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12.6.2025
Leitvers 10: „Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen: <Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.>“
In der Bibel finden wir viele faszinierende Liebesgeschichten über Gott. Sie sind so berührend, dass unsere Herzen mit unsagbarer Freude erfüllt werden. Das Gleichnis von den Weingärtnern ist eine davon.
Möge Gott uns durch diese Geschichte helfen, unsere Herzen mit Freude und Dankbarkeit für Gottes Liebe zu erfüllen. Lasst uns lernen, warum Jesus uns solche Freude bereiten kann.
Diese Geschichte beginnt so: „Und er, d.h. Jesus, fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und zog einen Zaun darum und grub eine Kelter und baute einen Turm und verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes.“
Die vom Weingutsbesitzer gepflanzten Rebstöcke waren von bester Qualität. Mit der Kelter, also mit der Weinpresse, wird der Saft aus den Trauben extrahiert, um Wein herzustellen. Der Zaun um den Weinberg dient dem Schutz vor Dieben und Wildtieren. Außerdem errichtete er an einer geeigneten Stelle einen Wachturm gegen Traubendiebe.
Der Weinbergbesitzer symbolisiert Gott.
Die Weingärtner im engeren Sinne bedeuten die Israeliten, vertreten durch die geistlichen Führer der Juden. Gott hatte Israel als sein Volk erwählt und ihm die Bibel und das Evangelium anvertraut. Sie sollten viel Frucht des Geistes hervorbringen, Gott dafür danken und die Frohe Botschaft mit anderen Völkern teilen, damit auch andere Völker die Frucht des Evangeliums genießen können.
Im weiteren Sinn beziehen sich die Weingärtner alle Menschen dieser Welt. Denn Gott hat jedem Menschen das Leben und verschiedene Gaben anvertraut, damit dieser reiche Frucht bringt und Gott verherrlicht.
Jesus setzt sein Gleichnis fort: „Und er sandte, als die Zeit kam, einen Knecht zu den Weingärtnern, damit er von den Weingärtnern seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs hole“ (Vers 2).
Etwa im dritten Jahr beginnt ein Weinberg Früchte zu tragen. Nach dem Gesetz in 3. Mose(Levitikus) 19,23.25 kann ein Weinbergbesitzer ab dem fünften Jahr seinen Anteil an der Ernte von seinen Pächtern verlangen.
Als die Zeit gekommen war, schickte der Besitzer des Weinbergs einen seiner Knechte zu den Weingärtnern, um seinen Anteil an den Früchten abzuholen.
Haben sie ihm seinen Anteil gegeben? Und haben sie dem Besitzer des Weinbergs durch ihn ihren Dank und ihre Grüße ausgerichtet?
Der Vers 3 berichtet uns von ihrer Reaktion: „Sie nahmen ihn aber, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen fort.“
Welch undankbare, böse Menschen!
Wurde der Besitzer böse auf sie?
Der Vers 4a berichtet uns: „Abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht.“
Der Besitzer war ein gnädiger und geduldiger Mensch, sodass er sie weder entließ noch bestrafte. Vielmehr sandte einen andern Knecht zu ihnen, um seinen Anteil an den Früchten zu holen.
Wie reagierten die Weingärtner auf den zweiten Diener des Besitzers?
Der Vers 4b berichtet uns, dass sie „den schlugen auf den Kopf und schmähten ihn.“
Die Weingärtner misshandelten auch diesmal und schickten ihn mit leeren Händen zurück.
Der Weinbergbesitzer hätte nun die Weingärtner bestrafen, ihnen den Weinberg wegnehmen und ihn anderen geben können, die ihm sicherlich seinen Anteil an der Frucht sicher geben würden.
Wie reagierte der Besitzer darauf?
Zu unserer Überraschung wurde er trotz ihrer Undankbarkeit und ihrer Bosheit nicht böse auf sie, sondern war ihnen freundlich gesinnt und sandte noch einen anderen Knecht zu ihnen(5a).
Aber die Bosheit der Weingärtner steigerte sich nur noch: Sie töteten seine Knechte oder schlugen sie (5b).
Der Weinbergbesitzer war aber so gnädig und geduldig. Trotz ihrer viele Male Misshandlungen und Tötung seiner Gesandten wünschte er sich wirklich, dass sie seinen Weingarten weiter behalten und ihm nur seinen etwaigen Anteil der Frucht geben.
Trotz ihrer wiederholten Bosheit meinte er, dass die Weingärtner, wenn er seinen geliebten Sohn zu ihnen sende, sich vor seinem Sohn schämen und ihm den Anteil der Frucht bestimmt geben würde.
