7-10)
Unter der Menschenmenge, die dem Johannes zuströmte, waren auch viele Pharisäer und Sadduzäer. Sie wollten auch von Johannes getauft werden.
Da sagte Johannes zu ihnen: „Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Bringt nun rechtschaffene Frucht der Buße! Denkt nicht daran, dass ihr euch damit herausreden könnt: <Abraham ist unser Vater!> Gott kann selbst aus diesen Steinen hier Nachkommen Abrahams machen“ (7-9).
Warum tadelte Johannes die Pharisäer und Sadduzäer? –Weil sie ohne echte Buße für ihre bösen Taten getauft werden und danach wie bis dahin Böses weitertun. Deswegen sagte Johannes zu ihnen: „Wer hat euch gewiss gemacht, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Bringt nun rechtschaffene Frucht der Buße!“
Die Pharisäer[1] waren eine jüdische Gruppe, die ca. 135 v. Chr. entstand. "Pharisäer" bedeutet etwa "die Abgesonderten". Sie setzten sich dafür ein, die göttlichen Gesetze genau einzuhalten. Deshalb sonderten sie sich von allen ab, die sich nicht an diese Gesetze hielten. Weil sie versuchten, Gottes Gesetze äußerlich haargenau einzuhalten, übersahen sie zwangsläufig den eigentlichen Sinn des Gesetzes, denn die Liebe zu Gott und zu Menschen ist die Kernlehre der Bibel. Menschen können leider in die Herzensmitte des anderen Menschen nicht hineinschauen und beurteilen, ob sie aus Liebe handeln oder nicht. Die Pharisäer gaben dem Herzensmotiv der Menschen kaum Achtung, sondern sie beobachteten andere Menschen, ob diese Gesetze buchstäblich einhielten oder nicht, und verurteilten diese streng. Andere oberflächlich zu beurteilen ist schon eine große Sünde. Dazu waren die Pharisäer auch noch heuchlerisch, denn sie waren sehr egoistisch und selbstgerecht.
Der Name Sadduzäer kommt wahrscheinlich von Zadok her, dem Hohepriester zur Zeit Davids ab. Theologisch erkannten die Sadduzäer nur fünf Bücher Mose als Bibel an und glaubten auch nicht an die Auferstehung der Toten. Zu ihnen gehörten viele vornehme und reiche Leute. Die meisten von ihnen stammten aus den Priesterfamilien. Ihnen gehörte auch der amtierende Hohepriester. Sie waren offen für die griechisch-römische Kultur und liebten den Genuss der Welt. Sie liebten Geld und Macht. Unter der römischen Herrschaft waren sie herrschende Schichten der Juden.
Pharisäer und Sadduzäer waren religiöse Führer des Volkes. Sie hielten sich für Leiter der Blinden und Lehrer der Unmündigen. Sie lehrten andere Menschen Gottes Wort und brachen selbst aber Gottes Gebot. Sie rühmten sich des Gesetzes und entheiligten aber durch ihre Übertretungen des Gesetzes den Namen Gottes.
Johannes tadelte die Pharisäer und Sadduzäer mit deutlichen Worten: „Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gesagt, dem kommenden Zorn Gottes zu entfliehen? Bringt nun der Buße würdige Frucht, und meint nicht, bei euch selbst zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater! Denn ich sage euch, dass Gott dem Abraham auch aus diesen Steinen Abrahams Kinder erwecken kann. Schon ist aber die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworden“ (7-10).
Gott will, dass wir keine Scheinheilige werden, sondern für unsere Sünde Buße tun und Frucht der Buße bringen. Wir sollen für unsere Weltliebe, unseren Unglauben und unsere Sünde Buße tun und rechtschaffene Frucht der Buße bringen. Wir sollen unsere Weltliebe aufgeben und Gott vom Herzen lieben. Wir sollen unseren Unglauben aufgeben und den lebendigen Glauben an Gott und sein Wort haben. Wir sollen unsere weltliche Hoffnung aufgeben, eine himmlische Hoffnung annehmen und dafür leben und wirken.
3. Lasst euch mit dem Heiligen Geist taufen! (11-12)
Als Prediger hatte Johannes einen Riesenerfolg, denn das ganze Volk strömte ihm zu. Er hätte sich als einen großen Mann Gottes ausgeben können. Was sagte er über sich selbst?
Johannes sagte zu dem Volk (Vers 11a): „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht einmal würdig, seine Sandalen zu tragen.“
Zu jener Zeit zogen die Leute Sandalen an. Diese Sandalen wurden aber schnell kaputt. Darum nahmen reisende Leute mehrere Paar Sandalen mit. Bei der Reise Sandalen zu tragen – das war die Aufgabe der Knechte.