So steht es in Vers 6: „Da hatte er noch einen, seinen geliebten Sohn; den sandte er als letzten auch zu ihnen und sagte zu sich: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuern.“
Dass er seinen geliebten Sohn zu ihnen sandte – das bedeutete, dass er selbst zu ihnen hinging. Er wollte sie an ihr Gewissen appellieren.
Welcher Vater würde seinen geliebten Sohn zu denen senden, die seine Boten immer wieder misshandelt und getötet haben? Ganz bestimmt niemand.
Aber unser Gott tat das. Er sandte seinen geliebten Sohn Jesus Christus zu den sündigen, rebellischen Menschen. Darum lautet Gottes Wort in Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Wie verhielten sich die Weingärtner, als sie den Sohn des Weinbergbesitzers kommen sahen? Wurden sie bußfertig und nahmen ihn herzlich auf?
Die Verse 7-8 beschreiben ihr Verhalten gegenüber ihm: „Sie aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dies ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein! Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn hinaus vor den Weinberg.“
Die Weingärtner waren dem Besitzer des Weinbergs gar nicht dankbar, obwohl er ihnen ihre bisherigen Misshandlungen und Tötung seiner Knechte duldete und ihnen seinen geliebten Sohn sandte. Vielmehr wollten sie den Sohn töten und den Weinberg an sich reißen.
Das bedeutet, dass die Menschen die Knechte Gottes misshandelten und sie töteten, weil sie ihr Leben als ihr Eigentum betrachten und Gott nicht als den Eigentümer ihres Lebens anerkennen und ihm auch keine Früchte des Lebens geben wollen. Dies gilt zunächst die Israeliten, das auserwählte Volk Gottes. Aber dies gilt auch alle Menschen der Welt, die Jesus Christus nicht als Gottes Sohn anerkennen und ihn ablehnen.
Menschen wollen ihr Leben als ihr Eigentum betrachten und so leben, wie sie nur wollen. Für sie ist die Wahrheit, dass Jesus Gottes Sohn ist. Darum wollen sie Jesus nicht als Gottes Sohn anerkennen und ihm die Frucht ihres Lebens geben. Vielmehr verfolgen sie Gottes Gesandten und Jesus Christus und töten manche Christen, wie sie Christus getötet haben.
Aber wenn wir Gott für seine Gabe des Lebens danken und ihm die Ehre und Dankbarkeit erweisen, segnet uns reichlich. Wir sollen Gott stets danken, selbst wenn wir uns in Not befinden. Wenn wir Gott für das anvertraute Leben und für seine Liebe danken, werden unsere geistlichen Augen geöffnet, sodass wir die wunderbare Gnade Gottes gut erkennen.
Was wird der Besitzer des Weinbergs tun, wenn die Weingärtner seinen geliebten Sohn töten?
Wenn der Weinbergbesitzer auch diesmal die bösen Weingärtner nicht bestrafen würde, würde es keine Gerechtigkeit mehr geben.
Der Vers 9b antwortet darauf: „Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben.“
Der Weinbergbesitzer wurde nun zornig und bestrafte die bösen Weingärtner.
Wir haben in den Versen 1-8 festgestellt, dass der Weinbergbesitzer ein Mann der Liebe ist. Nun erfahren wir in Vers 9, dass der Mann auch ein Mann der Gerechtigkeit ist.
Jesus will uns hier sagen, dass unser Gott der Gott der großen Liebe und Gnade ist und zugleich der Gott der Gerechtigkeit. Gott kann sich selbst nicht verleugnen; er muss gnädig, liebevoll sein und zugleich gerecht. Darum muss er gnädig und liebevoll regierten und auch gerecht und heilig. Weil er gnädig und liebevoll ist, erduldet er mit aller Geduld die sündigen Menschen, damit sie ihre Sünde einsehen und Buße tun. Darum erträgt er sie und appelliert immer wieder an ihr Gewissen, Buße zu tun und nicht mehr zu sündigen.
Wenn aber sie seine Liebe und seine Mahnung hartnäckig ablehnen und weiter in der Sünde bleiben, hat er keine andere Wahl als sie zu richten und zu bestrafen, denn er muss zeigen, dass er ein gerechter, heiliger Gott ist und dass er gerecht regiert. Er richtet unbußfertige Menschen gewiss und bestraft sie.
Der Weinbergbesitzer war sonst stets gnädig gewesen. Aber er wurde sehr zornig und bestrafte die Weingärtner, als sie seinen Sohn töteten. Sein Sohn war also die letzte Chance für die Weingärtner gewesen. Dies bedeutet an, dass Jesus Christus für die Menschen die letzte Chance der Gnade ist. Wer Jesus Christus ablehnt, hat keine Chance mehr, Gottes Gnade zu erfahren und von der Verdammnis gerettet zu werden. Deswegen sagte Jesus in MK 16,16: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt.“
Der Glaube an Jesus ist die Rettung und das ewige Leben; der Unglaube an ihn dagegen die ewige Verdammnis.
Jesus sagt dann in Vers 10: „Habt ihr denn nicht dieses Schriftwort gelesen: <Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.>“
Im Psalm 118 steht, dass Gott einen Stein, den die Bauleute verworfen hatten, zum Eckstein gemacht hat. Früher hatten die Juden unter dem verworfenen Eckstein Israel verstanden. Denn Israel wurde von vielen Völkern verworfen. Gott aber erwählte gerade dies verachtete, kleine Volk als Gottesvolk aus und verkündete durch Israel allen Völkern seinen Namen.
Jesus aber deutet hier an, dass die Prophezeiung vom verworfenen Steil durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung erfüllt wird. Die Juden hatten auf den Messias gewartet, der sie durch seine Wunderkraft von der ausländischen Herrschaft, also von den Römern befreien und ihr König werden und ihr Brot satt geben würde.
Aber Jesus vertrieb keinen einzigen Römer und gab ihnen auch kein Brot. Stattdessen verkündete er ihnen das ewige Leben und das Himmelreich. Da sagten die Juden: „Wir brauchen solch einen Messias nicht!“ Sie verwarfen ihn und ließen ihn durch die Hand der Römer kreuzigen.
Aber Gott nahm seinen Tod als Opfertod für die Sünde aller Menschen an und erweckte ihn von den Toten auf. Deswegen sagte Apostel Petrus in Apostelgeschichte 3,36: „So wisse das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.“
Alle, die Buße tun und an Jesus als Christus glauben, empfangen Vergebung und das ewige Leben. So ist Jesus für unser Leben der unerschütterliche Eckstein geworden. Durch den Glauben an Jesus Christus sind wir Gottes Kinder geworden und empfangen das Himmelreich. Preis den Herrn Jesus Christus!
Die ersten Christen erkannten, dass sie auch durch den Glauben an Jesus Christus verworfene kleine Steine geworden sind. Sie hatten sich eigentlich gewünscht, dass sie durch den Glauben an Jesus Christus ein friedliches Leben ohne Schwierigkeiten genießen können. Zu ihrer Überraschung bekamen sie viele Schwierigkeiten: Sie wurden missverstanden, gehasst und verfolgt. In den Augen der Juden waren sie Vaterlandsverräter, weil die Christen nicht aktiv für die politische Unabhängigkeit Israels engagiert waren. In den Augen der Römer waren sie Störenfriede, weil sie weder den Kaiser anbeteten noch andere Götter akzeptierten als den Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Die Christen waren wie Außenseiter, weil sie weder an ihren Festen der Götter teilnahmen noch Spiele im Theater besuchten.
Alle hielten die Christen also für Unnütze und Schädlinge der Gesellschaft. Darum verfolgten sie die Christen und töteten viele von ihnen.
Aber Gott gebrauchte diese Christen als Salz der Erde und Licht der Welt. Gott errettete durch sie Menschen von der Sünde und der Verdammnis. Christen waren bereit, wegen der Gnade Jesu verworfene Steine zu sein.
Wir sind Jesus Christus sehr dankbar, weil er kein weltlicher Messias wurde, sondern ein verworfener Stein. Wäre er ein weltlicher Messias geworden, wäre sein Kreuz leer geblieben und wir hätten dann keinen Weg, die Vergebung und das ewige Leben zu empfangen.
Am Kreuz zu sterben – das war für Jesus sehr schrecklich und schamvoll. Aber er erduldete alles und starb für uns. Und er ist von den Toten auferstanden. Darum danken wir ihm und haben das Kreuz Jesu zu unserem Kennzeichen gemacht.
Dort holte einmal kleiner Timothee ein hölzernes, raues Kreuz, das wahrscheinlich von einem Friedhof stammte. Er malte auf einem Blatt ein Bild vom gekreuzigten Jesus und schnitt Jesus und klebte Jesus auf das Kreuz.
Der Gedanke, dass das Kreuz bestimmt von einem Friedhof stammt, war mir etwas unangenehm. Aber ich sagte zu mir selbst: „Das ist doch ein richtiges Kreuz. An solch einem Kreuz starb Jesus Christus für meine Sünde.“ Als ich das raue Holzkreuz durch den Glauben an Jesus Christus betrachtete, verschwand das unangenehme Gefühl und ich wurde mit Freude und Dankbarkeit erfüllt. Darum hängte ich das Kreuz an die Wand. Dies Kreuz hängt immer noch an der Wand unserer Wohnung.
Jesus ist der verworfene Eckstein, der am Kreuz hing.
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