Also: Johannes meinte mit seinem Wort, dass er gegenüber dem Christus viel niedriger sei. Obwohl Johannes ein großer Mann Gottes war und vom Volk hoch angesehen war, stellte er sich gegenüber Jesus ganz klein vor. Dadurch wollte er uns Christus erklären, dass Jesus Christus der menschgewordene Gott und Gottes Sohn ist. Er ist eigentlich der Schöpfer. Er ist aber als Mensch in die Welt gekommen, um sich uns bekannt zu machen und all unsere Schuld wegzutragen. Darum sagte er gemäß dem Bericht des Apostel Johannes: „Der wird nach mir kommen, und ich bin nicht wert, dass ich seine Schuhriemen löse“ (Joh. 1,27).
Johannes nannte den entscheidenden Unterschied zwischen seiner Aufgabe und der Aufgabe Jesu: „Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, … der wird euch aber mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen“ (Vers 11).
Mit dem Wasser kann man uns nur unsere Haut sauber machen. Aber der Heilige Geist kann all unseren inneren Schmutz, nämlich verborgene Sünden, verbrennen und ganz tilgen.
Wir sollen daran glauben, dass Jesus Christus uns durch seinen Geist ganz reinigen kann. Wenn Jesus uns durch seinen Geist reinigt, ist unsere sämtliche Sünde spurlos getilgt. Wir sollen Jesus Christus unbedingt unsere Sünden bekennen und an Jesus Christus und seine Kraft des Heiligen Geistes glauben. Er wird dann unsere Herzen durch den Heiligen Geist richtig sauber machen. Wir sollen unsere Herzen durch den Heiligen Geist immer wieder reinigen lassen. Außer der Kraft des Heiligen Geistes haben wir keine Möglichkeiten, unsere verborgenen, schlechten Gedanken, Gefühle und Sünden loszuwerden. Darum sollen wir vor Jesus Christus unsere Sünden bekennen und ihn bitten, durch den Heiligen Geist uns zu reinigen. Er wird uns durch seinen Geist sicher reinigen und uns mit dem Heiligen Geist voll füllen. Wir fühlen uns dann sehr wohl.
4. Jesu Vorstellung und Taufe (13-17)
Quelle https://www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/imkirchenjahr/advent/article/61727.html
Während Johannes am Jordan die Leute taufte, kam Jesus zu ihm und wollte von ihm getauft werden. Zunächst wehrte Johannes ihm und sagte: „Ich muss von dir getauft werden, aber nicht du von mir.“
Aber Jesus antwortete ihm: „Lass es so geschehen, denn wir müssen alles tun, was Gott will.“
Obwohl Jesus Gottes Sohn war, erniedrigte er sich und ließ sich von Johannes taufen.
Weshalb ließ Jesus sich von Johannes taufen?
Wir können einige Gründe dafür:
Erstens: Zur öffentlichen Bekanntmachung Christi.
Maria wurde durch den Heiligen Geist schwanger und gebar Jesus Christus. Nun sollte Jesus öffentlich auftreten und als Messias zu wirken beginnen. Darum wollte Gott Jesus durch Johannes taufen lassen und Jesus als Gottes Sohn und Christus öffentlich bekanntgeben. Johannes war allen Israeliten als ein großer Knecht Gottes und Propheten bekannt. Ihm strömte die Volksmenge aus ganz Israel und wollte von Johannes getauft werden. Inmitten der großen Volksmenge ließ sich Jesus von Johannes taufen, und die große Volksmenge schaute zu.
Als Jesus sich von Johannes taufen ließ und vom Wasser heraufstieg, kam der Heilige Geist auf Jesus, und Gott verkündete: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (17).
So verkündete Gott allem Volk, dass Jesus sein Sohn ist, an dem Gott Wohlgefallen hat. Das war eine Krönung des himmlischen Königs. Und Gott erklärte bei dieser Krönung Jesus als Christus und Gottes Sohn.
Zweitens: Zur Übernahme des Erlösungswerkes.
Johannes hatte eine überbrückende Aufgabe zwischen dem Alten Bund und dem Neuen Bund. Dazu sollte er dem Gottesvolk Jesus Christus vorstellen, damit das Volk Jesus als den verheißenen Messias erkennen und annehmen kann. So beginnt Jesus mit seiner neutestamentlichen Arbeit als Christus. Gott hat also Johannes als Wegbereiter für den Christus gesandt. So hat Johannes mit der Vorstellung Jesu seine göttliche Mission erfüllt. Preist Gott für seine Güte und seine vollkommene Fügung.
Lasst uns nun die Predigt des Täufers in Vers 2 noch einmal hören: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“
Um Jesus Christus aufzunehmen brauchen wir durch Buße unsere Herzen vorbereiten.
Wir sollen unsere Herzen für Jesus vorbereiten.
Haben wir unsere Herze von starken Beschäftigungen frei gemacht?
Haben wir unsere Herzen vom Unglauben freigemacht?
Haben wir unsere Herzen von der Sünde freigemacht?
Lasst uns Jesus in unsere Herzen herzlich einlassen.
Gott segne euch alle!
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